Maori-Kunst am Flughafen Auckland ...Einreise

Kurz vor unserer Abreise erhalten wir die Mitteilung, dass am 01.10.19 ein New Zealand Electronic Travel Authority (NZeTA) zwingend erforderlich ist. Man kann es per Handy-App oder per Online-Formular beantragen. Es kostet 44,- NZ $  bei Nutzung der App, sonst 47,- NZ $. Darin enthalten sind 35,- NZ $ IVL (International Visitor Levy), eine Art Kurtaxe, die für die Infrastruktur zur Unterstützung des Tourismus verwendet werden soll.

Wir misstrauen der App und bevorzugen das Online-Formular. Bereits 45 Minuten später liegt das Visum im E-Mail-Briefkasten. Es handelt sich zwar um eine E-Visum, man muss es aber dennoch ausgedruckt mitbringen.  Immerhin es ist 2 Jahre gültig und man kann sich 90 Tage im Land aufhalten (mehrfach innerhalb der 2 Jahre). Wichtig: Pass und NZeTA müssen zusammenpassen. Wer innerhalb der 2 Jahre einen neuen Pass beantragt, muss auch das Visum neu kaufen.

Wer in Auckland ankommt, tritt durch ein geschnitztes Portal, Maori-Gesänge schallen durch den Flur. Alles ist zweisprachig beschildert - Englisch und Maori. Die Einreise in Neuseeland ist sehr speziell, da strikte Regeln beachtet werden müssen.

In Neuseeland werden hochprozentige Alkoholika nur in lizensierten Liquorshops verkauft. Will man sich die Suche danach ersparen, sollte man einen vorherigen Besuch im Duty Free - in unserem Fall in Doha - einplanen. Der Zoll in Neuseeland ist großzügig, man darf 4,5 l Bier oder Wein und 3,375 l Spirituosen einführen.

Ansonsten sind die Bestimmungen gnadenlos: Keinerlei frische Lebensmittel sind gestattet, konservierte Lebensmittel müssen mindestens noch 4 Monate halten und deklariert werden. Aber das ist keine Garantie, dass sie nicht doch noch vom Bio-Officer beschlagnahmt werden. Outdoor-Schuhe müssen blitzblank gereinigt sein (vor allem die Sohle), Campingausstattung muss neu oder frei von jedem Schmutz sein ...

Immerhin, wir bekommen vom Zoll eine anerkennende Bestätigung zur Sauberkeit unserer Schuhe. Weniger gut ist die Idee "Digitalisierung" umzusetzen: Jeder, der nach Neuseeland einreist, muss eine Arrival Card ausfüllen. Diese Arrival Card steht auf der Webseite des neuseeländischen Zolls zur Verfügung im PDF-Format, das man am PC ausfüllen, drucken und unterschreiben kann.

Wir legen unsere gedruckten Arrival Cards bei der ersten Kontrolle vor: Man ist ratlos, wir erläutern, dass es sich ja um ein offizielles PDF handelt, ein Chef wird gefragt, er nickt, unser Formular wird abgestempelt, wir können passieren.

Bei der anschließenden zweiten Kontrolle will man das PDF nicht akzeptieren: Die Chefin der zweiten Kontrollstelle lehnt das Formular ab. Wir müssen nun handschriftlich neue Formulare ausfüllen, man erklärt uns, dass das PDF trotz Unterschrift kein Document wäre. Nun hat man aber das Problem, dass ja die Stempel der ersten Kontrollstelle auf dem PDF sind und kommt zur genialen Lösung, das PDF-Formular an das handschriftliche Formular anzuheften ...

Natürlich zieht sich so ein Einreisevorgang hin: Während wir warten, bis entschieden ist, wie es mit uns weiter geht, streifen die Blicke umher und wir sehen Papierkörbe mit der Aufschrift (No Spitting - Please use toilets). Da darunter der Appell chinesisch wiederholt wird, scheint das Spucken von Passagieren aus China ein echtes Problem zu sein. Und dass China hier tatsächlich "nah" ist, werden wir später noch bemerken ...

Bitte nicht spucken ... 5 neuseeländische Dollar ...
Yellowbus - der Hotel-Shuttle ... Lizensierter Sprit-Shop ...

Das Gepäck - alles, nicht nur das Handgepäck - wird im Beisein der Passagiere durchleuchtet. Längliche Stangen erwecken Verdacht, man vermutet Angelruten, aber wir können entwarnen, es sind nur Stangen für eine Plane.

Hat man die Formalitäten hinter sich gebracht, kann man sich in der Ankunftshalle an GAAs oder Wechselschaltern mit neuseeländischem Geld versorgen: Da wir den GAA nicht sofort finden, fragen wir beim Informationsschalter nach und werden mit dem hiesigen freundlichen Service konfrontiert. Es wird nicht umständlich erklärt, wo sich das Gerät befindet, nein, man begleitet uns bis zum GAA um sich zu überzeugen, dass er auch funktioniert.

Die Geldscheine sehen hier auch etwas anders aus als gewohnt: Als Sicherheitsmerkmal haben die Scheine durchsichtige Flächen mit Hologrammen. Neben Geld ist auch der Bedarf an Mobilfunk zu decken. Es gibt hier einige Buden, in denen man sich mit SIM-Karten versorgen kann.

Für die Kommunikation muss man sich als Deutscher nicht sehr umstellen. Das neuseeländische Mobilfunknetz ist ähnlich schlecht wie in Deutschland, abgelegene Regionen haben gar keinen Mobilfunk. WIFI wird an vielen öffentlichen Orten angeboten, erfreulicherweise auch oft verschlüsselt.

Trotzdem, man benötigt eine Datenrate: Wir haben keine Lust, am Flughafen von Auckland eine der Buden aufzusuchen, die SIM-Karten anbieten. Wie soll man nach so einem Marathonflug noch ausreichend klar denken können, dass man die neuseeländischen AGBs lesen und verstehen kann!? Deshalb fällt die Wahl auf die 3 GB Daten-SIM-Karte von SimlyStore, die wir schon in Deutschland erwerben. Diese Karte hat den Vorteil, dass sie auch auf der Rückreise bei unserem Zwischenstopp in Singapur genutzt werden kann.

Vor der Ankunftshalle befindet sich die Haltestelle des Yellowbus, der als Ringverkehr alle wichtigen Hotels im Flughafenumfeld abfährt. Oft reicht die Buchungsbestätigung als Ticket, so auch bei uns. In wenigen Minuten ist das Hotel erreicht, man ist - endlich - angekommen ...


© 2019 Sixta Zerlauth