Wettlauf zum Weißwurscht-Äquator

Von Projekten, Jägern und Gejagten und dem GPS ....


Wir waren auf Anhieb begeistert! Und bedauerten sofort, dass wir es jetzt erst entdeckt hatten. Denn wenn wir es schon vor ein oder zwei Jahren gefunden hätten, sähe heute die Landkarte von Europa anders aus! Nein, der Schreiber dieser Zeilen ist nicht alkoholisiert - denn eine bestimmte Landkarte Europas sähe heute in diesem Fall wirklich anders aus. Aber der Reihe nach ...

Auf zum Weißwurscht-Äquator!

Die Rede ist von einem Projekt, und zwar dem sogenannten "Degree Confluence Project" (DCP). Ein hoch interessantes Projekt, nicht kommerziell genau wie wir und ins Leben gerufen von einem GPS-begeisterten Amerikaner.

Aber worum geht es hier nun? 

Das Ziel des Projektes ist, weltweit (mit Ausnahmen!) jeden Schnittpunkt ganzzahliger Längen- und Breitengrade (Degree Confluences) zu besuchen und die Umgebung dieser Schnittpunkte nach bestimmten Regeln zu fotografieren.

Diese Bilder, zusammen mit der Beschreibung des Unternehmens oder gar Abenteuers, genau an diesen Teil der Welt zu gelangen, werden an die Betreiber des DCP übermittelt und dann auf deren Website veröffentlicht.

Confluences, soweit das Auge reicht ...Auf diese Weise entsteht im Laufe der Zeit ein organisiertes Raster mit einer Auswahl der ganzen Welt. 

Ein weiteres Projektziel ist, damit die Änderungen zu dokumentieren, die diese Stellen und Plätze im Laufe der Zeit mitmachen, denn auch mehrere Besuche der einzelnen Confluences sind natürlich möglich. 

Zusätzlich wurden eine Menge Regeln für das Projekt festgelegt, die von dem Inhalt und der Anzahl der Bilder, den Beweisfotos vom GPS, den Benachrichtigungen über geplante Besuche bis hin zu der höchstzulässigen Entfernung vom Confluence reichen. Auch gibt es strenge Regeln über die Art der Confluences und ihre Einstufung z.B. in Polregionen oder auch Wassergebieten. Dies alles hier aufzuführen, würde zu weit führen, man möge sich selbst ein Bild davon auf der Website des DCP verschaffen ...

Das Projekt wurde von Alex Jarrett im Februar 1996 in den USA gestartet, da ihm die Idee gefiel, Orte und Stellen zu besuchen, die durch einen solchen Schnittpunkt ganzzahliger Längen- und Breitengrade repräsentiert werden. Was würde sich dort befinden? Hatten auch andere Menschen diesen Punkt als einen besonderen erkannt? Natürlich spielte dabei auch das GPS eine Hauptrolle. So hoffte er, Leute dazu bewegen zu können, in Gegenden zu gehen, die sonst vielleicht keiner betreten würde und dort dann Fotos von diesen besonderen Stellen zu machen ...

Dass dies Alex und seinem Team von Freiwilligen beim DCP bereits jetzt schon gut gelungen ist, beweisen die Unmengen von Confluences, die man z.Z. auf der Website verteilt über die ganze Welt findet. 

Es gibt insgesamt 64.442 Schnittpunkte von Längen- und Breitengraden (jeder Pol wird dabei als 1 Schnittpunkt gezählt). Von diesen erfüllen 47.650 die Anforderungen des Projektes, nachdem viele Confluences in Polnähe abgezogen werden. Von diesen verbleibenden sind wiederum noch ca. 12.000 Schnittpunkte tatsächlich auf der Landmasse der Erde vorhanden.

Wie man sieht, gibt es noch ausreichend Gelegenheiten, Confluences zu sammeln und zu "jagen", und natürlich gibt es noch jede Menge weißer Flecken (= rote Punkte, siehe oben) auf der Karte. Ist es nach allem noch verwunderlich, dass wir direkt nach der Entdeckung dieses Projektes beschlossen, nun ab sofort ebenfalls Confluences zu besuchen? Da wir erst Anfang 2001 vom DCP erfahren hatten, konnten wir natürlich auf unseren bisherigen Reisen auch keine "Spur von Confluences" hinter uns her ziehen - hätten wir es getan, sähe die Confluence-Landschaft heute, wie oben schon angedeutet, sicher anders aus ... 

Aber im März 2001 sollte es dann endlich damit losgehen ...


Die Stationen der ersten Explorer "Confluence"-Besuche ...

Und neue Forschungsergebnisse - so was gibt es auch:


© 2001-2009 J. de Haas