(Bericht von
Sixta Zerlauth)
02.05.2002 --
Euroland Österreich! Was liegt näher, als für die Eurotour das Bundesland in Österreich auszuwählen, das für seinen geschickten Umgang mit Geld berühmt ist: Vorarlberg. Also machen wir uns auf zum Bodensee und dort zur Hauptstadt Vorarlbergs - Bregenz.
Schon an der ersten Tankstelle auf österreichischem Gebiet sieht man endlose Autoschlangen. Eifrig tragen die Deutschen ihre Euros zu Aral, Shell und BP. Die ausgefuchsten Sparfüchse suchen
dagegen die freien Tankstellen auf, denn hier gibt es Sprit zu Preisen, die den Verdacht aufkommen lassen,
Österreich wäre ein Ölförderland. Aber nichts dergleichen ist der Grund. In Österreich ist nur die Gier des Finanzministers beim Sprit geringer ausgeprägt als bei
den deutschen Nachbarn.
Anrainer des Grenzgebietes sind wirklich nicht zu beneiden, wenn die mal tanken wollen! Aber vielleicht werden ja demnächst Einheimischen-Zapfsäulen
eingerichtet ...
Von dort geht es weiter nach Dornbirn, schließlich müssen die Euros mit österreichischem Emblem beschafft werden.
Da kommt uns ein ADEG-Laden gerade recht. Die Europreise an den Regalen machen den Vergleich leicht, wir kommen zum Schluss, dass im Schnitt die Preise
den in deutschen Läden ziemlich ähnlich sind. Das Warenangebot unterscheidet sich jedoch zum Teil
erheblich.
Allein das Mehlregal lässt jeden Koch und jede Köchin vor Neid
erblassen: Hier im Mehlspeisenland gibt es noch eine
"Mehlkultur"! Seit an Seit stehen hier "das Doppelgriffige", "der Griesler", "das Glatte" und als lokale Spezialität
noch "der Ribl-Gries".
An der Kasse fallen die Umrechnungstabellen als Service für den Kunden auf. Denn im Gegensatz zu Deutschland, wo Europreise mit 2 multipliziert den
alten DM-Preis ergeben, müssen die Österreicher mit dem Faktor
13,7603 das große Einmaleins beherrschen. Die Tabellen sind da wirklich hilfreich. Als ich die Kassiererin bitte, mir so rauszugeben, dass alle 8 Euromünzen dabei sind, läuft sie zur Hochform
auf: Kopfrechnen "Sehr Gut"! Denn mit wenigen Handgriffen liegt das Wechselgeld wie gewünscht
vor mir.
Nicht umsonst hat Österreich in der PISA-Studie soviel besser
abgeschnitten ...
Nach diesem erfolgreichen Einkauf beginnt der Magen zu knurren und schon bald sitzen wir in der
"Krone" und lassen uns vorzüglich verköstigen.
Nun müssen wir nur noch ein nettes Plätzle im Ländle finden, für die obligatorische Fotosession mit unseren Euromünzen und dem GPS.
Wir entscheiden uns für eine Fahrt zum nahegelegenen Bödele. Auf dem Weg dorthin, am Fallenberg, halten wir an einer malerischen Kapelle am Dreiländerblick. Im Angesicht dieses Panoramas mit Alpen,
Bodensee und der Stadt Dornbirn werden die Münzen fotografiert.
Weiter geht's durch wunderschöne Landschaft bis 1.150m hoch zum Bödele und von dort aus in Richtung Oberstaufen zurück nach Deutschland. Klar, dass wir vor dem Grenzübertritt noch deutsche Euros
zurücklassen im Tausch gegen Benzin - an einer verschlafenen Tankstelle
- ganz ohne Warteschlangen ... 
Uf Wiederluaga Ländle! Bis bald!
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