7. Nachtrag, Juni ´18: Fußball-WM und mehr ...

Rückblick, August 2018: Wieder mal eine abendliche Talkshow im "öffentlich-rechtlichen" Deutschen Fernsehen. Eine Spitzenpolitikerin der "Linken" erklärt, dass sich die "fortschrittlichen Kräfte" in Deutschland bemühen müssen, "österreichische Zustände" in Deutschland zu verhindern.

Erstaunlich nur in diesem Moment, dass selbst die Talkshow-üblichen "Klatschpappen" ganz überraschend bei diesen Worten ausnahmsweise mal keinen Beifall spenden - wieder wie so oft in den letzten Jahren muss man heftig schlucken und sich seinen Teil denken ... meint sie etwa die beim Nachbarn noch so oft funktionierende Infrastruktur? Zum Beispiel die auch in kleinen österreichischen Orten noch vorhandenen und gepflegten öffentlichen Toiletten? Oder eine pünktliche Bahn? Meint sie anderes, was beim Nachbarn noch besser funktioniert? Vielleicht, dass dort die störende Intelligenz noch nicht ganz ausgestorben zu sein scheint wie in "ihrem" Land? Oder passt ihr ganz einfach nicht, was dort politisch-demokratisch entschieden wurde und mit ihrem Verständnis von "Demokratie" nicht übereinstimmt? Nun, wie so oft schluckt man auch an diesem Abend wieder die volle Ladung vom hierzulande inzwischen üblichen ideologischen Humbug und Gesinnungs-Eintopf, atmet tief durch und denkt ganz plötzlich: Gut, dass man erst vor wenigen Wochen wieder mal in Österreich war ..!

(Nachtrag der Red., 20.05.19: Trotz allem Frohlocken in Medien und bei den politisch "Guten" über "österreichische Zustände" und die unsägliche Strache-Performance - zufällig eine Woche vor der Europawahl - haben wir dem oben Gesagten nichts hinzuzufügen!)


Zwei Monate zuvor, 23. Juni 2018: Erneut ist Fußball-Weltmeisterschaft allerorten und auch die Bergfeuer in Tirol stehen zu dieser Zeit an, kennt man doch irgendwie, die Situation, komischerweise ganz so wie vor vier Jahren!

Im Gegensatz zum Vorjahr ist nun endlich auch wieder mal eine Tour mit dem Explorer fällig, also eine "echte" Explorer-Tour": Erneut soll es in diesem Jahr wie schon früher so oft auf den mittlerweile renovierten Campingplatz Kranebitten gehen. Hier werden 2018 allerdings im Gegensatz zur letzten WM keine Spiele im Fernsehen übertragen - liegt es daran, dass in diesem Jahr Österreich nicht am Turnier beteiligt ist ..?

Wieder in Kranebitten ... ... und wieder reger Segelflug ...

In Innsbruck selbst soll aber überall auch Public Viewing möglich sein, insofern also kein Problem. Dass die deutsche Mannschaft in diesem Jahr nicht unbedingt von einer Welle riesiger Erwartung vorangetrieben wird, weiß man seit geraumer Zeit: Im Vorfeld dieser Veranstaltung in Russland ließ bislang nichts darauf schließen, dass der Erfolg von vor vier Jahren wiederholt werden könnte.

Der angenehme Platz, den wir uns in Kranebitten aussuchen, ist wieder mal idealer Ausgangspunkt für die etlichen Exkursionen, die in diesen Tagen geplant sind. Auch wenn das Wetter noch so schön ist und man nach unserer Ankunft den dicht über uns mit leisem Zischen einschwebenden Segelflugzeugen noch stundenlang relaxt zuschauen könnte - die erste Fahrt mit dem Bus Richtung Innsbruck City steht bevor!

Die Innenstadt ist belebt und lebendig wie immer, in der Altstadt herrscht Feststimmung: Es wird dort getanzt und Touristenschwärme aus aller Welt sind ebenfalls wie üblich unterwegs. Die Wahrzeichen des großen Fußballfests fallen überall ins Auge: Große Hinweise auf Public Viewing an allen möglichen Gaststätten und nicht nur an der Markthalle sind überall Sitzgelegenheiten für Gäste vor großen Leinwänden aufgebaut, auf denen ständig Fußballübertragungen gezeigt werden.

Zweifellos die größte Anlage dieser Art stellt der "Inn´s Stadion Beach & Soccer Club" am Marktplatz am Inn, wo man hinter Personenkontrollen in der größten Arena der Stadt den Spielen kostenlos zuschauen kann. Für Bewirtung ist auch in diesem Areal bestens gesorgt und dem Betrachter bietet sich ein großartiges Bild: Große Leinwände mit den Spielen, dahinter die beeindruckende Kulisse der Nordkette.

In der Restauration der Markthalle wird es wieder politisch bei dem einen oder anderen Bier: Auf die eigene Frage, ob man evtl. bereit wäre, Kanzler(-in) und Außenminister(-in) zu tauschen, stößt man nur auf freundliche, aber verständnisvolle Ablehnung - leider wird auch heute nichts aus diesem Tauschgeschäft und auch mit "österreichischen Zuständen" ist somit in D bis auf weiteres nicht zu rechnen ...

Dafür verrät man uns aber, dass man darauf baut, dass die deutsche Nationalmannschaft noch weit kommt in den nächsten Tagen, da ansonsten unzählige deutsche Touristen aus Innsbruck abreisen würden, die es sich nun bei großen Leinwänden und guter Verpflegung hier gut gehen lassen. Zum Glück wissen die Wirte hier und heute noch nicht, wie sich das ganze "Trauerspiel" in den nächsten Tagen entwickeln wird ...

Die Altstadt lebt ... ... und tanzt ... Touri-Gruppen aus nah und fern ... Weiblicher Junggesellenabschied ... 
Public Viewing ganz groß ... Ähnliches an der Markthalle ... Viel zu schauen in diesen Tagen ...
Große Kulisse für große Spiele ..? Viel Resonanz schon am Nachmittag Noch ist Deutschland im Spiel ... Noch lange wird abends diskutiert ... 
Das nächtliche Innsbruck ist unbeeindruckt ... ... und auch die Bergfeuer sind wohl wichtiger!

Am späten Nachmittag heißt es einen Platz zu suchen für das Spiel um 20:00 Uhr am Abend des 2. Spieltages, Gruppe F: Deutschland - Schweden. Wie wir heute wissen, ging dieses Spiel durch einen glücklichen Treffer von Toni Kroos in der 5. Minute der Nachspielzeit zum 2:1 noch gut aus. Wir finden für dieses Spiel noch einen Platz in einem Altstadtlokal und als dort der Jubelschrei der deutschen Fans an diesem Abend erschallt weiß noch niemand, dass es keinen weiteren Sieg in dieser WM für das Team geben wird ...

Wir sind hocherfreut, auch an diesem Abend wieder mal - wie schon vor Jahren - parallel zu diesem Event auch wieder die traditionellen Bergfeuer auf den Höhen der Nordkette beobachten zu können - hoch dort oben auf der Seegrube und der Karspitze ist das mit Sicherheit das bedeutendere Ereignis am heutigen Abend als Fußball in den Niederungen ...


© 2019 J. de Haas