Der Aufblas-Kanadier: Paddelspaß mit wenig Aufwand!


Seit einigen Jahren haben wir auf allen Touren immer unseren Fishhunter HF250 von Sevylor dabei und sind damit auch immer gut "geschiffelt".

Doch mit der Zeit ändern sich doch die Ansprüche. Beim Sevylor kann immer nur einer rudern, der andere im Boot hat Freiwache ... Zusätzlich muss man eingestehen, dass man u.U. als früherer Kanadierpaddler der "Rückwärtspaddelei" rein gar nichts abgewinnen kann und sich der ein oder die andere dabei auch immer besonders ungeschickt anstellt.

In so einen Kopf will es dann partout nicht rein, dass man nur in die Richtung fährt, in die man nicht schauen kann!

Abschied vom Rückwärtspaddeln ...Außerdem erfordern schon geringe Strömungen aufgrund der runden Form des Fishhunters (fehlender Kiel) ziemliche Ruderei. Also kurz und gut: Ein neues Boot musste her. Die Rahmenbedingungen können wir uns schnell zusammen reimen:

  • Leicht muss es sein
  • Zwei Erwachsene müssen rein
  • Es muss ein Paddelboot sein
  • Vom Packmaß her klein
  • Und mit Kiel, das wäre fein!

Wir wälzten Kataloge, wälzten uns über Messen - es ist gar nicht so einfach. Schöne Schlauchpaddelboote gibt es einige und sie sind sogar wildwasserfest, aber das schlägt sich sofort in einem Gewicht von über 10 kg nieder, vom Preis mal ganz abgesehen ...

Doch die Suche hatte Erfolg - auf der CBR 2000 fanden wir das Gesuchte im Angebot der Gugelwerke aus Freiburg:

Das gute Stück heißt Montana, 3,40 m lang, hat durch seine Kajakform einen ordentlichen Kiel, ist dennoch stabil durch seine Steifigkeit und den relativ breiten Rumpf, wiegt nur 9 kg, das Packmaß ist kaum größer als beim Fishhunter, Stauraum für Fototasche, Handtücher oder etwas Proviant ist vorhanden. Zwei Erwachsene können komfortabel bis Wildwasser Stufe II paddeln. Für uns vollkommen ausreichend. Auch die Farbe "oliv" ist dem Fishhunter ähnlich und gefällt uns.

Wir bekamen es frei Haus geliefert für knapp 800 DM. Als erstes erfreut die solide Verarbeitung: Hier haben wie kein "dünnes" Fernostprodukt vor uns! Eine kleine Benutzungsbroschüre hat hilfreiche Hinweise und es beruhigt, dass man das Boot im Fall eines Schadens an Gugel schicken kann, die es dann wieder "seefest" machen. Eine Tüte mit umfangreichem Reparaturset, allerlei Ersatzventilen und Dichtungen ist beigelegt.

Die 6 Kammern sind schnell aufgepumpt, die Ventile leicht zu handhaben. Das Zusammenlegen funktioniert ebenfalls problemlos und es passt sogar wieder in den Originalbeutel.

Wir hatten uns auch gleich die empfohlenen Kajakpaddel (Doppelpaddel) dazu bestellt und schon konnte es los gehen zu unserem nahe gelegenen Versuchsweiher.

Am Anfang klappte es mit dem Gleichtakt noch nicht sehr gut, aber trotzdem war die Geschwindigkeit schon beachtlich. Ist das Boot mal auf Kurs, dann gleitet man recht flott durchs Wasser. Eigentlich alles ganz schön, ABER: Die Doppelpaddel haben zwar einen Schutz gegen das rinnende / spritzende Wasser, dennoch werden unsere Ärmel schnell nass, die Arme folglich kalt. Sicher kein Problem mit Paddeljacken oder bei heißem Wetter mit Badesachen - nur wir paddeln halt meistens in kühleren Gefilden und das in "normalen" Klamotten.

Da wir aufgrund der Kanadierpaddelei gut mit Stechpaddeln umgehen können - eigentlich viel besser als mit den Doppelpaddeln - war unser Entschluss schnell gefasst:

2 Kanadierpaddel müssen her.

Und nun war der Spaß ungetrübt: Paddel und Boot wurden in die Topbox gepackt und auf ging es zur Tour Skandinavien 2000. Das Boot hat sich bewährt, man kann recht schnell über die Seen gleiten und die fern gelegenen Ufer erkunden, ohne sich zu verausgaben. Wer Lust hat, kann natürlich auch reinhauen und ein "Powerboot" mimen ;-)

... mit dem Kanadier Gugel Montana ...

Oft werden wir auf das Boot angesprochen, sogar auf einem schwedischen See rief uns ein Ruderer zu sich und es kam zu einem Plausch über das Boot. Es gefällt anderen und vor allem auch uns - wir finden, es ist eine echte Bereicherung für die Touren des Explorer Teams ...