(Bericht von
Hermann Grebner)
16.05.2005 -- Auf der einen Seite war es eigentlich ein
spontaner Besuch. Auf der anderen Seite wollte ich aber unbedingt etwas
technisch Neues an
Ort und Stelle ausprobieren, das ich mir vor zwei Monaten gebastelt
hatte: Und zwar für eine 360° Panoramaaufnahme an einem Confluence,
also dem Schnittpunkt eines Breiten- und Längengrades.
So ging es am Pfingstmontag morgens um 7 Uhr los: Von
Nordwest-Bayern über Mainz / Kaiserslautern / Trier nach Bitburg.
Und dann wurde es spannend: Es folgen nämlich die kleinen, verwinkelten
Landsträßchen, die so einen Ausflug erst richtig interessant
machen.
Mein eigentliches Ziel war der einzige Confluence, den Luxemburg
zu bieten hat: Also auf zum Punkt N50° E006°! Von meinem Plan,
dort einmal hin zu fahren, wussten einige meiner Bekannten, so dass
ich auch ermahnt wurde: "Vergiss bloß nicht, mir ein paar Euro-Münzsätze
mitzubringen!" Diese Aufforderung brachte mich schließlich auf die Idee, einen
Schnittpunktbesuch mit der Euro-Tour des Explorer Magazins zu verbinden ...
Nach rund 20 km
Landstraße von Bitburg aus in westlicher Richtung überquert man
die Grenze bei Vianden und steht schon im Stau. Stau in Luxemburg?
Ach so, eine Tankstelle! Hier war allerdings nur das Tanken mit
Karte möglich, und die hatte ich diesmal natürlich nicht dabei ... 
Also gleich
weiter nach Diekirch: In einer Tankstelle dort erkundigte ich mich
bei einer freundlichen jungen Dame (zunächst in Englisch) wie ich am
besten nach Enscherange kommen könne. Dort wäre ein kleines Denkmal, das
ich besuchen wollte. Sie antwortete mir daraufhin lachend, dass es hier fast
in jedem Ort entweder ein Denkmal, eine Kapelle oder eine Burg
gäbe. Man könne auch sagen, Luxemburg sei ein Burgenland - aber
das hat wiederum nichts mit Österreich zu tun, meinte sie. Auch könne ich mit
ihr in Deutsch, Französisch oder Holländisch sprechen. Jetzt war
ich baff: Wou, welch ein Service! Hier wurde deutlich, dass man sich
wirklich in "Zentral"-Europa befindet - dort, wo in der Tat
"Multi-Lingual" gesprochen wird ...
Sie erklärte mir freundlich auf Deutsch den Weg, der über
Ettelbrück, Wiltz und Wilwerwiltz nach Enscherange
führt - so rund 30
km waren es noch. Auch meiner Bitte, mir ein paar Euromünzen
verschiedener Stückelung umzutauschen, kam sie freundlich nach.
"Kein Problem, mache
ich öfter am Tag", meinte sie.
In Enscherange angekommen, ging es zu Fuß mit dem GPS
weiter: Irgendwo rund 600 Meter östlich vom Ort musste der gesuchte
Punkt sein. Gegen Mittag erreichte ich bei herrlichem Wetter mein Ziel:
Nun konnte die fotomäßige Dokumentation und
das filmtechnische Experiment endlich beginnen (siehe dazu Nachtrag
unten).
Nach fast zwei Stunden Aufenthalt hieß es wieder den Rückweg
anzutreten: Zuerst Richtung Norden über
Clervoux nach
Dasburg und dann wieder gut 4 Stunden Fahrt bis nach Aschaffenburg: Ja, ja, auch mein Heimatstädtchen hat eine Burg ...
Mit vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen für mich ging dieser
schöne Pfingstmontag zu Ende - die insgesamt 800 km Fahrt waren die Reise
wert! 
Anm. der Red.: Diese Tour und weitere Einzelheiten dazu wurden beim DCP
(Degree Confluence Project) als 11.
Besuch bei N60° E006° dokumentiert.
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