(Bericht
von S. Zerlauth)
09.05.2008 -- Der Auftakt zur Explorer-Saison 2008 sollte
uns diesmal nach einem Besuch in Sachsen bei Fritz von Offroad
Academy sowie Kay und Volker von Sandbleche.de
im Anschluss in die Tschechische Republik führen:
Nach einer Fahrt durch das Erzgebirge überqueren wir bei
Oberwiesenthal die Grenze, dank Schengen ohne jegliche Kontrolle
...
Den obligatorischen Grenzmarkt lassen wir unbeachtet.
Steffi, die sonst gute Seele unseres Zumo
550 empfiehlt uns als kürzeste Strecke nach Kyselka, wo
wir das Camp Na Spici
aufsuchen wollen, eine sehr malerische Streckenführung durch die bergische Landschaft
nahe Karlsbad.
Der Straßenbelag wechselt nach Asphalt zu schlechtem Asphalt, dann
auf Schlaglochpiste und schließlich auf Schotter und auf Feldweg.
Steffi hat aber für jeden noch so engen Pfad eine offizielle
Straßennummer und dank ihrer Durchhalteparolen: "Fahren Sie 3 km
auf der Straße 2226" geben wir nicht auf und kommen schließlich in
Kyselka an - dass es allerdings der Weg für die eingestellte
"kürzeste Zeit" war, bezweifeln wir allerdings doch sehr
...
Der Campingplatz war einst eine Übernachtungsstelle für Paddler
und hat sich nun zu einem idyllischen Platz am Ufer der Eger
entwickelt.
Dank Volker, seinem Vater und weiteren Bekannten, die wie viele
andere Gruppen aus den neuen Bundesländern hier seit Jahren rings
um Pfingsten traditionsgemäß einen Kurzurlaub
verbringen, erfahren
wir mehr aus früheren Zeiten.
Das Tal der Eger hat bis zum ersten Weltkrieg glänzende Tage erlebt,
als noch aus ganz Europa Kurgäste in das nahe gelegene Karlsbad und
nach Gießhübl-Sauerbrunn reisten, wie Kyselka einst hieß.
Heilquellen in den Wäldern spendeten und spenden immer noch
Linderung gegen allerlei Zipperlein. Absteigen konnte man in den
großzügig gebauten Villen aus dem 19. Jahrhundert, die am Ufer
stehen. Allen voran das Schloss Mattoni, das dem Unternehmer
Heinrich Mattoni gehörte. Er begann 1867 hier Heilwasser abzufüllen,
kaufte den gesamten Ort Kyselka und ließ schließlich eine Eisenbahnstrecke
legen, damit er das Wasser in die gesamte Welt exportieren konnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg brach der Tourismus hier restlos
zusammen und die Häuser wurden dem Verfall preisgegeben.
Restaurierung täte dringend Not, doch es fehlen noch zahlungskräftige Investoren.
Immerhin geht es in der Region nun dank
des Tourismus wieder aufwärts ...
In der Tschechischen Republik braucht man noch Kronen: Der
Betreiber des Campingplatzes und des vorzüglichen Restaurants bietet diese zu
einem vernünftigen Kurs. Man kann aber genauso gut mit dem Euro bezahlen
und erhält auch wahlweise Euros oder Kronen als Wechselgeld zurück.
Für uns Deutsche ist hier ein Niedrigpreisland: So erhält man für
umgerechnet 1,50 EUR einen halben Liter frisch gezapftes Pilsner
Urquell, für 5-10 EUR wird man exzellent verköstigt. Der Gasthof in
Kyselka bietet allerlei üppige böhmische Köstlichkeiten bis tief in
die Nacht an.
Als Ausgleich zum guten Essen bietet Volker eine Paddeltour an:
Zu viert lassen wir uns zum Einstiegspunkt "Hubertus" fahren, wo man
bei einer kleinen Slalomstrecke startet, um der Eger bis zum
Campingplatz zu folgen.
Ein malerischer Fluss mit zahlreichen Paddlern erwartet uns, doch ist es hier
nicht überfüllt. Immer wieder hat man Passagen, wo man ganz allein
an den bewaldeten Ufern vorbei fährt. Das ist Erholung pur!
Der Ort strahlt eine Ruhe und Beschaulichkeit aus und stellt die
ideale Basis für den ersten Teil unseres Testivals
2008 dar.
Ein Rundgang lohnt sich immer oder auch eine kleine
Radtour. Wir nehmen bei unserer kurzen Wanderung einen unserer
PDAs mit, auf dem wir eine topografische Karte der Umgebung samt
OziExplorer installiert haben: Es funktioniert! 
Nahe der rekonstruierten Holzbrücke findet man noch die
überwucherten Reste der "Lokalbahn Wickwitz–Gießhübl-Sauerbrunn" des
Unternehmers Mattoni. In unmittelbarer Nähe lädt ein kleiner Biergarten zum Rasten
ein.
Als wir abreisen, steht eine Schlange zum Zahlen an und so gut wie
jeder verabschiedet sich mit "Bis zum nächsten Jahr!". Die
Wirtstochter, die 6 Jahre in Deutschland gelebt hat und fließend
Deutsch spricht, wird dabei jedes Mal herzlich gedrückt. Auch für
uns gilt auf jeden Fall: Sicher wird es in Kyselka ein
Wiedersehen geben. Steffi macht uns die Rückreise nicht
leicht: Als wir von ihr über einen Feldweg zu einer Schnellstraße
geführt werden, ist diesmal das Ende ihrer Navigationskünste
erreicht: Wir stehen vor einer Leitplanke,
hinter der die Autos vorbei rasen und nicht den Eindruck erwecken,
dass wir uns hier so ohne weiteres einreihen können - nun ja, auch
das musste ja irgendwann mal passieren ...
Nachtrag, Mai ´09: Und wieder vor Ort ...
Auch im Jahr 2009 und wieder im Mai ging es nach Radosov/Kyselka
- im Camp Na Spici trafen wir erneut Kay, Volker, Petra und Annett von sandbleche.de
und die Familie. Ein gelungenes (kleines Explorer-)Treffen, bei dem während der warmen
Tage rund um den Vatertag nicht nur viel gelacht, sondern auch
Amarone verkostet
und experimentiert wurde: Von der Action-Cam auf Kay´s Hündin bis zu
Planungen rund um die Explorer Kabine gab es viel zu diskutieren -
doch davon vielleicht ein anderes Mal mehr ...  
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