Frankreich  Burgund 2009

Wein, Wein, und noch mehr Wein ...


Anreise ...

Auf unserer Tour entlang des 48. Breitengrads sind wir im Jahr 2008 auch durch das Burgund gereist: Überall am Straßenrand gab es seinerzeit Schilder mit Weinangeboten zu sehen und in der unmittelbaren Nähe auch Touristen mit glücklichem Gesichtsausdruck, die schwerbeladen mit Weinkartons ihre Wohnwagen und Zelte aufsuchten. Bei der einen oder anderen Weinprobe wurde uns jedoch schnell klar, dass man dort oft kaum Tropfen findet, die dem Ruf des Burgunders und dieser berühmten Weinregion Frankreichs gerecht werden ...

Leider hatten wir damals nicht genug Zeit, dem Geheimnis eines guten Burgunders weiter nachzujagen. Aber nun ist es endlich soweit: Im November 2009 brechen wir erneut zu einer Kurzreise ins Burgund auf, diesmal aber unter der Leitung von Weinreisen Rettich.

Die Beschreibung der Reise hatte den Ausschlag für diese Tour gegeben: Neben Wissenswertem zum Burgunder sollen wir vor Ort Grand Cru und Premier Cru schlürfen dürfen und auch ein Abend in Gesellschaft von alten Flaschen (keine abgehalfterten Politiker! ) steht auf dem Programm.

Die Anreise machen wir in zwei Etappen. Erstes Ziel ist die Stadt Belfort, die passender Weise in der so genannten Burgundischen Pforte der Region Franche-Comté liegt. Erwartungsvoll machen wir uns auf den Weg zu dieser verlängerten Wochenendreise ... 

Weitläufige Zitadelle ...

 Eine geschichtsträchtige Stadt erwartet uns, die von einer gigantischen Burganlage beherrscht wird - vom Jahr 1220 an bis 1900 wurde sie immer weiter ausgebaut, umgebaut und erweitert. Die Stadt ist in die Befestigungsanlagen integriert worden, was man an den noch zahlreich vorhandenen Wehrtürmen und Wehrmauern erkennen kann.

Im Zentrum des Ortes befindet sich das Hotel Vauban, benannt nach einem der Erbauer der Festung. Es ist ein kleines Hotel, das jedes Zimmer individuell eingerichtet hat. Im Internet kann man jedes Zimmer besuchen und buchen. Die Wände sind liebevoll mit zahlreichen Gemälden regionaler Künstler geschmückt.

Von hier aus brechen wir auf zu einem Rundgang durch die befestigte Stadt, vorbei an der großen Markhalle, die leider heute geschlossen hat.

Weiter geht es zur gigantischen Zitadelle Belfort: Der Blick von oben zeigt das gewaltige Ausmaß der Anlage und Gedanken an militärischen Größenwahn kommen zwangläufig auf bei der Betrachtung ...

Die beiden Weltkriege hat die Anlage unbeschädigt überstanden. Im Hof erinnert ein "Sherman Tank" mit Namen "Cornwall" an Leutnant Martin, der am 21.11.1944 bei der Befreiung Belforts von den Deutschen in diesem Panzer sein Leben verlor.

Man kann lange Zeit durch die Zitadelle streifen, das dort ansässige Museum besuchen und den gewaltigen Löwen von Belfort besuchen, der sich an die Festungsmauer lehnt. Im 19. Jahrhundert wurde er von Bartholdi gehauen und soll an die Opfer des Widerstands der Stadt im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 erinnern. Bemerkenswert, dass sich der französische General bei der Belagerung durch Bismarcks Truppen einfach nicht ergeben wollte und erst 21 Tage nach dem Waffenstillstand von der französischen Regierung zur Kapitulation gegenüber den Deutschen gezwungen wurde ...    

Das Wahrzeichen von Belfort: 22 m lang und 11 m hoch wacht über der Stadt Bollwerk der Kriegskunst - oder Bollwerk des Größenwahns?
Vor dem Museum: Der Sherman Tank Spaziergang duch die Stadt ...

Nach so viel Geschichte empfiehlt sich in der Stadt eine Stärkung mit einem Gläschen Rotwein und kleinen Pastetchen.

Der Rest des Abend verläuft dann eher kurios: Bei einem Marokkaner gibt es köstlichen Couscous, aber in dem strikt mohammedanischen Lokal gibt es keinerlei Alkohol im Ausschank, dafür aber köstlichen Tee - und das am ersten Abend in Frankreich bei einer Weintour ...

Zum Ausgleich landen wir danach im nahegelegenen Irish Pub, wo zufällig ein Spiel der Champions League übertragen wird: Das Schicksal will es, dass wir uns ausgerechnet die Niederlage des FC Bayern gegen den FC Girondins Bordeaux anschauen müssen. Und es versteht sich da wohl von selbst, wenn das so fern der bayrischen Heimat heute Abend nur mit dem einen oder auch anderen Pint of Kilkenny zu ertragen ist ...

Die weitere Tour:


Hinweis: In diesem Bericht sind hinter den umrahmten anklickbaren Bildern abweichende Großbilder hinterlegt!


© 2010 Text/Bilder Sixta Zerlauth