Donnerstag,
13.08.: Stresstour Ibiza Stadt
Ibiza! Wann bloß waren wir dort zum letzten Mal? Die Erinnerung an die
genauen Daten fällt schwer, es war offenbar noch vor der Zeit des
Explorer Magazins, denn ansonsten könte man es jetzt dort nachlesen!
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Es
war wohl Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrtausends (
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als es bei einem damaligen Insel-Aufenthalt hier auch zu einer kurzen
Fähren-Exkursion zum "Kiten" nach Formentera kam, denn bereits
damals hatten wir schon unsere Drachen im Gepäck für eine
kleine "Fiesta de Cometas", wie wir sie
jahrelang auf Fuerteventura
veranstaltet haben.
Auch mit dabei war damals ein "Sechseck"-Drachen wie einer auf unserem Bild hier, der dem Wirt eines benachbarten Restaurants auf Ibiza so gut gefiel, dass er uns diesen Drachen noch am selben Tag abkaufte. Was für Zeiten ..!
Nun sind wir also nach sehr, sehr vielen Jahren wieder hier: Diesmal sollte es wie eingangs schon erwähnt für die cosma wirklich nur ein "Katzensprung" sein von unserer Sonnen-Beobachtungsposition vor Malle bis hierhin nach Ibiza Stadt, wo wir anlegen wollen. Doch die Slot-Vergabe macht einen Strich durch diese Rechnung, denn planmäßig sollen wir erst um 11:30 Uhr anlegen.
Die Infinity-Poolfans lassen sich am frühen Morgen auf dem noch
ziemlich menschenleeren Deck den malerischen Sonnenaufgang nicht
entgehen, denn der findet tatsächlich auch heute trotz der
"unheimlichen Begebenheiten" gestern wieder ganz normal statt!
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Die Küste von Ibiza ist bereits ganz in der Nähe, als wir einen
durchsichtigen "Täuschungsversuch" der Brücke (?) auf dem Bord-TV
entdecken: Stellen die zur Beruhigung der ungeduldigen "Slot-Warter"
an Bord etwa ganz bewusst unsere Position falsch dar? Wenn man
nämlich die Schiffsposition um 08:59 Uhr auf dem TV vergleicht mit
der ganz normalen Google Maps Position auf dem Handy, dann behauptet
diejenige auf dem TV, wir wären noch ziemlich weit weg von Ibiza. Aber
glauben die auf der Brücke etwa, man kann die Passagiere täuschen, die
noch in der Kabine sind, die nur ihr TV-Bild gucken und draußen keine
Insel sehen ..? Nein, natürlich Blödsinn, vermutlich hat man auf der Brücke
nur die Schalte verpennt, denn schon eine Stunde (!) später stimmt
auch die Position auf dem Bord-TV wieder!
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Wir stellen fest, dass es eine Fähre ist, auf die wir wohl zuletzt
warten müssen. In der Zwischenzeit fällt bereits der Blick auf eine
Burg, die in der Morgensonne hoch über dem Hafen thront: Das
Castell d'Eivissa mitsamt der befestigten Oberstadt gehört seit
1999 zum UNESCO-Welterbe. Endlich können nun auch unsere Azipods am
Heck wieder die See um uns herum aufquirlen und wir wie üblich und
gekonnt (natürlich!
)
rückwärts zentimetergenau unser Hafenbecken ansteuern - sowie dicht
vor dem Kai und einem dort querliegenden Kahn unter den Augen des
herum schippernden Lotsenbootes schließlich festmachen ...
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Wir haben uns entschlossen, auch heute nur einen kurzen Ausflug in Richtung der nur 4 km vom Anleger entfernten Ibiza Stadt zu machen und auch wegen der schon fortgeschrittenen Uhrzeit sowie anderen Gründen auf irgendwelche Exkusionen zu verzichten. Als wir dem Gedränge vom Auschecken an Bord entkommen sind und schließlich vor dem Schiff stehen, sind wir wie vom Donner gerührt: Eine schier endlose Menschenschlange schiebt sich nämlich nun aus dem Schiff zu Fuß in Richtung eines noch nicht erkennbaren Ziels, es geht vor bis zu einer Treppe, die wiederum zu einem anderen langen Gang führt, der bis zum eigentlichen Hafenterminal reicht. Ein "Spaziergang", mit dem wohl niemand so richtig gerechnet hatte, der sich hier nicht auskennt; soviel zumindest konnte man der in der Schlange herrschenden Stimmung rundherum deutlich entnehmen ...
Wer dies aus nächster Nähe gesehen hat und auch die Bilder kennt,
die wir vom "Marsch der Inselschiffer" in Richtung Hafenterminal gemacht
haben, wird vermutlich verstehen, warum hier und heute
Zweifel an dem Sinn von Exkursionen aufkommen. Und man sich fragt, ob
nicht diejenigen, die auf unseren Bildern erkennbar gut gestimmt an
Bord verblieben sind, eigentlich vernünftig gehandelt haben.
Stattdessen aber gegen Mittag bei der üblichen drückenden Hitze
(Kapitän Möller: "von der Sonne verwöhnt"
) hier zu
teuren Exkursionen aufzubrechen, wie z.B. zu einem "Entspannen an
der Playa" (29 EUR), einem "halben Tag am Strand" (79 EUR), einem
"Strandtag" (99 EUR), einer Fahrt zu "Ibizas Dörfern" (55 EUR), zu
"Kajak- und Schnorchelabenteuern" um 13:00 Uhr (169 EUR) oder gar zu
"Offroadabenteuern auf Ibiza" (349 EUR), um ab 14:15 Uhr auf
irgendwelchen Quads durch die Gegend zu rasen? Nun, dazu sahen wir
eigentlich gar keinen Anlass mehr hier in der Mittagshitze. Wieviel
entspannter wirkten dagegen doch die im Teleobjektiv gut erkennbaren
Passagiere, die genüsslich im cosma-Pool verblieben waren
und von dort aus bester Beobachterperspektive eine endlose
Menschenschlange in Richtung Terminal strömen sahen ..?
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Eigentlich erweist sich auch dieser lange Fußweg bis zum
Terminal, der immerhin an anderen sehenswerten Kreuzfahrtschiffen
wie z.B. der SCARLET LADY vorbeiführt, als ziemlich sinnlos,
wie wir bald merken. Erneut sammelt sich nämlich eine Menschenmenge
vor dem Terminal und wartet nach Steuerung durch AIDA-Mitarbeiter
nun auf Busse, die einen nach Fahrkartenkauf in Richtung
Stadthaltestelle bringen. Die angesagten 4 km vom Anleger bis zur
City haben also tatsächlich einiges zu bieten, wenn man es genau
nimmt ..!
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Die kurze Busfahrt ermöglicht viele Ausblicke auf eine balearische Realität, die sich offenbar viele leisten und mit Sicherheit sehr viele nicht mehr leisten können, wie einige wenige Häuserpreise im Vorbeifahren zeigen. Auch diese Fahrt endet mit einem erneuten Fußmarsch: Jetzt von der Bushaltestelle bis hin zum Hafenbecken am Stadtrand, der zu Füßen des bereits erwähnten Kastells und der Oberstadt liegt.
Und nun? Nach allem eine Stadtbesichtigung? Zu Fuß? Bei dieser Hitze, von der Sonne verwöhnt? Nein, einziger Gedanke jetzt: Wo bekommt man hier und sofort ein kühles Bier? Und wo eines im Schatten, denn es gibt zwar etliche Lokale am Straßenrand, alle mit Sonnenschirmen und gut besetzt, aber will man nun schon direkt hier am Hafen schlappmachen? Wir gehen weiter durch einige Straßen, bis es etwas leerer wird und dann entdecken wir ein nettes Plätzchen an der Ecke des "Plaza de Parc", wo endlich ein Bier bestellt werden kann. Das kommt schon bald an den Tisch, kein besonders großes Glas, aber nur zum Teil gefüllt. Der Blick herum zeigt noch andere Tische mit ähnlichen Gläsern, sehr komischer Anblick, wenn man an bayrische Biergärten gewöhnt ist. Bei weiterem Herumschauen zeigt sich, was man offenbar als Nächstes bestellen muss: Ein explizit als groß ("grande") bezeichnetes Bier in einem Glas, das (fast!) einen halben Liter enthält. Und das ist sogar kalt und darauf ein "Prost!"
Nach ausgiebiger Bierpause folgt ein echter Kurzrundgang, der über den Plaza und zurück zum Stadtrand verläuft. Unterwegs finden wir auf dem Boden noch große Handabdrücke, die zu den "Manos de Ibiza" gehören, also den "Händen von Ibiza": Hierfür wurden die Handabdrücke von 15 Beschäftigten aus verschiedenen Wirtschaftszweigen der Insel genommen, die vom Stadtrat von Ibiza ausgewählt worden waren.
Dies muss heute reichen für die Erkundung "ibizanischer Kultur" und
so beschließen wir wieder die Rückkehr zum Schiff: Was für ein
grandioser Ibiza-Aufenthalt!
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Per Bus erreichen wir wieder das große Hafenterminalgebäude, von dem
wir komischerweise kein einziges Foto haben. Liegt es am
Gedränge, liegt es am speziellen Charme eines solchen Gebäudes?
Oder liegt es einfach nur daran, dass fast schon Stress aufkommt bei
dem Gedanken, dass wir für den heutigen denkwürdigen Ausflug noch
nicht einmal den obligatorischen "Souvenir Magneten des Tages"
haben? Zum Glück befindet sich im Hafenterminal (natürlich!) auch
ein Kiosk, an dem man sowas beschaffen kann: Mitten zwischen
Passagieren, die auch alle gleichzeitig an denselben drehbaren Souvenirständern
zu Gange sind, gelingt es, das gute Stück für den heutigen Tag zu
finden: Es trägt den schlichten Titel "Ibiza" und findet den
üblichen Platz auf dieser Seite oben rechts!
Die auch hier wieder ausgiebige Sicherheitskontrolle beim CheckIn
wird absolviert und das Endteil der Rückkehr kann beginnen: Der
"Lange Marsch" zurück zum Schiff ist nun fast schon die Krönung
dieses Ausflugs, die Aussicht auf Schiffe, Hafen, Leuchtturm,
Kastell und mehr lässt ein wenig die Hitze des Nachmittags
vergessen und die Kabine wartet. Wiedererkannt hat man hier auf der
Insel jedenfalls garnix - weiß der Teufel auch, wo genau wir vor
Jahrzehnten damals außerhalb der Stadt genau waren - Touren ohne Berichte im Explorer
Magazin hätte man eigentlich schon damals verbieten sollen!
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Zurück auf dem Kabinenbalkon können wir nun in Ruhe beobachten, wie sich das Schiff wieder zu füllen beginnt: Die Ameisenstraße vom Terminal bis zum Anlieger, die wir gut im Blick haben, füllt sich ständig neu mit ganzen Busladungen, die sich hier ergießen - offensichtlich waren die Ausflüge doch attraktiv genug für die meisten Passagiere, die vermutlich aber nicht alle wussten, was sie hier erwartet ...
Um
19:00 Uhr soll die cosma heute Abend wieder ablegen, immer noch kommen
aber vor diesem Termin weitere Rückkehrer an, wie wir recht bequem
von hier oben aus beobachten können. Je näher der Ablegezeitpunkt
jedoch rückt, umso schneller sind die Ameisen auf dem Laufsteg
unterwegs: Die beiden Letzten sind zwei eilige Mädels, gefolgt von zwei
ebenfalls letzten Mitarbeitern, die wohl im Terminal am AIDA-Ausgang
auf Posten waren ...
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Bevor die cosma ihren Liegeplatz (vorwärts!) verlassen kann, ist zunächst jedoch erneut Warten angesagt: Nicht nur eine der üblichen Fähren muss zuvor im Hafenbecken neben uns einparken, auch eine unglaubliche Menge kleiner und kleinster Boote und Schiffe stürmen noch vor unserem Bug vorbei, bevor der Schiffsriese endlich von der Stelle kommen kann. Auch nach dem Auslaufen scheint der Strom der zum Hafen eilenden Heimkehrer (?) nicht abzureißen - es ist eine gewaltige Flotte! Während wir ablegen, steigt vom hinter uns liegenden Ibiza Stadtgebiet eine große schwartze Rauchwolke auf: Der offensichtliche Brand dort scheint sich deutlich zu verstärken, während wir Fahrt aufnehmen. In den nächsten Tagen werden wir durch ibiza-heute erfahren, dass es sich um den an diesem Nachmittag ausgebrochenen Brand im Industriegebiet Montechristo von Ibiza Stadt handelt, der erst einen Tag später endgültig unter Kontrolle war.
Dem Abendessen folgt später das aktuelle Abendprogramm: Das
lassen wir uns in Teilen nicht entgehen und auch das nächtliche
Schiffsdeck muss später wieder nicht auf uns verzichten ...
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© 2026 J. de Haas

























































