Souvenir Magnet des Tages: Corsica AjaccioMontag, 10.08.26: Rundgänge in Ajaccio, Korsika, und mehr ...

Die Nachtfahrt der AIDAcosma in Richtung Nordost von Palma nach Ajaccio an der Westseite Korsikas dauert bis zum frühen Morgen: Schon vor 07:30 Uhr, dem geplanten Anlegetermin, ist von den noch recht menschenleeren Decks aus die bereits sonnige Küste zu erkennen. Die ganz frühen Besucher des "Infinity Pools" erleben heute Morgen eine herbe Enttäuschung: Statt Wasser finden sie in diesem Pool lediglich ein gespanntes Netz vor - etwa eine neue Sportart heute geplant ..?

Auch die Frühstückszeit ist heute trotz Küstennähe recht spät angesetzt: Als wir diesmal erneut im Yachtclub auftauchen, finden sich nahezu fast alle Plätze noch unbelegt - was für ein erfreulicher Anblick im Gegensatz zu gestern!

Auch die "Lanai Bar" am Heck von Deck 7 ist am heutigen Morgen so leer wie auf unserem Titel von 09/26 und diesmal gibt es sogar dort einen Schnappschuss ins Leere direkt am ewigen "Pappkamerad" Fotografen  vorbei ...

Korsika: Nicht zum ersten Mal werden wir bald auf dieser Insel sein: Der erste Bericht über Begegnungen mit der sogenanten "Insel der Schönheit" erschien bereits vor weit mehr als einem Jahrzehnt in unserem Magazin, er stammt aus dem Jahr 2010 von unserem damaligen Autoren Kurt Ohlendorf. Den wollten wir ebenfalls in jenem Jahr bei unserem damaligen Besuch auf der Insel treffen. Wie allerdings in unserem Bericht über die Tour Frankreich 2010 und die Fahrt nach Korsika festgehalten ist, wurde aus diesem Treffen nichts, unter anderem wegen einem Streik, der zu dieser Zeit für eine enorme Sprit-Knappheit auch auf der Insel sorgte und uns dort heftig traf ...  

Ebenfalls mit Korsika hatten wir uns schon vor vielen Jahren bereits in unserem (Rot-)Weinkeller befasst - würde vielleicht unser aktueller Aufenthalt hier die Gelegenheit bieten, zur weiteren Information mehr zu trinken ..?

Infinity Pool leer: Netz statt Wasser ... Der Lotse naht ... Wann geht´s hier heute los ..?
Land in Sicht ... Viel Durchblick nach unten ... Anlegen angesagt: Schrauben bei der Arbeit ...
Ajaccio sorgt für Postkartenidylle ... Sonne für den Fotografen ...
Was ist los? Leerer Yachtclub? Hier kann man sich mal frei bewegen ... Tag für Tag fotografiert er stets dasselbe ...

Als wir nach dem Frühstück wieder kurz in die Kabine zurückkehren, erwartet uns eine Überraschung, mit der wir heute nun wirklich nicht im Geringsten gerechnet hatten und die uns jetzt trifft wie der Blitz: In den Kabinenmitteilungen wird uns mitgeteilt, dass wir als Kandidaten ausgewählt wurden und uns somit am Nachmittag beim StudioX zum "Wer weiß denn sowas!"-Quiz einfinden sollen!

Sowas um diese Zeit ist nicht für jeden bekömmlich, vor allem dann, wenn man sich hat breitschlagen lassen, großkotzig als "Mega-Quizzer" aufzutreten! Was für ein Humbug, und noch dazu selbst schuld! Aber es hilft alles nichts, eine kurze Erklärung des Spiels für den Chronisten ist somit fällig, ein Durchschnaufen mit "Nun denn" und eine anschließende Planung des folgenden und sicher überschaubaren Ausflugs in die Umgebung vom Hafen Ajaccio ...

Irgendwann legen wir schließlich an und die Masse von Passagieren muss nun "ausschiffen", wie dieser Vorgang wohl genannt wird ...

Die Organisation an Bord ist allertdings darauf perfekt vorbereitet: Wie schon zu Beginn der Reise beim "Entern" des Schiffes wird jeder Passagier an der Gangway anhand seiner Karte gescannt. Eine Art "Passfoto" hatte man von uns bereits beim "Einschiffen" angefertigt, so dass man anschließend gut im digitalen Bord-"Gefängnis" geparkt war. Aus diesem wird man nun zum Land(frei)gang durch erneutes Scannen wieder ausgebucht. Jederzeit kann man somit an Bord feststellen, wer vor Ort ist und wer vielleicht nicht zurückkommt ...

Die Radtouren können beginnen ... Die AIDAcosma hat ihre Augen überall ... Der Hochhauskomplex wird vorübergehend geräumt ...
Saubermänner bei der Arbeit ... Hier zeigt man nicht nur seine Beiboote ... Übriggeblieben von letzter Nacht ..?

Außen am Schiff ist man bereits dabei, von einem kleinen Boot aus den Rumpf der cosma in Wasserhöhe abzuspülen und zu säubern, offenbar ist man bemüht, dass von außen nichts Ungutes in diesen Hafen eingeschleppt wird, was immer man hier auch abwaschen mag. Nebenan liegen diverse Yachten derer, denen man bereits von Weitem ansieht, dass sie mit dem normalen Passagier-Massenpublikum nun wirklich nichts zu tun haben (wollen): Den dort an Deck ausgiebig frühstückenden Personen ist anzumerken, dass sie sich in anderen Sphären befinden als gewöhnliche AIDA-Passagiere ...  

Auf einem Boot daneben, das offensichtlich nicht aus diesen Kreisen stammt und wohl auch für Passagiere vorgesehen ist, liegt ein (vom Abend übrig gebliebener?) Mann, der keine Reaktion auf Vorbeigehende zeigt: Der Grund dafür war hoffentlich nur Müdigkeit oder Flüssiges und nichts Ernstes, aber wir haben ihn vorsichtshalber mal verpixelt ...

Vor der cosma, die sich wahrhaft turmhoch vor einem aufbaut, wurde bereits eine Riesenmenge von Fahrrädern gestapelt, die nun von Passagieren aufgesucht wird, die einem schon vorher auf den Gängen mit Helmen und Rucksäcken aufgefallen sind - eine entschlossene Menge von Radlern macht sich offensichtlich auf zu einer der nicht gerade billigen vorgebuchten Exkursionen an diesem Reiseziel.

Wir planen kein derartiges Event, sondern wollen vor allem eines: Hier alles ruhig angehen lassen und zunächst nur einen Bummel zu Fuß in der hafennahen Umgebung der Inselhauptstadt Ajasccio zu machen - einem Ort, den wir bei unserem letzten Aufenthalt auf der Insel vor zig Jahren so schnell wie möglich mitsamt unserem Explorer verlassen hatten, um Richtung Süden zu fahren - war eigentlich ein sehr schöner Trip damals ..!

Die drückende Schwüle und Windstille, die uns während der gesamten Tour mit der cosma auch weiter begleiten wird, sorgt heute für ein sehr reduziertes Fußgängertempo: Es geht leicht bergan, nachdem man die Verkaufsbuden am Hafen passiert hat und dem dichten Verkehr dort entronnen ist.

Durch diese Buden sollst du gehen ... Straßenschluchten ... In Ajaccio stimmt das Stadtbild ...
Gedenken an Pascal Paoli ... ... und an Danielle Casanova ... Ihr Geburtshaus ...

Sehr schnell kommt man dabei an historischen Ecken an: In der Nähe eines Denkmals für den Revolutionär und Widerstandskämpfer Pascal Paoli steht man unvermittelt auch vor dem Geburtshaus von Danielle Casanova, ebenfalls einer Widerstandskämpferin der Resistance und Ehefrau von Laurent Casanova. Nach einem verblüfften "Donnerwetter, der ist auch von hier?" stellt sich aber schnell heraus, dass beide nichts mit dem berühmten Abenteurer aus Venedig zu tun haben und dieser Name im italienischen und korsischen Raum relativ verbreitet ist.

Nachdem das geklärt ist, steht man bereits vor dem nächsten beeeindruckenden Ambiente, einer historischen Befestigungsanlage, die einst Ajaccio vor Angriffen von See aus schützen sollte. Es ist die berühmte Zitadelle Ajaccio: Bis vor zwei Jahrzehnten wurde die Anlage noch von den französischen Streitkräften genutzt, mittlerweile ist das Gelände im Umbruch, und zwar zu einer Umgestaltung in einen neuen Kulturraum.

Man ahnt bereits beim kurzen Rundgang, wie das frühere Leben der Soldaten hier wohl gewesen sein muss, wenn man auf ehemalige Waschgelegenheiten und Bereiche für "Bedürfsniserledigungen" stößt. Eindeutiges Fazit: Muss man nicht dabei gewesen sein ... Für Touristen wie uns ist alles ausführlich beschildert, sogar die englische Sprache wird den Nicht-Franzosen angeboten. Die ehemalige Belegung der Festung wird auf Schildern gezeigt, ebenso die künftigen Bauvorhaben. Genutzt wird das Gelände offenbar aktuell von vielen in der Freizeit. Das weiter unten im Gemäuer gerade zu sehende Boxtraining zweier junger Männer nutzt man gerne kurz zur Unterhaltung und zum Verweilen in der Bruthitze ...

Die Zitadelle: Trutzige Befestigungsanlage ... Wie war die Zitadelle einst belegt? Heute kann man hier Boxen trainieren ...
Das Zitadelle-Lokal noch wenig besucht ... Hier muss man sich heutzutrage nicht mehr waschen ... Weitere Infos zur Zitadelle
Napoleons Geburtshaus ... Hier erfährt man mehr ... ... und hier steht er noch heute ...
Hier ist es? Kaum zu glauben, oder? In der Oratoriums-Kirche ... Nach Napoleon einen guten Schluck auf ihn!

Irgendwann geht es schließlich weiter, zum Glück gibt es nicht nur Erinnerungen an Widerstandskämpfer und Soldaten in Hafennähe, sondern nun auch das Geburtshaus eines wesentlich wichtigeren Mannes der Weltgeschichte und somit ein Muss für Besucher: Kein langer Fußweg ist es zum Geburtshaus von Napoleon Bonaparte, das offensichtlich jeder Tourist in Hafennähe gesehen haben muss. Also heißt es hineinschauen in einen Verkaufsraum, wo eine lebensgroße Büste des Helden aufgestellt ist. Vor dem Haus stehen Touristen, die auf das unscheinbare Gebäude blicken oder es von der Straße daneben aus bestaunen und sich offenbar auch zu fragen scheinen, warum man sich das eigentlich anschaut. Denn außer etlichen schwitzenden und ratlosen Gesichtern der Besucher ist in dieser Hinsicht an dem Haus nur wenig zu erkennen ...

Kurz durchflutet vom erhebenden Moment, eine Napoleon-Büste gesehen zu haben, schauen wir unmittelbar daneben noch kurz in eine katholische Kirche der Altstadt hinein, das Oratoire Saint-Jean-Baptiste. Wir erfahren, dass es im Jahr 1565 errichtet wurde und Sitz der für die Krankenversorgung Bedürftiger tätigen Bruderschaft von Saint-Jérôme und Saint-Jean-Baptiste war. Naheliegend wohl, dass mehrere Mitglieder der Familie Bonaparte auch in dieser Kirche getauft wurden. Mit der Französischen Revolution erfolgte die Umwandlung in einen Ballsaal und das Gebäude wurde erst nach dem Konkordat von 1801 wieder kirchlich genutzt - was man alles so erfährt unterwegs ..! 

Nach so viel trockener Historie an diesem heißen Tag ist es nun aber endlich Zeit, irgendwo einzukehren: Wir entdecken ein kleines Straßenlokal mit ein paar Tischchen davor in der Fußgängerzone: Als der Wirt merkt, dass bei uns am Tisch auch Französisch gern gehört wird, läuft er kurz zur Hochform auf und wir bekommen schnell einen Wein empfohlen. So klein das Lokal auch hier außen wirkt, so anders scheint es aber im Inneren zu sein: Das "Le 20 heures vin ajaccio" ist in dieser Straße schon eine angesagte "Nummer".

Wir bekommen die zwei Sorten Rotwein vorgestellt, die auch im Glas angeboten werden und nehmen die jetzt auch auf in unserem "historischen" Korsika-Weinkeller, der noch zu AOC-Zeiten entstand. Bevor die EU in ihrem bekannten Vereinheitlichungswahn aus dem französischen "AOC" ein "AOP" machte, was aber dasselbe bedeutet, nur eben in der EU ...

Wir genießen die Pause in der Fußgängerzone mit unserem Glas Wein und dem Imbiss, während wir den vorbei flanierenden Touristen zuschauen, die das Areal bevölkern. Wie viele davon mögen wohl von der cosma sein? Wir werden es nicht erfahren ...

Am Rathaus von Ajaccio ... Imbiss mit Rotwein muss sein ... Rundfahrt mit der Bimmelbahn gefällig?
Zurück beim Schiff ... Resistance muss sein ...

Da wir am Nachmittag noch einiges als "Mega-Quizzer" vorhaben, machen wir uns langsam auf den Weg zurück zum Schiff. Als wir unseren "Souvenir Magneten" für diesen Tag "CORSICA AJACCIO" kaufen (siehe oben), fährt plötzlich eine Bimmelbahn an uns vorbei, mit der man vielleicht auch eine Rundfahrt in der Umgebung machen könnte. Doch dieses Vorhabnen erledigt sich sehr schnell von selbst, als wir die Riesenschlange an der Kasse und den Fahrplan sehen, die für uns nicht in Frage kommen. Also zurück zum Schiff! 

Auch dorthin geht es wieder vorbei an einem Resistance-Denkmal, was für Korsika wohl von elementarer Bedeutung ist. Danach wartet nur noch die wieder ausführliche Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich sowie das Wiedereinchecken an Bord. Schon bald sind wir wieder im Biergarten zu finden - das Außendeck vom Brauhaus ist halt ein gern angesteuerter Ruhepol am heutigen Nachmittag, mit Blick auf die See und Fensterputzer, die über uns an der Schiffsfassade entlang gleiten ...

Endlich wieder im Biergarten! Hightech-Scheibenputzer bei der Arbeit ... Besichtigungstour um die AIDAcosma?

Allzu lang ist die Ruhepause nicht, wir müssen als "Quizzer" zum StudioX! Man staunt ziemlich, als sichtbar wird, wie viele Leute schon um diese Zeit vor dem Fernsehstudio stehen und schließlich Einlass bekommen in das geräumige Areal. Es sind sicher noch nicht die möglichen 500 Leute, die  hier untergebracht werden können, aber die stattliche Menge beeindruckt auch so schon. Während wir noch vor dem Eingang warten, bemerken wir eine Frau, die sich mit einem jungen Mann ebenfalls vor dem Eingang aufhält und bereits nervös nach irgendwas Ausschau hält: Etwa unsere Gegner in diesem Quiz?

Es dauert eine ganze Weile, bis endlich jemand von der Studio-Organisation erscheint und uns als Kandidaten begrüßt. Auch die Moderatorin, die an Bord alle derartigen Veranstaltungen im StudioX leitet, begrüßt uns und bemüht sich sofort, für eine gelockerte Stimmung zu sorgen. Das gilt auch für das bereits erspähte Paar, das sich als Mutter und Sohn entpuppt und tatsächlich unser Gegner sein wird.

Wir nehmen an unseren Tischen vor den Mikrofonen und mit Kopfhörern Platz und es heißt: "Spot an!" Im grellen Scheinwerferlicht und dem irgendwie dunstigen Studio sind einzelne Zuschauer im Publikum von unserem Platz aus nur schwer zu erkennen. Positive Reaktionen im Publikum kann man aber schon vernehmen, als die Moderatorin erfreut über gute Stimmung mit der gegenseitigen Vorstellung beginnt, bei der bereits zahlreiche passende Sprüche möglich sind - na läuft doch gut an, denkt man sich!

Und bestens läuft es auch weiter, das Publikum honoriert offensichtlich, wenn man das Ganze nicht allzu ernst nimmt und mit ausreichend Humor bringt. Entgegen besseres Wissen versemmeln wir allerdings ausgerechnet die erste Frage, fängt ja gut an! Es heißt nun sofort besser werden und das gelingt auch. Alle möglichen und unmöglichen Fragen werden nach kurzer Diskussion und einer Menge von Lachern im Publikum beantwortet, eine nach der anderen von uns ziemlich richtig: Egal, ob es um den Weltraum geht, um Schafshaare in der Wäsche oder sogar Kartoffeln. Diese verwendeten nämlich die Inkas in den südamerikanischen Anden zur Zeitmessung, denn die gängige Zeiteinheit war die Dauer, die man brauchte, um eine Kartoffel zu kochen. Wer sowas wusste, lag schließlich deutlich vorn und das waren wir ..!

Hart erspielt: Eine Badeente für den Kapitän! ... und kaum zu glauben: Endlich mal ein AIDA Modell!  ;-))

So gewinnen wir zuletzt tatsächlich dieses "Mega-Quiz" mit gutem Vorsprung vor Mutter und Sohn und bekommen dafür sogar eine Siegprämie: Wir erhalten AIDA-Seife, eine AIDA-Badeente und ausgerechnet: Ein AIDAcosma-Modell (!) im Glasblock - was also will man mehr ..! Und noch was!? Es gibt sogar beim Verlassen des Studios Lob von Zuschauern, denen unser launiger Auftritt sehr gefallen hat, wie wir hören. Und man glaubt es kaum: In den nächsten Tagen trifft man jemand davon erneut und wird begrüßt, auch fragt Tage später sogar ein Passagier im Fahrstuhl, ob wir nicht die seien, die "so viel wussten"?

Nun ja, auch auf einem solchen Schiff sitzen offenbar Leute am späteren Nachmittag ausgerechnet vor dem Bord-TV und so gibt es dann scheinbar auch ganz kurze Wege zur Berühmtheit ..!  


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