Italien: Westalpen, August 2020

Noch einmal: In die Berge vom Piemont ...


Vorbemerkung

Zum Abschluss Wieder in den Piemontesischen Bergen ...des Corona-Jahres 2020 gleich drei Beispiele für Reisen in eine Region, die trotz der Pandemie wie auch zuvor ein immer wieder gern besuchtes Ziel darstellt: Die Westalpen sowohl auf der italienischen als auch der französischen Seite. Wir haben hier drei Reisen in diese Region aufeinander folgend in den Monaten August, September und Oktober zusammengestellt, die anschaulich und mit großartigen Bildern zeigen, dass es auch in diesen nicht mehr ganz so positiven Reisezeiten immer noch echte Lichtblicke gibt und gegeben hat - und wir hoffen natürlich, dass dies auch so bleibt!

Gegen Ende August 2020 heißt das Ziel der ersten beiden Reisenden noch einmal: Piemontesische Berge. Nachdem sie die letzten Feriengäste aus ihrem heimischen Olivenhain verabschiedet haben, brechen sie für vier Tage in die Berge auf. Zuvor mussten aber noch Pflanzen und Blumen auf einige Tage Abwesenheit vorbereitet werden. Der Aufwand ist dabei immer schon erheblich und so erscheint es ihnen eigentlich egal, ob sie nur drei Tage oder drei Wochen wegfahren - aber ihr Toyo ruft nach umfangreicher Renovierung wieder und sie folgen seinem Ruf ...


Es geht durch den Tendetunnel ins Piemont in das Valle Stura, westlich von Cuneo gelegen. Unser erstes Ziel für zwei Nächte ist der Lago della Rovina, auf 1.500 m Höhe an einem Talende gelegen. Es gibt hier ein schön angelegtes Freizeitgelände, auf dem auch Übernachten im Camper erlaubt ist (Bild unten links).

Die Lage direkt am See ist herrlich, wenngleich durch die hohen Berge die Sonne früh untergeht und erst spät am Morgen das Tal erwärmt. Am nächsten Tag führt uns eine Bergtour 550 m höher zu einem Stausee und dem Rifugio Genova Figari.

Der Wanderweg ist gut auf dem Bild oben Mitte auf der rechten Bergseite zu erkennen: Es muss wohl vor langer Zeit mal eine Fahrstraße zum Bau der Staumauer gewesen sein, inzwischen hat die Natur schon fast wieder den Originalzustand hergestellt ...

Das Rifugio ist etwas klein geraten im Bild oben rechts, es liegt aber herrlich auf einem Felsen oberhalb des Stausees und lädt zum Verweilen und Übernachten ein. Von hier führen einige Wanderwege über weitere Pässe, dem Wanderfreudigen steht hier einiges an Möglichkeiten offen. Wir hingegen stärken uns mit einer Portion Antipasti, bevor wir zum Toyo zurückkehren. Elf Kilometer Strecke mit Barfußsocken reichen uns heute in dem steinigen Gelände und auch Hund Ben ist sichtlich froh, als er sich im Schatten des Fahrzeugs ausruhen kann.

Am Folgetag starten wir in ein Gebiet, das wir bereits im Jahr 2000 erstmalig erkundet hatten, vor zwei Jahrzehnten noch zusammen mit den Kindern: Das Gebiet zwischen Valle Stura und Valle Varaita. Es war seinerzeit unsere erste größere 4x4-Reise ...

Freizeitgelände mit Übernachtsgelegenheit Lago della Rovina und Bergwanderweg (rechts im Bild) Schön gelegen: Rifugio Genova Figari
Einsame Bergsträßchen ... ... und grandiose Landschaft ...

In dieser Region gibt es auch heute noch einsame Bergsträßchen, die nur noch sporadisch unterhalten werden und ein etwas mehr an Bodenfreiheit und robuste Reifen erfordern. Leider schlägt das Wetter um, immer wieder ziehen kräftige Regenböen über uns hinweg und wir befahren nur einen Teil der Piste - schließlich drehen wir um, um uns einen halbwegs geschützten Stellplatz für die Nacht suchen.

Wir üben mal wieder das Leben in unserem Toyota HZJ 78 bei geschlossenem Hubdach, aber diesmal  - dank einer neuen Dachschale - mit einem Plus von 10 cm Höhe.

Keine schräge Sache: Wieder im Piemont! ;-))Dies eröffnet auch einige neue Sitzmöglichkeiten, aber auf Dauer ist es weiterhin eng; Sonny´s Träume von einem Sofa im Toyo müssen bis auf weiteres auf der Wunschliste verharren. Dennoch ist das Mehr an Luftraum nicht zu verachten und der Bettenbau geht doch um einiges einfacher als früher. Zugleich läuft unsere Standheizung (ohne Höhenanpassung) auf 2.450 m Höhe stundenlang ohne Murren, wenn auch mit reduzierter Leistung. Liegt es am neuen Einbauplatz, der eine verbesserte Luftführung ermöglicht? Früher ging die Heizung regelmäßig ab 1.800 m Höhe aus und dann in den Fehlermodus ...

Ende August heißt es dann wieder retour gen Süden und das Wetter wird wieder zunehmend besser. Wir hoffen, dass wir diese Strecke nicht erst in 20 Jahren erneut fahren. Die Weite der Landschaft ist dafür einfach zu grandios ...


© 2020 Hans-Jörg Wiebe


Nachtrag: Chance genutzt!

Manchmal läuft es (zum Glück!) dann doch besser als befürchtet. Was unser Autor zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Es würde keine Jahre und auch keine Monate bis zur Wiederkehr dauern, sondern aufgrund passender Umstände lediglich drei Wochen, bis sich unsere Piemont-Reisenden wieder vor Ort befinden - und deshalb gibt es diesmal auch direkt eine Fortsetzung zu diesem Kurzbericht: Zu Pässen, Pisten und Tälern in den Cinque Valli und der Haute-Provence


Anm. der Red.: Weitere Beiträge von Hans-Jörg finden sich in unserer Autorenübersicht!