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  Neuseeland 2004

Post aus dem Paradies - ein Erinnerungsbericht ...


Wir schreiben das Jahr 2004, die Gerd-Show läuft auf vollen Touren, Sankey II nimmt langsam Gestalt an, kurzum das Leben plätschert so dahin, als uns im Frühsommer unerwartet Post aus dem Paradies erreicht: Selbstverständlich sehen derartige Zustellungen anders aus - ungewohntes Format, viele Briefmarken, relativ schwer. 

Nichtsdestotrotz war der Inhalt eher allgemeingültiger Natur: Sie haben am .... um .... Uhr in Z die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, was durch eine automatische Kamera dokumentiert wurde. Bitte überweisen Sie den geforderten Betrag von 62 NZD bis zum ... tja, und das war der Haken. Die gesetzte Frist war gerade abgelaufen! Eigentlich logisch, schließlich erwartet kaum ein Mitmensch das Paradies hinter dem nächsten Hügel. Post von dort ist entsprechend lange unterwegs. Also ab damit in die Rundablage ...

In der Folgezeit erhielten wir weitere Aufforderungen doch nun endlich unsere Schuld zu begleichen, die, mit zunehmender Zeit höher wurde und durch Androhungen von Unannehmlichkeiten (Lohnpfändung, Pfändung des Fahrzeuges, ersatzweise Pfändung des Vermögens bzw. des Besitzes oder Haft) untermauert wurde.

Leider waren auch bei den danach folgenden Sendungen die genannten Fristen nicht einzuhalten. Anzumerken bleibt die Tatsache, dass alle Schriftstücke sehr objektiv, unter Vermeidung abschätzender Äußerungen in feinstem Oxford-Englisch abgefasst worden waren. Denn sie kamen allesamt aus Wellington, New Zealand, vom anderen Ende der Welt ...

Dort, auf der Nordinsel, waren wir zwar niemals, aber die Südinsel war durchaus unser damaliges Reiseziel. Spätestens jetzt sollte ein Blick bei Google Earth für Klarheit sorgen: Dieses Paradies liegt, von hier aus betrachtet, zweigeteilt am Ar... der Welt!

Nicht unbedingt das Reiseziel für einen kurzen Aufenthalt, aber die Möglichkeit, während unseres Frühjahres dennoch den Resturlaub des vergangenen Jahres im südlichen Sommer verbraten zu können, war Anlass genug! Ausschlaggebend für unseren Entschluss war jedoch die Möglichkeit, unsere langjährigen Freunde Sal und Lisa aus den USA während ihrer Hochzeitsreise treffen zu können.

Also, Urlaub genehmigen lassen, ab ins Reisebüro und Tickets buchen. Nun, Bremen / Christchurch war zwar nicht im Angebot, wohl aber andere Nichtdirektflüge. Wir entschieden uns für die Verbindung Bremen / Hamburg / London / Bangkog / Sydney / Christchurch und zurück mit allen Unwägbarkeiten und waren hoffnungsfroh, diese Ausdauerprüfung im Sitzen irgendwie zu überstehen, wenngleich die bevorstehenden Flugstunden in der Economy Class durchaus Sitzfleisch abverlangten. Aber da es im Land Rover bekanntlich ähnlich unkomfortabel zugeht, waren wir noch zuversichtlich. Und wahrscheinlich wegen der Zwischenstopps würde es wohl auch durchaus auszuhalten sein ...      


Die Reise in der Übersicht:


© Text/Bilder 2007 Kurt Ohlendorf       

    

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