Anhang: Alternative Ungarn

Dass im Zusammenhang mit der aktuellen Politik von BRD und EU im Jahr 2022 insbesondere Ungarn in den Fokus rücken konnte, liegt je nach Blickwinkel des Betrachters nahe: Nicht überall in der EU scheint derzeit die Vernunft derart ausgestorben, wie man es vielleicht beim Blick nach Berlin oder Brüssel vermuten könnte. Ungarn und vor allem dessen politische Führung wird allerdings bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Kartellmedien und Politikern deutscher Regierungsparteien sowie auch im EU-Parlament angegriffen und diskreditiert: Bestrafung und Erpressung mit EU-Geldern wie auch derzeit wieder sind dabei an der Tagesordnung.

Wer nicht mitmacht, dem kürzen wir die Gelder!Der wahre Grund für Dauerbeschuss und Dauerdiffamierung des Landes durch Brüssel und Berlin liegt allerdings darin, dass sich die ungarische Regierung beharrlich weigert, eine gegen die eigene Bevölkerung gerichtete Politik wie in der BRD und EU mitzutragen, die von der Förderung ungebremster illegaler Massenmigration bis zu Kriegstreiberei und selbstzerstörerischen Sanktionen im Ukraine-Konflikt sowie anderen unsäglichen Vorgaben einer sich mehr und mehr als Zentralstaat aufführenden EU reicht.

Der Regierung Orban dabei auch Demokratie-Mangel und Korruption vorzuwerfen grenzt allerdings schon an blanken Hohn, wenn man berücksichtigt, dass in der EU niemand durch demokratische Wahlen in die höchstdotierten Ämter gekommen ist, was zuletzt insbesondere beim Verfahren um die Ernennung der amtierenden Leyenpredigerin als Kommissionpräsidentin besonders deutlich wurde. Auch der Vorwurf der Korruption seitens der Brüsseler Mafia grenzt ans Absurde, nicht nur wenn man sich die derzeitigen Vorgänge in der Kommission vor Augen hält, bei denen man offenbar ganze Koffer mit Bestechungsgeldern vorgefunden hat. Insofern können die ständigen Anwürfe aus Berlin und Brüssel nur als leicht durchschaubare Manöver zur Kaschierung der tatsächlichen Hintergründe bezeichnet werden. 

Bei der Kritik an Ungarn zeigt sich regelmäßig die verlogen heuchlerische Doppelmoral, die hier besteht: Gutes Beispiel dafür war die im Jahr 2021 nachgeholte Fußball-Europameisterschaft, während der die deutschen "Politkicker" beim 2:2 gegen Ungarn in der natürlich bunt beleuchteten Allianz-Arena in München mutig Haltung gegenüber den ungarischen Spielern und Fans demonstrierten. Bei der Fußball-WM in Katar bei einem mehr als fragwürdigen Regime war dagegen erwartungsgemäß aufgrund einer "Fifa-Drohung" davon nichts mehr zu sehen. Da reichte es, sich mit "Mundzuhalten" und dem Armbinden-Klamauk einer Ministerdarstellerin nach Art einer LGBTQ-Domina weltweit lächerlich zu machen. Erwartungsgemäß spielten sportliche Ergebnisse dabei keine Rolle mehr. Das Fazit seinerzeit lautete: Katar ist nicht Ungarn ...


Viele von denen, die sich im inneren Widerstand zum derzeitigen System hierzulande befinden, gaben bereits auf: Sie haben schon die Flucht angetreten ins Private, in die Radikalität oder ins Ausland. Letzteres ist sicher nicht die beste aller Lösungen, aber wie auch in früheren Zeiten unverändert eine probate Alternative, selbst wenn diese für die wirklichen Verursacher sicherlich eine der angenehmsten Konsequenzen ist - wer außer Landes ist, stört vielleicht nicht mehr so beim üblen Spiel. Wenn das dann aber auch dort nicht aufhört, kann man unter Aufgabe jeglichen Anscheins von Rechtsstaatlichkeit Betroffene ja auch im Ausland verfolgen lassen - wie man am Beispiel des Regimekritikers Oliver Janich anschaulich feststellen kann, der auf deutsche Veranlassung hin in Thailand aufgrund lächerlicher Anklagepunkte zum politischen Gefangenen wurde ...

Warum man sich in Anbetracht der Entwicklung von Rahmenbedingungen in Politik, Alltag, Gesellschaft, Wirtschaft und anderem in der BRD gegenwärtig veranlasst sehen kann, einen alternativen Standort aufzubauen, zeigen beispielhaft die folgenden Berichte zu Interviews mit dem ungarischen Regierungschef Victor Orbán, Ende Oktober 2022, oder auch dem ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, im November 2022.

Bericht Report 24 vom 02. November 2022:

Viktor Orbán im Interview (Bild: www.budapester.hu)"Wer in einer freien, pluralistischen und friedlichen Gesellschaft leben möchte, ist in Deutschland mittlerweile falsch: Das sieht auch Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán so. Viele Deutsche kehren ihrer Heimat den Rücken und wandern aus – einige von ihnen nach Ungarn. In einem Interview mit der Budapester Zeitung vom 27. Oktober stellte Orbán fest, dass er diese Entwicklung durchaus sehr begrüße: Westeuropäer, die sich mit der ungarischen Denkweise identifizieren, seien herzlich willkommen und würden mit offenen Armen empfangen.

Im Interview verdeutlichte Viktor Orbán, dass ihm – trotz aller politischen Differenzen – viel an einer guten Zusammenarbeit zwischen seinem Land und Deutschland gelegen ist. Die Diplomatie zwischen den Völkern selbst funktioniere gut: Deutsche seien in Ungarn nach wie vor sehr angesehen und Ungarn sei eines der wenigen mitteleuropäischen Länder, in dem gegenüber Deutschen positive Gefühle vorherrschen. Die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen dagegen gestaltet sich bekanntermaßen deutlich schwieriger. Orbán macht keinen Hehl daraus, dass sein Land sich auch weiterhin gegen Einflussnahme von außen wehren wird und deutsche Linke nicht in der Position sind, den Ungarn vorzuschreiben, wie sie zu denken und zu leben haben.

Angesprochen auf die zunehmende politische Gewalt gegen Andersdenkende in Deutschland, gab Orbán an, über diese Entwicklung im Bilde zu sein. Was Ungarn vielfach vorgeworfen wird, ist in Deutschland auch nach Ansicht des Interviewers längst Realität. Er hakte daher nach, ob Ungarn bei Diffamierungen von deutscher Seite nicht einmal zurückschlagen und die unangenehmen Fakten auf den Tisch bringen wolle. Ministerpräsident Orbán gab sich daraufhin sehr diplomatisch, stellte aber auch fest, dass die Lebenswelten in seinem Land und Deutschland sich erheblich unterscheiden ...

Auszug aus dem Interviewtext der "Budapester Zeitung":

"Die ständigen Unterstellungen, dass wir EU-Feinde wären, entbehren jeglicher Grundlage. Genau das Gegenteil dieser Unterstellungen ist wahr. Die EU oder gar unsere EU-Mitgliedschaft stehen für uns nicht zur Disposition. Unsere Anstrengungen richten sich lediglich darauf, um welche Union es geht. Wir streben eine Union an, die in der Lage ist, adäquat auf die zahlreichen Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren.

Was das betrifft, so gibt die gegenwärtige EU derzeit ein recht trauriges Bild ab. Sie ist weder in der Lage, ihre Grenzen zu schützen, noch ihre Sicherheit zu garantieren. Sie ist unfähig, die Konflikte in ihrer Nachbarschaft zu bereinigen. Auch kann sie auf dem gemeinsamen Markt keinen fairen Wettbewerb sicherstellen. Wenn Polen und Ungarn ihnen zustehende EU-Gelder bewusst verwehrt werden, dann führt das unweigerlich auch zu einer Verzerrung des Wettbewerbs. Summa summarum: Derzeit erlebt die EU nicht gerade ihre besten Tage ..."


Und noch ein Interview-Auszug von "Compact-Online"

Gespräch mit dem ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, nach seinem letzten Besuch in Ungarn im November 2022

Welche Eindrücke haben Sie bei Ihren Gesprächen in Ungarn gewonnen?

Ich bin immer wieder gern in Ungarn. Ich mag das Land, seine Geschichte und die bodenständige, realistische und traditionsbewusste Art, wie die Ungarn leben. Heute noch mehr als vor Jahren, weil ich den Eindruck habe, dass die Ungarn im Unterschied zu den Bürgern der meisten anderen EU-Staaten der linken Ideologisierung und Fanatisierung trotzen.

Die Ungarn sind in sich gefestigter und ruhiger als der große Rest der Europäer – das war für mich ganz eindeutig wahrzunehmen. Man hat die historische Erfahrung der Fremdbestimmtheit gemacht und ist deshalb sehr darauf bedacht, seine eigenen Ansichten und Lebensweisen selbstbewusst zu vertreten. Man lässt sich von Brüssel, Berlin oder Paris nicht vorschreiben, wie man in Ungarn zu leben hat und wie man seine Kinder erziehen soll.

Das ist eigentlich selbstverständlich, aber in einer Zeit, in der die linksextreme Woke-Ideologie Brüssel und Berlin immer mehr beherrscht, ist es mutig, denn die Anhänger dieser Ideologie haben keine Skrupel, Ungarn unter Druck zu setzen, der ideologischen Linie zu folgen. Für mich ist eine Reise nach Ungarn eine Reise in die Normalität, wo ich nicht gezwungen werde zu glauben, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, und wo ich als weißer deutscher Mann nicht diskriminiert und diffamiert werde.

Sie können also nachvollziehen, dass immer mehr Deutsche nach Ungarn auswandern?

Natürlich. Im vergangenen Jahr sind insgesamt schätzungsweise 150.000 Deutsche ausgewandert, weil sie die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland als repressiv empfinden und diese nicht mehr sich selbst und ihren Kindern zumuten wollen. Es sind überwiegend hochqualifizierte oder wohlhabende Menschen oder politische Dissidenten. Ich schätze, dass sich derzeit mehrere Millionen Deutsche mit dem Gedanken beschäftigen, auszuwandern oder zeitweise das Land zu verlassen. ...


Nachtrag, Ende Januar 2023: Hans-Georg Maaßen erhielt in der Zwischenzeit von der CDU ein Ultimatum, das in aller Stille kurzfristig verlängert wurde, seine Partei zu verlassen um einem Parteiausschluss zuvorzukommen. Die verlogen heuchlerische Begründung unter anderem: Sein rechtspopulistisches Gedankengut passe nicht in diese Partei. Oder wie man es auch interpretieren kann: Sein Vergehen war, in diesem Land die Wahrheit zu sagen. Und damit sind wir wieder bei George Orwells Erkenntnis angelangt, die wir zu Beginn unserer Betrachtung vom Jahresanfang 2023 zitierten: "Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen."


Und zum Abschluss noch ein Interview von AUF1 mit dem Chefredakteur und Herausgeber der "Budapester Zeitung" zu Ungarn und auch den Deutschen dort!


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