Schweden 2001:

Auf dem schwarzen Fluss: Eine 3-Tagestour im schwedischen Herbst ...


Auftakt zu neuen Touren ...

Nach einigen Jahren Abstinenz, was mehrtägige Paddeltouren angeht, wollte ich es endlich mal wieder wissen. Die Selbständigkeit meiner Frau hatte in den letzten Jahren leider dazu geführt, dass ich immer öfter allein nach Schweden fahren musste, weil sich unsere Termine einfach nicht mehr vereinbaren ließen. Längere Sologepäcktouren sind aber so eine Sache und deshalb versuchte ich es erst gar nicht erst. Über das Internet lernte ich dann in einem Kanuforum Thomas kennen: Er betreibt die Seiten der der Regionalgruppe Nord der Kanadier-Interessengemeinschaft "Paddelblatt" und ist wie ich auch ein begeisterter Canadierpaddler. Nach diverser Korrespondenz schien klar, dass wir auf einer Wellenlänge funkten und so verabredeten wir uns zu einem verlängerten Paddelwochenende in Süddeutschland. Nach einigen logistischen Problemchen - Thomas kommt aus Niedersachsen und ich aus Nordrhein-Westfalen - klappte es aber doch noch und wir hatten ein tolles Paddelwochenende ...

Nach diesen paar Tagen war klar: Es passte! Wir waren bereit für eine längere Gepäcktour. Nun habe ich im schwedischen Värmland ein Haus und  plante im Oktober 2001, dort drei Wochen zu verbringen. So lud ich Thomas ein, mich dort zu besuchen. Was also lag näher, als mich in Värmland nach einer passenden Tour umzuschauen?!

Das Studium diverser Kanuführer brachte mich auf den "Svartälven", den schwarzen Fluss in Ostvärmland. Die Beschreibungen der deutschen Kanuführer waren zwar recht vielversprechend, aber nicht sehr ausführlich und vor allem schon wie so häufig, ziemlich alt. Im Internet fand ich dann eine aktuelle schwedische Beschreibung dieser Tour und die machte sehr viel  Lust auf mehr: Die Route ließ sich durch mehrere mögliche Aussatzstellen beinahe beliebig lang gestalten und so konnten wir wählen zwischen ca. 40, 65, 100 bis gut 160 km paddelbarer Strecke. Es passte natürlich ganz ausgezeichnet, dass der Einstieg nur gut 30 km von meinem Haus entfernt war und auch der von uns angepeilte Ausstieg nach etwa 65 km nicht all zu weit von der "Basis" entfernt lag. Also begann die Planungsphase, die ja immer schon ein Teil der Tour ist ...

Es geht los: Sortierorgie erforderlich ...Da Thomas und ich ca. 500 km voneinander entfernt wohnen, lief alle Planung per Email. Wer bringt was mit und wovon. Wieviel und warum und so weiter! Und dann war es auch  bald soweit: Ich war schon seit einer Woche in Schweden und erwartete ihn nun zur geplanten Tour. Da er leider nur knappe 5 Tage Zeit hatte, wurde eine Strecke für gut drei Tage geplant. mit etwas Sicherheit durch Tag 4. 

Da Thomas mit seinem Canadier, einem "Old Town" Camper, noch keine Gepäcktour gemacht hatte, wollte er hier nun ausprobieren, was das Boot denn so an Ausrüstung fasst. Und so brachte er außer seinem Canadier auch gleich einen ganzen Kombi voller Tonnen und Kisten mit. Mit meinem noch dazu kommenden Gepäck ergab sich so eine unmöglich in einem einzigen Canadier unter zu bringende Menge an Ausrüstung. Oder doch?? Nachdem wir alles sinnvoll sortiert hatten, passte es tatsächlich wie dafür gemacht. Naja, noch eine Rolle Kekse dazu und wir wären wahrscheinlich gesunken ...

Aufbruch am Sonntag ...

Unsere Einsatzstelle lag in "Tyfors", kurz hinter "Lesjöfors" in der Kommune Filipstad. Die schwedische Beschreibung nannte diese Stelle zwar als alternativen Startplatz, um die Strecke noch einmal um gut 20 km zu verlängern, beschrieb diese aber nicht weiter. Ich hatte mich dort deshalb einige Tage zuvor etwas umgeschaut, um später keine Zeit mit Suchen zu vertrödeln. 

Am Sonntag Morgen, den 7. Oktober, war es dann so weit: Zuerst wurde mein Wagen an der geplanten Aussatzstelle geparkt und dann ging es  mit Thomas´ Auto weiter zur Einsatzstelle. Trotz meiner voran gegangenen Beschwörungen diverser Wettergötter und obwohl sogar der  offizielle Wetterbericht eigentlich etwas freundlichere Bedingungen prophezeit hatte, war es nun doch ziemlich diesig und die Wolken hingen fast in den Bäumen. Aber es war nicht kalt und so dauerte es nicht lange, und wir saßen nach einer  kleinen Sortierorgie endlich im Boot ...  

Hinter der ersten Kehre wurde der Wasserlauf zuerst immer enger und dann, was war das? Nach weiteren 20 m war alles voller Steine und Baumstämme. Hmmm? Wir kehrten um und nahmen den zweiten Arm. Auch hier kamen wir nicht viel weiter - er endete genau wie der andere in einem Blockfeld. Das konnte nicht nur mit herbstlich niedrigem Wasserstand erklärt werden! Wir waren schlicht und ergreifend im falschen Gewässer - hätte ich doch nur bei der Vorbesichtigung etwas genauer hingeschaut. Ich hatte ja sogar einen dort in der Nähe wohnenden Schweden gefragt. Aber "Nichtkanuten" sehen das wohl alles etwas anders? Es half nichts, also wieder zurück, raus aus dem Boot und erst mal alles an Land gezogen.

Na, das war ja ein Auftakt! Ich fuhr mit Thomas´ Wagen los und suchte noch einmal die Gegend oberhalb unserer Einsatzstelle ab. Tatsächlich fand sich - von unserem Standort nicht sichtbar und von Bäumen verdeckt - ein alter Damm, und  dahinter erstreckte sich eine weite Wasserfläche. Die Richtung stimmte, also war die richtige Stelle wohl hier. Wir packten das vollbeladene Boot auf den Kanuwagen und zogen die Fuhre so die etwa 800 - 900 m bis zur neuen Einsatzstelle. Das war einfacher, als alles erst wieder ins Auto zu laden usw.  Das also ist Wasserwandern !

Treideln angesagt ... Ackern wie die Blöden ..?

Gut gelaunt starteten wir einen erneuten Versuch. Nach einer halben Stunde wurde es plötzlich wieder immer enger und enger und ... NEIN! ... das konnte doch alles nicht wahr sein - Verblockung und schon sichtbare Steigung auf den nächsten 100 m. Aber jetzt waren wir schon mal hier, also wie war das noch mit Treideln?! Wir ackerten wie die Blöden und wuchteten unseren Lastkahn durch die Schwellen und über die Steine und schon es ging weiter. Bis zur nächsten Kehre. Auweia, das war´s ja wohl endgültig: Der Fluss hatte plötzlich auf den nächsten 100 m schon gut 1,5 m Steigung und bestand nur noch aus schmalen Rinnsalen und Steinen. Und überhaupt, was paddeln wir hier eigentlich stromauf. Verdammt!?

Irgend wo war hier der Hund begraben! Da war wohl nichts zu machen. Zurück getreidelt und gepaddelt und nach 1,5 Stunden waren wir wieder an der Einsatzstelle. Das fing ja gut an. Thomas holte das Auto und - erstaunlicherweise immer noch bester Laune - luden wir alles wieder aus und in den Wagen zurück, das Boot aufs Dach, und fuhren dann zur eigentlichen Einsatzstelle bei "Älvsjöhyttan". Hier hatte ich  mich glücklicherweise vorher besser umgeschaut und wusste diesmal genau, wo es ins Wasser ging. Also wieder ausgeladen und dann erneut alles ins Boot. Nach einer kleinen Pause mit Kaffee und ein paar Kötbullar, den schwedischen Minifrikadellen, starteten wir nun aber endgültig ...

Der Svartälven macht seinem Namen alle Ehre und führt wirklich tiefdunkelbraunes Wasser. Wir machten uns darauf wie eine Schüssel voller Smarties, so bunt wie wir waren. Heute begann hier in Värmland die Elchjagd und wir wollten es den Jägern nicht zu leicht machen. Unsere Persenning spannte sich Friesennerzgelb auf dem grünen Canadier und die Paddeljacken leuchtend rot und violett. Jäger bekamen wir zum Glück nicht zu Gesicht, aber einen stattlichen Elch, der leider viel zu schnell wieder im Dickicht verschwand. In unserer Nähe fielen kurz darauf zwar einige Schüsse aber dann war Ruhe.

Am "Vraket" ...

Echter Drei-Sterne-Rastplatz ...

Der Fluss schlängelt sich hier ohne größere Strömung durch eine wildromantische einsame Landschaft. Es gibt keinerlei Bebauung und auch die nächste Straße ist weit weg. Und da war es endlich wieder, das lange vermisste und schwer zu beschreibende, irgendwie  in sich widersprüchliche Gefühl: Eine Mischung aus gespannter Erwartung und gleichzeitig eine unendliche Ruhe und Wohlbehagen machte sich breit. Unser Gespräch erstarb und jeder hing seinen Gedanken nach und wir genossen das lautlose Dahingleiten durch den nebelverhangenen und doch so bunten herbstlichen Wald. Kurz vor der erwarteten ersten Raststelle fing es leicht an zu regnen. Wir hatten vorausschauend die Persenning ja schon zur Hälfte in der Bootsmitte angebracht und so war es eine Sache von Sekunden und wir waren dicht! Dann kam der Platz "Vraket": Mein lieber Scholli! So was nenne ich einen Rastplatz ...

Ein Pyromane bei der Arbeit ...Eine grasbestandene Landzunge mit Sandstrand, zwei Feuerstellen mit Grill, eine offene Windschutzhütte, zwei Trockentoiletten und Mülltonnen. Naja, hört sich wohl nicht so romantisch an, ist aber bei dieser Witterung eine echte Hilfe. Wir beschlossen in Anbetracht des unbeständigen Wetters, schon hier zu übernachten - eine weise Entscheidung, wie sich zeigte! 

Kaum hatten wir das Tarp an der Hütte befestigt und nach vorne über den Grillplatz abgespannt, fing es auch schon an zu schütten. Und das hörte bis tief in die Nacht nicht auf. Wir aber saßen trocken unter unserem mobilen Dach von 4 x 6 Metern und konnten uns den kulinarischen und pyromanischen Freuden widmen.

Der mitgeführte kleine Outdoor-Ofen aus V2A, den ich kurzfristig noch gebaut hatte, ist wirklich toll und jetzt, auch im echten Einsatz, funktionierte er prima. Er wärmt und darauf zu kochen und zu braten, ist auch einfach und dauert kaum länger als mit einem herkömmlichen Campingkocher. Hat aber wesentlich mehr Atmosphäre. 

Inzwischen habe ich den Ofen zusammenklappbar gemacht und das Leichtgewicht gehört jetzt zwingend ins Tourgepäck!

Wobei wärmen eigentlich gar nicht nötig war: Trotz der nebeligen und regnerischen Witterung war es mit 7-8° C plus ziemlich mild. Wir beschlossen, die Hütte nicht wie zuerst geplant, mit einer Plane zu verschließen und somit halb im Freien zu schlafen. Naja, eine Kleinigkeit für so harte Kerle wie uns ! Mit Glühwein und etwas "Sprit" wurde die  richtige Schlafsackschwere schnell erreicht.  Die Nacht war dann auch temperaturmäßig kein Problem. Thomas schnarchte, wenn er nicht gerade pinkeln war und ich wohl auch, nur ohne zu pinkeln. Ich bin anscheinend durch mein Wasserbett arg verwöhnt, jedenfalls hatte ich das Gefühl, auf der ungewohnten Liegematte durchzubrechen. Und trotzdem pennten wir glatt durch bis fast 9:30 Uhr!!

Der nächste Tag, Montag                  

Nun denn, raus aus dem Schlafsack. Immer noch diesig aber weiterhin mild. Erst einmal im Bach frisch gemacht und dann sofort den Ofen angeworfen und Kaffe gekocht. Während Thomas schon anfing, langsam alles wieder ein- und aufzuräumen, machte ich mich an die Zubereitung des Frühstücks.

Wow! Eier im Rancherstil. Als wären wir Gewichtheber!! Corned Beef gebraten plus zwei Spiegeleier für jeden. So gestärkt ging es dann erneut los, nachdem wir alles wieder ins Boot gepusselt hatten. Inzwischen hatte unsere Fracht ihren passenden Platz gefunden und wir hatten dafür etwas mehr Bewegungsfreiheit ...

Aufbruch ...

Obwohl wir uns eigentlich abwechseln wollten, paddelte ich  dann doch die meiste Zeit als Steuermann: Ich hatte irgend wie für den "Camper" zu große Füße und die passten nicht so Recht beim Paddeln in kniender Haltung unter den vorderen Sitz. Wir machten am Rastplatz "Vintersjön" noch eine kleine Pause, auch um diesen Platz näher in Augenschein zu nehmen. Leider befindet sich hier kein Windschutz, er ist aber trotzdem toll zum Zelten! Weiter ging es: Ein Abschnitt, bei dem sich der Fluss seeartig erweitert, dann wieder ein Stück Fluss, der jetzt aber nicht mehr den Wildnischarakter wie im oberen Teil hat. Dann unsere Ankunft am Rastplatz "Riskforsberget": Dieser Platz liegt annehmbar an einem Stück Steilufer mit schönem Blick auf den Fluss und hat auch wieder eine Windschutzhütte.

Unser "Kochmoped" in vollem Einsatz ...Da wir  nun schon mal angelegt hatten, machten wir gleich eine Kaffe- und Kekspause, wobei ich dann als "Joker" meinen winzigen exDDR Benzinkocher aus der Tonne kramte. Der ist extrem einfach gebaut und funktionierte bisher immer. Auch diesmal zündete er nach fast 10 Jahren Ruhezustand mit leisem Fauchen und Knattern und so wurde das Kaffeewasser mit dem "Kochmoped" erhitzt .

Nach einer knappen Stunde paddelten wir etwas lömelig durch den See "Flaxen" und nach einem darauf folgenden kurzen Stück Fluss hangelten wir uns durch den nächsten See "Örlingen". An dessen Ufer stehen viele Freizeithäuser, die um diese Zeit aber alle unbewohnt waren. Trotzdem waren wir froh, als wir den See hinter uns hatten. Kurz vor dem Seeausfluss wurde der Regen doch etwas heftiger. Also  wieder alles dicht gemacht. Und dann kam auch schon die erste längere Portagestelle in "Silvergruvan". Der kleine Ort heißt nicht nur "Silbergrube", er hat auch den Charme einer verlassenen Geisterstadt. Die paar hundert Meter bis zur neuen Einsatzstelle waren  aber schnell geschafft. Langsam wurde es wirklich ungemütlich! Der Regen wurde immer heftiger. Zeit, dass wir wieder ins Boot kommen.

Aber unsere Laune war ungebrochen gut und es war ja auch nicht kalt! Was macht da schon ein feuchter Hintern? Das jetzt folgende Flussstück war wieder sehr schön. Einsam und unerwartet lang. Irgend wie hatten wir uns doch etwas mit der Zeit verkalkuliert: Es wurde immer dämmeriger. Wo blieb nur der nächste Rastplatz? Zusätzlich wurde es in dem Zwielicht immer schwieriger, die versunkenen alten Baumstämme zu sehen, die hier immer wieder mal bis an die Oberfläche ragten. 

In früheren Zeiten war dieser Flussabschnitt zum Flößen genutzt worden. Ich hatte mich wohl mit der Flussseite vertan, aber zum Glück kamen wir genau gegenüber des Platzes auf die Idee, die Seite zu wechseln. Im letzten Tageslicht haben wir dann doch noch den auch sehr schön im Wald liegenden Platz gefunden. Und es gab wieder eine Windschutzhütte. Und im Gegensatz zu den anderen Stellen fanden wir hier auch noch eine ordentliche Menge an Brennholz vor. So spät im Jahr wird ja nicht mehr von dem die Raststellen betreuenden Kanuvermieter nachgelegt. 

Wahrscheinlich haben viele andere vor uns den Platz auch verpasst. Bis jetzt hatten wir mehr oder weniger von unserem mitgeführten Holzvorrat gezehrt. Den Ofen betrieben wir mit Holzpresslingen aus Sägemehl, eine tolle Sache. Brennt fast rauchlos, lässt sich gut zum Kochen regulieren und ist einfach im Boot zu verstauen.

Mann, unsere geheimen Wünsche wurden erhört! Wir hatten nicht wirklich Lust, bei diesem Wetter und im Dunkeln noch unser Zelt aufzubauen. Die nun schon eingeübte Montage des Tarps ging flott von der Hand und schon waren wir wieder im Spiel! Und es schüttete erneut  recht ausdauernd. Wir aber ließen es uns gut gehen und diesmal gab es Spiegeleier mit Speck und noch ein paar Brote. Ein Bier und zwei "Fettkiller" brachten uns bald wieder in die Nähe der Schlafsäcke: So den ganzen Tag an der Luft und die zurückgelegten Paddelkilometer machten sich doch bemerkbar. Und auch in dieser Nacht brauchten wir nicht zu frieren ...

Die zweite Nacht ...

Der dritte Tag ...     

Und wie am Tag zuvor war es am Morgen trocken. Sogar die Sonne schaute einmal kurz vorbei, wir konnten alles trocken und in Ruhe einpacken. Da dies der letzte Paddeltag war, ließen wir uns Zeit. Erst gegen 11:00 Uhr ging es wieder los. Der Fluss verbreiterte sich  jetzt schnell und wurde zu einer seeähnlichen Fläche, an deren Ende man schon "Hällefors" ausmachen konnte. Überall ragten die Holzfundamentreste alter Brückenkonstruktionen aus dem Wasser: Was hier im letzten Jahrhundert wohl so alles los war?

Herbststimmung soweit das Auge reicht ...Als wir den Ort erreichten, dauerte es dann doch länger, bis wir uns durch den nun wieder schmaler werdenden Fluss bis zur Ausbootstelle geschlängelt hatten. Die lag direkt vor einem Wehr mitten im Ort. Der Ausstieg war ziemlich steil und rutschig, aber dafür war der Weg zur nächsten Einsatzstelle dann leicht und gut zu finden. Dann nochmal ein steiler, ziemlich holpriger Einstieg und wir schwammen wieder obenauf. Die jetzt folgenden ca. 8-9  Flusskilometer waren, obwohl wir von Straßen  weitläufig umgeben waren, noch einmal sehr schön und wirkten wieder sehr wild.

Und wir waren überrascht wie lange es letztendlich dauerte, bis wir - in diesem Falle leider - am Wehr in "Hammarn" ankamen. Die Stelle war sehr gut zum Ausbooten und ich machte mich sofort auf die Socken, um mein Auto zu suchen. Naja, suchen war gut! Wir waren nicht mal 50 m unterhalb vom Abstellplatz des Wagens angekommen. Da das Gelände dort etwas unübersichtlich ist, hatte ich das beim Parken des Wagens gar nicht bemerkt.

Es war eine Sache von 30 Minuten und alles war eingepackt und das Boot aufs Dach geschnallt. Nun noch zurück nach "Älvsjöhyttan" und Thomas´ Auto abgeholt. Auch hier war wie erwartet mit dem Fahrzeug alles ok, und wie nun schon seit  Tagen wieder keinen Menschen gesehen. Ist irgendwie auch wie ein Geisterdorf dort ...

So endete eine gelungene Tour, bei der eigentlich nur etwas mehr Sonne gefehlt hat. Aber die prächtige Herbstfärbung der Bäume und Gräser kam selbst bei dem diesigen Wetter voll zur Geltung und machte diese Herbsttour zu einem Erlebnis.

Diesen Kanuwanderweg  findet man im Internet beschrieben bei www.fritid.t.se (Dort dann die Rubrik "Paddla" und unter Kanutouren in "Õrebros Län", "Svartälven norra"). Es gibt noch den Teil "mellersta", also mittleren Teil und "södra", den südlichen Teil. Die Beschreibung ist in schwedischer Sprache, aber durch die guten, dazu gehörigen Karten und Piktogramme mit Symbolen für Umtragestellen und Rastplätze  recht gut zu verstehen. Die Angaben der Orte und der Straßennummern macht die Übertragung auf eine normale Karte leicht ...


© 2002 Bernd van Ooy


Anm. der Redaktion: Weitere Beiträge von Bernd van Ooy über andere Touren in seinem geliebten Ferienland finden sich unter 

Ebenfalls zu erwähnen ist sein Bericht über den Bau des Outdoor-Ofens, den er bei seiner obigen Tour dabei hatte: Rubrik "Kochen Unterwegs", Feuer und Stahl!