(Bericht von
Hans E. Busch)
18.08.2002 -- Den fotografierten Münzsatz hatte ich in Sicherheit
gebracht, während der
Rest des Teams überlegte, wer die 3,88 EUR verprassen durfte.
Die Bilder der Münzen wurden während des Frühstücks
am Tag unserer Rückreise von einem Kurzaufenthalt am Tagliamento
aufgenommen, zu sehen der Vorplatz des Hotels ...
Doch der Reihe nach: Ursprünglich war unser Ausflug zum Tagliamento für ein verlängertes
Wochenende ab dem 8.8. geplant, aber die Aussichten auf zuviel
Wasser von oben veranlasste uns, die Fahrt um eine Woche zu
verschieben. So fuhren wir mit unserem Expeditionsanhänger
am 14.8. vormittags los und erreichten nach störungsfreier Fahrt am
frühen Abend Spilimbergo. Sofort entluden wir unsere ATV (All
Terrain Vehicles, Quads)
und fuhren
ins Flussbett, um den Wasserstand zu kontrollieren.
Die Furten durch
die vereinzelten Wasserarme waren schnell gefunden und unser
eigentliches Ziel, eine Trattoria in Dignano (ED 50: N46°05'16´´
E012°56'19´´), zum Greifen nah, als uns auf der Ostseite der
Hauptarm des Tagliamento, tief und reißend, zum Umkehren zwang. So
fuhren wir die "Route B" (die Off-Off-Road Variante) und konnten
uns wenig später an einem sehr guten Abendessen erfreuen, zubereitet von der
Wirtin der Trattoria. Spät in der Nacht trafen unsere Kötztinger
Freunde ein, die ihre Verspätung mit einer Brotzeitorgie in
Tittmoning entschuldigten ("... bisschen Hunger ... schon so weit gefahren ..."
usw.)
Am nächsten Tag stießen wir
zum Tross, der sich seinen Weg mit allen möglichen (4x4) und unmöglichen
Fahrzeugen
(Mercedes Transporter 508 4x2) durch´s Unterholz und das
Flussbett zum Camp bahnte. Manche befolgten den Rat der ATV-Scouts, anderen
wiederum konnte es nicht schnell genug gehen und sie nahmen die
Direttissima unter fleißigem Einsatz der Seilwinde. Nachdem die
Zelte aufgebaut waren und wirklich nur das allernötigste palavert
war, vergnügten wir ATV-Fahrer uns den Rest des Tages im Flussbett
und waren abends wieder in Dignano. So ein Zufall! 
Am Freitag machte unsere ATV-Abteilung einen Ausflug in ein
parallel zum Tagliamento verlaufendes Flussbett, in dem Panzerwege
zum Fahren mit Höchstgeschwindigkeit einladen. Bei meiner
Erkundungstour im Frühjahr hatte ich in einem Dorf ein
LKW-Fahrer-Wirtshaus gefunden, in dem ich ein ausgezeichnet schmeckendes
Mittagessen serviert bekam - und nicht zu vergessen den hervorragenden
Wein dieser Region!
In dieses Lokal wollte ich unseren Trupp führen.
Doch vermutlich wegen eines Risses im Raum-Zeit-Kontinuum konnte ich diese
Trattoria nicht mehr finden. GPS half auch nicht weiter, da
ich im Frühjahr mit einem Leih-ATV unterwegs war: Bei der neuen
Polaris-Generation kann man das GPS nicht einfach auf den Tank legen
und es bleibt auch dort. Ich besaß also keinerlei Trackaufzeichnung und
irgend ein Flusskobold hat damals auch noch den Wegpunkt gelöscht,
sodass ich auf Nasennavigation angewiesen war ... 
Der nahende Hungertod
meiner Kötztinger Freunde ließ uns jedoch die Suche abbrechen und
eine barmherzige friulanische Familie, die sich im Garten die Bäuche
vollschlug, wies uns den Weg zum nächsten Wirtshaus,
in dem wir eine sehr gute Mahlzeit bekamen.
Am nächsten Vormittag befuhren wir die Kurvenstrecke auf den San Simeone, wo man von
der 8. Spitzkehre einen herrlichen Ausblick
auf den Tagliamento hat. Leider wurde das elf Kilometer lange,
schmale Sträßchen mit seinen Kehrtunneln zum größten Teil mit
einer tückisch glatten Betonfahrbahn versehen, die bei Nässe
bergab sicher nicht leicht zu befahren ist und schöne, gewollte
Drifts in den Kehren verhindert. Zu allem Überfluss begann mit
zunehmender Höhe mein ATV zu bocken, was den ganzen Konvoi
behinderte, und ich erreichte das Ende der
Steigungsstrecke in Schrittgeschwindigkeit.
Nach einer halbstündigen
Erholungspause auf einem Plateau 300 Höhenmeter unterhalb des
Gipfels ging es wieder zurück. Bergab erholte sich der Motor und
wir konnten den Weg zum nächsten Gasthaus (Trattoria alla Trota)
mit normaler Marschgeschwindigkeit zurücklegen. Nach einem
ausgiebigen (was sonst?) Mittagessen trennte sich unsere Gruppe. Die
Geländewagenfahrer wollten auf Teer rund um den Monte Piombada zum
Camp und wir ATV-Fahrer
wollten endlich wieder Schotter unter die Räder bekommen und fuhren
zum Tagliamento.
Trotz langer Suche mussten wir immer wieder
vor dem Hauptarm kapitulieren, der für eine Querung zu tief und zu
reißend war. So fuhren wir halt auf Teer nach Pinzano, von wo wir
nach einem Tankstop im Unterholz verschwanden ("Ich weiß
einen schönen Weg, direkt ins Camp. Wird euch gefallen."). Das
Unterholz war so dicht, dass man bei einem größeren Abstand als fünf
Meter zu seinem Vordermann diesen nicht mehr sehen konnte. Auf einem
anspruchsvollen "Weg" ging es über, neben und in einem
trockenen Flutgraben bergab bis ins Lager. Dort verabschiedeten wir
uns von den Kötztingern, die wie wir am Sonntag früh heimfahren
wollten und verabredeten uns für den Herbst zu einem ATV-Treffen in
der OBERPFALZ.
Nachtrag: Wen sehen wir auf der Heimfahrt am nächsten Tag nach
ungefähr 60 km auf einer Autobahnraststätte? Richtig, das Gespann
unserer Kötztinger Freunde. Und die Besatzung sitzt bei einer
kleinen Brotzeit im Restaurant ...
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