Schwarz-Weiße Stadt - In Angers

Wir machen uns auf nach Angers, denn hier startet unsere Weinreise. Aber bevor wir uns ganz denen Winzern und ihren Weinen hingeben, besichtigen wir die wunderschöne Stadt ...

Angers liegt am Fluss Maine, der nicht weit von hier in die Loire mündet. Bereits in der Steinzeit siedelten hier Menschen: Es kamen Kelten, Römer, Germanen und Normannen. In der Zeit vom 12. - 14. Jhdt. erlangte Angers seine größte Bedeutung als Sitz der Hofes der Herrscherdynastie Plantagenet des Reiches Angevin, das sich von Irland über Großbritannien, den Westen Frankreichs bis hin zu den Pyrenäen erstreckte ().

Der wohl bekannteste Spross der Plantagenet war Richard Löwenherz.

Kathedrale Saint Maurice und Place du Ralliement Schloss Angers ...

Den Titel "Schwarz-weiße Stadt" haben wir Angers verliehen, weil der Ort vor dem 18. Jhdt. als "Schwarze Stadt" bekannt war (la Ville Noire), da die Dächer mit aus Trélazé gelieferten Schieferplatten schwarz eingedeckt waren. Nun wird sie auch "Weiße Stadt" (Angers la Blanche) genannt, wegen der weißen Tufffassaden der Häuser.

Das gewaltigste Gebäude ist das Schloss Angers: An seiner Stelle - ein Felsenplateau hoch über der Maine - haben bereits die Römer ein Fort gebaut und im 13. Jhdt. wurde dann das wehrhafte Schloss errichtet. Mit seinen 17 Türmen - alle 30 Meter hoch und mit unzähligen Schießscharten versehen - sowie den gewaltigen Wehrmauern und Zugbrücken wirkt es uneinnehmbar. Leider haben wir keine Zeit es von innen zu betrachten ...

Weiter gehen wir zur Kathedrale von Angers Saint Maurice: Im 11. Jhdt. wurde sie errichtet als Ersatz für eine kleine Kirche. Einige Jahre später brannte sie nieder (es ist halt doch mehr Holz in solch einer Kirche, als man glauben möchte) und wurde im 12 Jhdt. schließlich wieder aufgebaut.

Sie ist eine Mischung aus Romanik und Gotik und hat ein schönes Kreuzrippengewölbe. Sicher nicht so beeindruckend wie die Kathedrale in Orléans, aber doch auch einen Besuch wert. Durch die bunten Glasfenster aus dem 12. und 16. Jhdt. fällt das Licht schön herein und wer Glück hat, kann den Klang der berühmten Orgel hören, deren Anfänge bis ins 14. Jhdt. führen.

Was man aus einer alten gotischen Klosterkirche wie der Abtei Toussaint aus dem 13. Jhdt. machen kann, die während der Französischen Revolution vom Militär beschlagnahmt wurde und nach und nach zur Ruine verfiel, kann man an der Galerie David d'Angers sehen: Das gläserne Dach beleuchtet die Galerie optimal für die Skulpturen von David d'Angers.

In den verwinkelten Straßen der Altstadt finden sich noch zahlreiche mittelalterliche Fachwerkhäuser. Besonders zu erwähnen ist das Maison d'Adam, das mit zahlreichen Skulpturen und aufwändigen Dekors verziert ist. Heutzutage beherbergt das Haus Künstler.

Wir haben es nicht mehr weit, es geht nur noch über den Place du Ralliement, an dem sich das Theater befindet, und einige Schritte weiter erwartet uns nun das Hotel du Mail, in dem unsere Weinreise startet ...

Galerie David d'Angers von außen und innen ... Maison d'Adam ...
Gleich sind wir beim Hotel ...


© 2019 Sixta Zerlauth