Bevor es losgeht: AIDA ID und mehr ...

Vorteile der AIDA ID?Glaubt man ihrer Werbung, ist bei AIDA der Kussmund Programm - denkt man aber an die IT von AIDA, entwickelt man schnell einen verkniffenen Mund ...  

Bei dem Schifffahrtsunternehmen hatte in der Vergangenheit jeder Kunde die Möglichkeit, sich per Buchungscode anzumelden oder als Clubmitglied mit seiner Kundennummer.

Wenn man Glück hatte, fand man unter seiner Kundennummer die aktuellen Buchungen. Solch ein Glück hatten wir nicht, und es kostete aufwändigen telefonischen Support, bis die Buchungen endlich im Profil sichtbar waren.

Auf der Webseite gab es einen Bereich MyAIDA, den Club-Bereich, den Lounge-Bereich und eine App fürs Smartphone - ziemlicher Wildwuchs ...

Nur wenige Tage nach den ersten Versuchen flatterte eine Email herein: " Wichtige Informationen für AIDA Clubmitglieder": Man muss jetzt eine neue App installieren und soll eine AIDA ID bekommen. Dazu musste man sein "Clubprofil" auf diese AIDA ID übertragen. Der Link in der Email führte zunächst zur Meldung "Oops, da ist etwas schiefgelaufen ..."

Nach einigen Tagen erschien immerhin die Meldung: "Zur Zeit können keine Club-Profile übertragen werden." Nach zahlreichen unermüdlichen Versuchen gelang dann doch der Übertrag und nun sollte ja alles mit der AIDA ID funktionieren, oder?

Was ist eine "ID" ..?"Geschafft!
Ihr Clubprofil ist nun mit Ihrer AIDA ID verknüpft
.....
1. Melden Sie sich in der AIDA App mit Ihrer AIDA ID an.
2. Gehen Sie zu "Meine Reise" und fügen Sie Ihre Reise hinzu.
3. Alternativ können Sie Ihre Reise auf aida.de hinzufügen, indem Sie oben rechts Ihr Profilmenü auswählen und dann auf "Meine Reisen" gehen
....."

Nur, wo war denn diese AIDA ID? Es gab weder eine Mitteilung zur AIDA ID nach dem Übertrag des Clubprofils, noch konnte man sie irgendwo im Profil finden.

Wir schrieben also eine Email an den Support, und prompt rief ein Mitarbeiter zurück, um zu erklären, dass die AIDA ID gar keine ID sei! Mit AIDA ID wird nur das neue Profil bezeichnet. Anmelden muss man sich nicht mit einer AIDA ID, sondern mit seiner Mail-Adresse. Ein echter Marketing-Gag, ein Profil als ID zu bezeichnen, vielleicht sollte man das Marketing durch KI ersetzen, die weiß wenigstens, was eine ID ist (siehe "Copilot Search") ...

Der Reiseanmelder bei der Arbeit ...Wer bin ich, was bin ich, wo bin ich ..?Aber der IT-Wirrwarr geht noch weiter: Bei AIDA gibt es das Prinzip des Reiseanmelders: Bucht man als Familie eine Reise, so ist derjenige, der die Rechnung bekommt, der Reiseanmelder, die anderen sind Mitreisende. Nun möchte ja AIDA, dass man zur Reise noch jede Menge Zusatzangebote bucht, denn das macht den Profit aus. Kommt man nun aber als "Mitreisender" auf die Idee, den "Reiseanmelder" z.B. mit einer Massage zu überraschen, stellt man fest, das funktioniert so nicht. Als Mitreisender hat man nämlich über die Webseite MyAIDA keine Berechtigung, auf die Buchung zuzugreifen. Der Reiseanmelder muss sich bei MyAIDA anmelden (nachdem er die Suche nach der AIDA ID aufgegeben hat) und den Mitreisenden "einladen". Diese Einladung gilt aber nur 7 Tage ...

Schließlich wurde man aufgefordert, die neue AIDA App auf dem Smartphone zu installieren: Abgesehen davon, dass jeder Start der App holprig verläuft, hat man als Mitreisender Zugriff auf die Buchung - ganz ohne Einladung.

Doch an Bord wird es mit der IT auch nicht besser: Als Neuankömmling wird man aufgefordert, sich die "Digitale Sicherheitseinweisung" anzuschauen, bevor man mit angezogener Rettungsweste zu seinem Sammelpunkt aufbricht. Das Video soll auf dem TV oder in der App verfügbar sein. Auf dem TV wurde das Sicherheitsvideo allerdings nicht angeboten, auf dem Smartphone hat es dann funktioniert.

Allein bis man auf dem TV im AIDA-Portal herausgefunden hat, wie man scrollen kann, ist die Seereise schon fast vorbei. Gelingt das Scrollen dann doch irgendwie, ist es allerdings oft Zufall und nicht reproduzierbar ...

Ist man mit dem Schiffs-WLAN verbunden, erhält man Benachrichtigungen, z.B. Einladung zum Quiz, Erinnerungen an Termine, Infos zur Abreise usw. Sobald man sich aus dem Schiffs-WLAN entfernt, hat man keinen Zugriff mehr auf seine Benachrichtungen.

Als Passagier - egal ob als "Reiseanmelder" oder "Mitreisender" - kann man nur hoffen, dass die IT für die Kunden nichts mit der IT zu tun hat, die auf der Brücke benötigt wird - aber da funktionierte es ja nachweislich auch bei dieser Fahrt hervorragend ...

Übrigens haben wir in der Rezeption noch versucht, das Problem der mangelhaften IT-Qualität anzusprechen: Man hat nur abgewunken, zu viele Beschwerden ...