Die zweite Reise: Österreich-Slowenien-Ungarn, Oktober 2022

Auf ein Neues!

Gegen Ende Oktober heißt es erneut zu planen: Das Objekt, um das es diesmal geht, erscheint deutlich interessanter als die bisherigen und liegt auch etwas weiter im Südwesten Ungarns. Die Anreise erfolgt diesmal wieder über Österreich und auch eine kurze Strecke in Slowenien.

Nach ausführlichem Schriftverkehr mit den Verkäufern, telefonischen Klärungen und weiteren Vorbereitungen machen wir uns erneut auf den Weg. Wie üblich soll der erste Zwischenstopp in Österreich erfolgen, unsere Wahl fällt diesmal auf einen Campingplatz in Murek in der Steiermark, der um diese Jahreszeit noch geöffnet ist, was Ende Oktober keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Wir steuern den Gasthof Röck am Röcksee an, der diesen Platz mit vielen Dauercampern betreibt. Die eine Übernachtung hier auf dem inzwischen recht verlassenen Gelände am weitläufigen See wird selbstverständlich auch mit einem Besuch des Gasthofs verbunden, der allerdings nicht ganz so vielversprechend verläuft wie erwartet. Zwar ist auch hier das Weinangebot erwartungsgemäß gut, aber bei einem Essen erfüllen sich jedoch in keiner Weise die Erwartungen: Der mittlerweile recht leere Gasthof wird vielleicht ein geeigneteres Ziel während der Saison ...

Einsamkeit am Röcksee ... ... und passende Abendidylle ...

Die am nächsten Tag anstehende Querung von einem kleinen Stück Slowenien erweist sich in mehrfacher Weise erfolgreich: Nicht nur fahren wir an einem riesigen OBI-Baumarkt vorbei, wo wir einige Einkäufe erledigen können, sondern besonders positiv ist auch der Besuch einer örtlichen Tankstelle: Hier bekommen wir unseren Diesel für gut einen Euro weniger pro Liter als in Österreich und vor allem der BRD: Wirklich erfrischend zu sehen, dass auch in dieser EU nicht in allen Ländern in Sachen Sanktionen sowie Energie und deren sogenannter "Wende" die Intelligenz vollkommen ausgestorben ist!

Ungarn zum Dritten ...

Unser neues und etwas südlicheres Ziel in Ungarn: Schon wieder ein Thermal-Camp, aber diesmal in deutlich angenehmerer Umgebung und mit besseren Rahmenbedingungen, vielleicht aufgrund der Nähe zu einem größeren touristisch bedeutenden Areal: Das Castrum Thermal Camping vom Ort Lenti im Komitat Zala liegt nicht weit entfernt vom Örsegi-Nemzeti Park, auch Örség-Nationalpark genannt, in den wir während unseres Aufenthaltes in diesen Tagen auch einmal einen kurzen Ausflug machen. Hier wird während der Saison einiges los sein!

Der Einfluss dieser Touristenregion hat sich offenbar auch auf die Infrastruktur der Gegend ausgewirkt, wir fahren über wesentlich bessere Straßen, auch durch eine deutlich freundlicher wirkende Landschaft und Bebauung. Sicherlich dominieren auch hier die "Bademäntel" auf dem zunächst noch halbleeren Platz, der sich im Laufe der Tage aufgrund diverser Feiertage in der Umgebung und in Österreich zunehmend füllt, aber insgesamt erscheint alles wesentlich positiver im Nahbereich, was auch die im Ort vorhandene Gastronomie angeht.

Von Lenti aus, das einst ein bedeutender ungarischer Militärstandort war, führt eine historische Schmalspurbahn aus der ersten Zeit der Holztransporte in der Region. Da sie erst nach unserer Rückkehr das letzte Mal außerhalb der Saison unterwegs sein wird, können wir uns leider nicht das Vergnügen einer Rundfahrt mit dieser Bahn gönnen, die in unmittelbarer Nähe unseres Camps startet.

Diesmal wird auch unsere Suche nach dem alternativen Standort und Objekt ein voller Erfolg: Wir einigen uns mit den Verkäufern und verbringen noch etliche weitere Tage in Lenti, da viel zu organisieren ist im Zusammenhang mit Kauf, Anwaltsterminen im nahen Zalaegerszeg und ähnlichem. Besonders erfreulich in Ungarn: Durch weitgehende Digitalisierung und Vereinfachungen sind Immobilientransaktionen um Größenordnungen einfacher und bequemer als im Bürokratenstandort BRD - aber wen wundert das ..?

Das Thermal Camp füllt sich ... Gute nächtliche Beleuchtung sichergestellt ... Diese Katze kennt die Speisekarte! "Nichtschwimmer" sind auch in diesem Camp die Seltenheit ...
Am Bahnhof Lenti Endstation der historischen Schmalspurbahn Monumente zum Basteln oder Rätseln? Ort für Hobby-Bahner ...
Die Holzindustrie floriert hier ... Masten so weit das Auge reicht ... Wer war hier einst tätig ..?
Der Ortsname ist unübersehbar ... Gefälliges Ambiente ... ... und liebevolle Dekorationen ...
Hier tanzte militärisch mal der Bär ... ... und daran erinnert sich Lenti offenbar gern ... Auch auf der anderen Seite weiß man sofort wo man ist ...
Tiny-Houses in Mengen ... Obst und Gemüse satt ... Gelungene Präsentation ... Kurzer Ausflug in den Örség-Nationalpark ...
In Lenti findet man etliche Lokale ... ... und durchaus auch schmackhafte Speisen ...
Wie schmeckt das ..? Auch an ungarischen Weinen herrscht kein Mangel ...

Die angenehmen Tage in Lenti vergehen schnell, etliche ungarische "Brocken" können schon mal geübt werden und besonders angenehm hier in diesem Land: Sehr viele Einheimische sprechen Deutsch, was auch für unseren Anwalt gilt, der die Transaktion abwickelt und Dinge in Wege leiten kann, die von einer Wohnkarte bis hin zu Verwaltungsaktivitäten nach Ablesung von Gas-, Wasser- und Stromzählern reicht. Dennoch aber gilt unverändert: Ungarisch ist die Sprache des Himmels - denn man braucht eine Ewigkeit, um sie zu lernen!

Und wieder: Rückreise ...

Muss man es noch erwähnen, dass es früher  als ursprünglich geplant wieder mit Zwischenstopp in Österreich zurück geht? Und diesmal sogar wieder vorbei am so gern besuchten Neusiedler See, wo wir im Ort Podersdorf schon zweimal in der Vergangenheit Halt gemacht haben, und zwar zuerst bei Ungarn 2005 und auch später im Jahr 2011, als es zu den Osterspaziergängen am Neusiedler See kam.

Einsamkeit in Podersdorf ... Erinnerungen werden wach ... Vinothek, die man eigentlich mal besuchen müsste ... Heute Abend reicht der Buschenschank!
Gemütliches Ambiente ... ... auch im Sommer sehr zu empfehlen!

Diesmal wird es allerdings nicht ganz so erfreulich wie eigentlich erhofft: Zunächst ist das Wetter zu gut für diese Jahreszeit, denn das führt zu einer undurchdringlichen Nebelwand, die ganztägig auf dem See und natürlich auch dem Ort lastet - keine sonderlich angenehme Atmosphäre auf dem nasskalten Platz, der kurz vor der Schließung in den nächsten Tagen steht.

Umso wichtiger ist es, am Abend den nächsten gemütlichen Buschenschank aufzusuchen, um dort einen Aufenthalt bei bestem Blaufränkischen und Zweigelt zuzubringen. Auch die Aussicht, dass in wenigen Tagen hier das Martiniloben beginnt und man dabei in allen möglichen Weinorten rund um den See durch die Keller pilgern und allerlei verkosten kann, reicht nicht für eine Verlängerung des Aufenthaltes in Podersdorf: Wie durch ein Wunder und vielleicht zum Glück (?) fallen erstmalig mehrere wichtige Bestandteile unseres Explorers nach Jahrzehnten gleichzeitig aus: Der Drehschalter für die Wasserpumpe an Bord gibt seinen Geist auf und eine Flamme des Gasherdes hat plötzlich Undichtigkeiten Auch zeigen schließlich noch die Gasdruckfedern an der Eingangsklappe deutliche Schwächen und erschweren so den Kabinenzugang. Dies zusammen mit der Nebellage bedeutet: Rückkehr nach Hause am vorletzten Oktobertag und in Ermangelung eines Frühstücks erneutes Einkehren bei "Landzeit"- Was sein muss, muss sein!

Und noch ein erfreulicher Nachklapp: Die erforderlichen Reparaturen an Bord des Explorers können wir bereits wenige Tage und Ersatzteile später problemlos durchführen!

Doch noch ein weiterer Anlauf in Sachen Ungarn muss folgen, diesmal auch ohne  Explorer ...


© 2023 J. de Haas