(Bericht
von
Hermann Grebner)
23.07.2005 -- Dieses Jahr bin ich bereits das vierte Mal in Folge auf
Entdeckungsreise zu noch unbesuchten Schnittpunkten von Breiten- und
Längengraden im Rahmen des DCP (Degree Confluence Projects): Nun also auch in Skandinavien!
Schweden war ja schon vor zwei Jahren komplett
und Finnland bereits im letzten Jahr: Also kam für mich dieses Mal nur noch Norwegen in
Frage. Es ist halt der besondere Reiz, der diese geographische Dokumentation so interessant macht:
An einem Schnittpunkt der
Erstbesucher zu sein ... 
Diesmal in der Mitte Norwegens also ein Erstbesuch und auch auf dem
70ten Breitengrad
gibt es noch einige offene Punkte, die ich versuchen möchte, zu
erreichen.
Am Ende
meiner Langstreckentour sind es dann schließlich insgesamt 5 (!) "Confluences"
geworden: Vier
davon erfolgreiche
Erstbesuche. Und die beiden östlichen auf dem 70ten Breitengrad waren nicht ganz
ohne Risiko: Hier trifft er wohl diesmal voll zu, der Begriff
"Abenteuerurlaub" ...
Bei der Rückfahrt von Norwegen über Finnland nach Schweden im
Vorjahr hatte ich in Inari einen kleinen Laden entdeckt, der die nicht nur von mir lange
gesuchten Ein- und Zwei-Cent Euromünzen anbot. Wer konnte da noch widerstehen!
Allerdings: Kaufpreis dieser Cent-Münzen ein Euro (!) das Stück. Alle anderen
Münzen konnte man dagegen (unter Aufsicht!) im Verhältnis 1:1 umtauschen:
So hatte ich
nun endlich einige finnische Komplettsätze von Euromünzen ergattert ...
Und einer
davon ist dieses Jahr nun wieder dabei: Die Grenze zwischen Norwegen und Finnland passiere ich zwischen
Polmak und Nuorgam. Und gleich hinter dem Grenzzaun auf der linken Seite ist das kleine blaue
Steindenkmal zu sehen mit der Aufschrift: "Nördlichster Punkt der EU"
- ein
wahrlich passender Platz, um hier nun den kompletten finnischen Euro-Münzsatz
zu fotografieren!
Die geografischen Koordinaten werden ebenfalls auf der Tafel
angegeben. Was mir dabei auffällt: Auch hier wird auf- und abgerundet,
wie üblich bei finnischen Rechnungen aller Art ...
Mein GPS-Gerät zeigt mir an, dass
ich von hier aus noch 2.442 km Luftlinie bis nach Hause habe - es werden
sicher noch ein paar mehr werden, und rund 5.000 km habe ich nun schon hinter
mir.
Ein paar hundert Meter weiter fahre ich schließlich am Samstagabend durch
Nuorgam. Hier ist
natürlich alles das Nördlichste der EU: Vom Supermarkt über die Tankstelle,
Polizei, Kirche, und auch die Schule. Alles geschlossen, nur die Kneipe ist noch
offen: Also gönne ich mir seit langem einmal wieder ein kühles halbes Bier (0,5l), und
das in der nördlichsten Kneipe der EU zum Preis von 4 Euro und 50 Cent. Das nördlichste
Bier der EU rinnt durch meine durstige Kehle - welch ein erhabener Moment!
Ein
durchaus schönes Gefühl, wieder einmal etwas mit einer gewohnten Währung bezahlen
zu können: Hat man doch ansonsten bei einer Skandinavien-Rundreise immer noch
3 verschiedene Kronensorten im Geldbeutel.
Vor fast genau 3 Jahren hatte ich von Nuorgam ausgehend den etwas südlich gelegenen
Schnittpunkt 70°N 28°E besucht: Der einzige auf dem 70ten Breitengrad, der sich in Finnland befindet und
der damit auch
den nördlichsten der EU darstellt. Eine auch damals abenteuerliche Tour mit dem kleinsten
Ein-Personen-Katamaran der Welt, wie ich hier einmal ganz überzeugt
behaupten möchte.
Einen Ausdruck dieses DCP-Beitrages hatte ich dabei und gab sie der Bedienung der Kneipe
mit der Bitte, diesen an die Lehrerin der Schule weiterzuleiten. Die Idee von mir
dabei war, dass der Bericht vielleicht im Geografieunterricht der Schule
verwendet werden könnte und damit nicht nur als Doku-Eintrag im Internet
veröffentlicht ist ...
Nun geht es noch ein paar Kilometer weiter nach Utsjoki, dort
folgt eine Übernachtung und am
Sonntag fahre ich bereits wieder auf der E75 in Richtung Süden nach Tornio:
Ich durchquere dabei das nördliche finnische Rentierzuchtgebiet
- Lappland pur - mit viel Wald und schönen finnischen Blockhäusern rechts und links
- und den Rentieren natürlich mitten auf der Straße ...
Anm. der Red.: Die oben erwähnten Touren zu den norwegischen
Confluences wurden
wie schon bereits Hermann Grebners Eurotour
Luxemburg
beim DCP
(Degree Confluence Project) dokumentiert. Wir gratulieren zu den
Erstbesuchen! 
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