Mit dem  EXPLORER MAGAZIN "unterwegs":

Winter Tipi Lager 2011

- Das Original: Die Fortsetzung! -


Nach dem Treffen ist vor dem Treffen ist nach dem Treffen ... die Erfolgsgeschichte geht weiter!

Kaum war das erfolgreiche Treffen in 2010 vorbei, wurde im Forum auch schon das nächste angedacht. Und da so viele begeistert waren, sagten noch ein paar mehr ihre Teilnahme für das nächste Mal zu. Das Wetter wiederholte auch den Zyklus des letzten Jahres, erst Schnee und Kälte satt, dann Tauwetter und gar schon leichte Vorboten des Frühlings.

Der Anreisetag 17. Februar rückte näher und hier bei mir im bergischen Land schien es tatsächlich so, als wäre der Winter schon Geschichte. Es war mild, die Vögel hatten anscheinend auch schon auf Nestbau geschaltet und am Himmel zogen mehr Rückkehrer-Kraniche als Wolken ...

Ein paar Tage vor dem entscheidenden Datum kam aus der Lüneburger Heide die erlösende Nachricht: Der Winter war plötzlich zurück und überzog zumindest Norddeutschland noch einmal mit Frost und Schnee. Am Freitag, dem Abreisetag, lagen gut deckende 10-15 cm Schnee und der noch anhaltende Dauerfrost versprach ein Treffen wie man es sich wünscht - "Winter" Lager halt. Keine Gefahr des Einsinkens im matschigen Boden, alles bleibt schön trocken und sauber. Wunderbar!

Die Anfahrt nach Munster Kreutzen war in diesem Jahr dank trockener Straßen und fehlendem Niederschlag problemlos, und zu meiner Verwunderung fanden sich erst eine knappe halbe Stunde vor Ankunft die ersten Schneeflecken in der Landschaft. Dann aber wurde es mehr und mehr und als ich in den Weg einbog, der zum Lagerplatz führte (es war wieder der Außenplatz des Campingplatzes "Zum Oertzewinkel"), war der diesmal zwar schneefrei, aber die Wiesen und Flächen ringsum waren alle gleichmäßig und lückenlos mit Schnee bedeckt.

Die Temperatur lag deutlich unter dem Gefrierpunkt und ein leichter Wind machte es gefühlt noch kälter. Da half nur Bewegung: Also raus und die schon Anwesenden begrüßen. Es waren noch längst nicht alle angekommen und so hatte ich die Qual der Wahl für meinen Lagerplatz.

Es gab keine "Lagerordnung" , außer dass man halt für das gemeinsame "Versammlungsfeuer" einen zentralen Platz freihalten sollte. Jeder konnte sein Zelt so hinstellen wie er wollte, und so entstand nach und nach wieder ein kleines Zeltdorf aus den verschiedensten Zelttypen. Einer der ganz Harten schlief gar in einem Hammok, einer mit Tarpdach versehenen Hängematte ganz ohne Zelt ..!

Als ich mich eingerichtet hatte (diesmal ohne vorheriges Freischaufeln, es reichte ein wenig den Schnee platt zu trampeln), fiel mir auf, dass es in diesem Jahr anscheinend mehr Lavvus gab. Aber vielleicht kam mir das auch nur so vor. Und was noch auffiel: Es gab nun einen echten Schilderbaum!

Da es am Anreisetag noch kein "Programm" gab, bestand der Rest des Tage daraus, sich endgültig einzurichten. Den Ofen zu schüren und alte und neue Bekannte zu treffen - "Klönschnacken" wie die Nordlichter sagen. Es blieb genug Zeit, um mal wieder gegenseitig die Ausrüstung zu inspizieren, andere Zeltvarianten kennen zu lernen und natürlich das große Thema Zeltöfen zu vertiefen. Ich hatte nun auch meinen neuen Zeltofen dabei, der mit Sichtfenster für ein völlig neues feeling im Zelt sorgt. Die Idee dazu war ja beim letzten Treffen aufgekeimt. Und so hatte ich auch reichlich Besuch, um den Ofen herzuzeigen und gemeinsam zu fachsimpeln.

Dazu kamen dann die diversen Kocheinlagen, um das Abendessen zuzubereiten. Einige nutzten den Service eines vorbestellten Essens für den ersten Tag in der Gaststätte des Campingplatzes, die anderen wie gehabt die unterschiedlichsten Kochstellen, Öfen und Hobo-Konstruktionen.

Der erste Abend klang dann am obligatorischen zentralen Feuer aus: Einige ganz Harte hielten es trotz der Temperaturen, die sich im Bereich um die -5°C hielten, bis weit nach Mitternacht aus ...

Am nächsten Morgen erwachte das Lager so nach und nach: Die Rauchrohre der Zeltöfen qualmten um die Wette und die Morgenkaffees und Tees wurden aufgebrüht. Eine kleine Reminiszenz an die Zivilisation: Heute Morgen brachte der Betreiber des Camping Platzes frische Brötchen ins Lager. Einem anständigen Frühstück stand nun nichts mehr im Wege!

Albert Dörp von Absolut Canoe (Anm. der Red.: Bei uns bereits bekannt durch seinen Beitrag Deutschland 2009 - Biber, Otter, Atkinson)  hatte auch diesmal wieder ein "Programm ohne Programm" erdacht. Soll heißen, wer mag macht dies oder eben das. Und das war in diesem Fall die Möglichkeit einer Kanutour auf der Gerdau, einem nahe gelegenem Fließgewässer, und/oder die Teilnahme am Bogenschießen. Albert hatte einen Kanuanhänger mitgebracht und so konnten einige Boote zusammen transportiert werden, was die Zahl der nötigen Fahrzeuge reduzierte ...

Das Bogenschießen hatte schon im letzten Jahr großen Anklang gefunden. Leider auf Grund der großen Schneemengen und fehlendem Fangnetz aber nur in etwas reduzierter Form: Der Pfeilverlust wäre einfach zu groß geworden.

Albert hatte nun einen Mitarbeiter von Wildnissport, der auch die kleine Bogenevent Firma Bogenfreund.de betreibt, begeistern können. Der hatte einen kleinen Schießstand mit Pfeilfangnetz sowie Scheiben und natürlich genug Anfängerbögen und Pfeile bereit gestellt. Ich steuerte dazu noch acht 3D-Ziele bei, und zusammen ergab das nun die Möglichkeit, einen sicheren Schießplatz zu erstellen mit der Wahlmöglichkeit auf Scheiben oder eben auf die 3D-Attrappen zu schießen.

Nachdem sich die paddelwillige Truppe auf den Weg gemacht hatte, fanden sich so nach und nach die Interessenten, natürlich allen voran die Kinder, zum Bogenschießen ein. Von etwa 10:30 Uhr bis zum Beginn der Dämmerung gab es dann am Schießstand das volle Programm. Der stetige kalte Ostwind und Temperaturen weiterhin deutlich unter Null Grad schienen aber besonders den Kindern nicht das Mindeste auszumachen.

Wir hatten alle Hände, Augen und Ohren in Aktion, um die Begeisterung der Kids in sicheren Bahnen zu halten ...

Auch die Erwachsenen hatten viel Spaß und so mancher schien dabei eine neue Leidenschaft entdeckt zu haben. Selbst einige der vom Paddeln zurückkehrenden und sicher gut durchgefrorenen Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, auch ihr Glück beim Schießen zu versuchen. Wildnissport hatte einige schöne Preise gesponsert und so wurde auch ein kleines Turnier abgehalten. Die Preisverleihung fand dann am Abend am zentralen Lagerfeuer statt.

Ein weiteres Highlight war dann noch ein sehr guter Power Point Vortrag von Peter Peuker, auch ein Kanu Forum Mitglied, der fachkundig und professionell über die Rückkehr der Wölfe in Brandenburg referierte. Ein in der Bevölkerung sehr unterschiedlich gewertetes und allgemein kontrovers diskutiertes Thema.

Der Abend klang dann wieder harmonisch am Feuer aus. Und auch die weiter sinkenden Temperaturen und ab und an leichtes Schneegeriesel trieb niemanden ins Zelt. Auch an diesem Abend war bis weit nach Mitternacht am Feuer Betrieb. In der Nacht klarte der Himmel auf und die Temperatur sank noch weiter. Es war nun wirklich "schweinekalt" und so mancher Ofen bullerte die ganze Nacht durch ...

Am Sonntagmorgen erwachte das Zeltdorf dann wieder langsam zum Leben, und für diesen Tag wurde noch ein Reporter des NDR 1, "Stahlberg auf Tour", erwartet. Der Ü-Wagen erreichte uns dann am Vormittag, nachdem die Radio Truppe sich wohl erstmal in den Weiten des Geländes rund um Munster verfahren hatte.

Es entstand dann ein recht lustiger Livebeitrag von immerhin 12 Minuten Länge. Thomas Stahlberg befragte einige der Teilnehmer, versuchte sich im Feuermachen mit Feuerstahl und zuletzt noch im Bogenschießen. Insgesamt ein Beitrag zum Schmunzeln und nicht abwertend.

Während der Reporter noch seinen Job machte, begann dann auch das leidige Abbauen und Wieder-Eintüten von Zelt und Equipment. Aber alles lief ruhig und ohne Hast ab. Das Lager wurde einfach langsam aber sicher immer kleiner und schmolz trotz der herrschenden Kälte dahin. Nach und nach machten sich die Teilnehmer wieder auf den Heimweg. Das Wetter war am Sonntag richtig schön geworden, klirrend kalt und blauer Himmel bei strahlendem Sonnenschein. Schade, dass es nun schon wieder zu Ende war!


Ich ließ mir Zeit, ich hatte mir den Montag auch noch frei genommen und brauchte mich nicht überschlagen. Nachdem ich alles wieder im Hänger verstaut hatte, mein "Ziele-Zoo" wieder im Auto untergebracht und die Verabschiedungsrunde bei den alten und neuen Bekannten vorbei war, machte ich mich dann gegen Mittag auf den Weg. Nach vier Stunden problemloser und staufreier Fahrt kam ich wieder zu Hause an: Noch einmal zwei Stunden auspacken und verstauen und das WTL 2011 war endgültig vorbei ... aber nicht ganz, denn nach dem Treffen ist vor dem Treffen und ich freue mich schon auf das nächste Mal ...

Auch bei diesem Treffen waren über 30 Zelte aufgebaut und die Anzahl der Teilnehmer lag zwischen 60 und 70 Personen - wie immer ein beeindruckender Rahmen!


© 2011 Bernd van Ooy (Lodjur)

  

Und noch eine Anm. der Red.: Im Magazin findet sich eine Vielzahl weiterer Beiträge von unserem Autor Bernd van Ooy.
Für alle Interessenten einen Überblick über weitere Beiträge von Bernd!

Und auch bezüglich dieses Treffens ist im Folgejahr wieder eine Fortsetzung angesagt: