Mit dem  EXPLORER MAGAZIN "unterwegs":

  Ägypten 2008 / 2009 -

oder: Wirtschaftsflucht nach Kairo ...


Zur Vorgeschichte ...

Durch verschiedene Entwicklungen und Lebensentscheidungen bin ich seit 2006 "zwangsselbständig". Das ist der einzige Ausweg in Deutschland für einen Arbeitnehmer jenseits der Fünfzig. Die Konsequenz war eine Selbständigkeit in meiner Kernkompetenz Unimog. Mit hohem handwerklichem Anspruch und lausigen kaufmännischen Fähigkeiten entwickelte sich UNIMURR zwar sehr positiv für Ruhm und Ehre, in Bezug auf die Euros aber eher bescheiden ...

Meine Frau, eine diplomierte Biologin, hat in diesem Lande nach zehnjähriger Kinderpause mit drei großgezogenen Kindern beruflich keine Chance mehr. Alternativ hat sie sich als Lehrerin für Biologie und Chemie im Quereinstieg versucht an einem Privatgymnasium mit patriarchischem Schulleiter, großem Erfolg bei den Schülern und einer unanständigen Entlohnung.

Im Laufe der Bemühungen um eine berufliche Verbesserung und den daraus resultierenden zahlreichen Bewerbungen tauchte auch ein Angebot der Deutschen Evangelischen Oberschule Kairo (DEO) im Jahre 2007 auf. Das Bewerbungsgespräch verlief positiv, eine Anstellung scheiterte allerdings an der fehlenden Lehrerfahrung.

Im Jahre des Herrn 2008 wiederholte sich das Prozedere nun mit einem noch positiveren Gespräch mit den verantwortlichen Schulleitern, da inzwischen meine Frau auf eine zweijährige und vom bayrischen Kultusministerium anerkannte Lehrbefugnis zurück greifen konnte.

Das Rennen machte leider eine Biologielehrerin mit zweitem Staatsexamen: Diese Dame entschied sich jedoch anders und zog über Pfingsten ihre Bewerbung zurück. Da ich den Eindruck hatte, dass das Kollegium in Kairo meine Frau Petra wollte, war nun der Weg frei.

Es ist in unserem Lande leider inzwischen so, dass eine kinderreiche Familie von einem Normalverdiener allein nicht mehr zu ernähren ist und bei der kleinsten beruflichen Unregelmäßigkeit ganz schnell finanzielle Schwierigkeiten drohen.

Für uns als "abenteuerliche" Familie brauchte es deshalb keine lange Überredungskunst bezüglich unserer Zusage: Am 5. Juni unterzeichnete Petra den Vertrag und stellte damit die Weichen der Familie Murr in eine ungewisse Zukunft. Mein wichtigstes Anliegen, die schulische Entwicklung meiner Kinder, schien gewährleistet: Die Schule unterrichtet in Deutsch nach dem Lehrplan von Baden-Württemberg. Als wüstensüchtiger "Saharien" habe ich die Unterzeichnung deshalb nicht behindert, ganz im Gegenteil ...


Soviel zur Einleitung von Autor Franz Murr zu einem der ungewöhnlichsten Berichte, die wir je in unserem Magazin hatten. Als sich die Familie Murr schließlich Anfang August 2008 auf den Weg macht, nach Kairo umzusiedeln, beginnt ein Abenteuer, das vermutlich nicht allzu viele auf sich nehmen würden.

Alle Brücken in Deutschland abzubrechen und sich in eine ungewisse Zukunft und eine Gegend zu begeben, in der viele andere Landsleute nicht einmal Urlaub machen würden, ist sicherlich ein so spannendes und zugleich ernüchterndes Unterfangen, dass es sich allein deshalb bereits lohnen würde, davon zu erzählen. Wenn allerdings die ganze Geschichte dann auch noch mit so viel Beobachtungsgabe, Liebe zum Detail und tollen Bildern erzählt wird, wie im Folgenden von Franz Murr, dann werden hier für uns mehr als anschaulich Erfahrungen zusammen gestellt, die wir in dieser Form auf ähnliche Weise kaum intensiver "miterleben" könnten.

Begeben wir uns also gemeinsam mit der Familie Murr auf die Reise in eine so gänzlich andere Welt als die unsrige: Mit Erstaunen und vielleicht sogar leichtem Gruseln auf die "Wirtschaftsflucht nach Kairo" ...


Stationen eines neuen Lebens ...


Auftakt ...

Transit, oder: Ein Lehrstück, wie man fahrende Touristen ausnimmt

Vom Versuch, in Kairo zu leben, oder:
Welcher Schwachkopf kam eigentlich auf die blödsinnige Idee, nach Kairo zu gehen ..?


© 2008-2009  Franz Murr    
        


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