Italien  Frankreich  Ligurische Grenzkammstraße "History"

Rückblick 2006: Unterwegs mit frisch gekauftem Landrover ...


Am Fort Central ...

Diese Reise ist schon so lange her, dass Erinnerungen daran tief aus dem Gedächtnis gegraben werden müssen. Damals konnte man noch viele Wege in den Alpen öffentlich befahren, so dass man inzwischen daran erinnern muss, wie es war. Das ist keine Kritik an der heutigen Situation, sondern nur eine Erinnerung an früher. Zum Glück machte ich damals schon viele Bilder, die man als Gedächtnisstütze heran ziehen kann. Jedoch entstand wie so oft bei alten Bildern die Frage "Wo war das denn?" Da ich damals schon digital fotografierte, lässt zumindest das Entstehungsdatum eine Eingrenzung der Gegend zu, in der es entstand.

Umso mehr schätze ich moderne Smartphones, die dem Bild einen "Geo Tag" verpassen können. Diese Funktion lernte ich so zu schätzen, dass ich inzwischen sogar eine Kamera mit GPS besitze. Man muss das Bild nur auf https://whereis.silverpeaks.de/ schieben und schon wird der Ort derAufnahme gezeigt, ohne das Bild hochzuladen. Oder man besitzt eine eigene Nextcloud mit der "Maps" App. Mit ihr werden eigene Bilder und Kontakte völlig privat auf einer Karte angezeigt. Man muss sich jedoch im Klaren darüber sein, dass diese Bilder vom "normalen" Handy mit Geo Tag zu Google oder Apple auch hoch geladen werden und man ihnen die gleichen Informationen gibt. Darum ist Software gegen Datengier auch hier wichtig.

Doch zurück zur Reise.

Einen Innenausbau gab es damals 2006 noch gar keinen, so frisch war das Auto für uns. Wir bauten nur die hintere Sitzbank aus, stopften diverse Reiseutensilien ins Auto und fuhren los. Immerhin hatte ich schon ein vorhandenes Solarmodul aufs Dach gebaut, damit die billige, aber stromhungrige Peltierkühlbox nicht sofort den Akku leert. Das Ziel war die Ligurische Grenzkammstraße (LGKS), die wir damals als höchst abenteuerlich empfanden. Die LGKS liegt auf dem Grenzkamm zwischen Italien und Frankreich. Als Kernbereich und Einstieg kann man das Fort Central betrachten. Kernbereich kann man deshalb sagen, weil es sich eigentlich nicht um einen einzelnen Weg handelt, sondern um ein Wegenetz. Im Wesentlichen liegt die Straße nordöstlich von Monaco an der Grenze.

Forts und verfallene militärische Anlagen gibt es hier einige. Sie zeugen von vergangenen Bedrohungslagen innerhalb Europas. Ein Netz entstand deswegen, weil die einzelnen Forts und andere Punkte natürlich nicht nur von einer einzigen Verbindungsstraße erreichbar sein durften. Zu unserer Verwunderung fuhren dort die Einheimischen gar nicht mit aufgemotzten Offroadern, wie in unserer naiven Vorstellung erwartet, sondern sogar mit alten VW Bussen. Der FIAT Panda 4x4 war dort ein Standardfahrzeug. Unserem Selbstverständnis als harte Abenteurer hat das zwar einen gewissen Dämpfer verpasst, aber so ein bisschen abenteuerlich war es dann ja doch ...

Bei der Anreise konnten wir die Assietta Hochkammstraße auch noch befahren, denn sie war damals noch für den Verkehr geöffnet. Beim Wetter muss man in dieser Höhe natürlich auf alles vorbereitet sein. Schnee und Hagel sind normal ...

Verlauf der alten Militärstraße (Bild: Wikipedia) Passhöhe Angriffsplan der französisch-spanischen Truppen an der Assietta
Beim Wetter muss man in dieser Höhe natürlich auf alles vorbereitet sein Wolkentunnel Hagel Hagelanhäufung

Noch einige weitere Impressionen von der Anreise: Bei Alpenbildern kann man ja kaum etwas falsch machen. Unser Einstieg war beim bereits erwähnten Fort Central. Ich konnte es mir nicht verkneifen, auch im Inneren des Forts herum zu klettern. Der neuhochdeutsche Ausdruck "Lost Places" (für den natürlich überhaupt kein Wort in unserer Sprache existiert) ist wohl vielen ein Begriff ...

Bei Alpenbildern kann man nichts falsch machen ... Blick auf Serpentinen Noch mehr Serpentinen ...
Grandiose Ausblicke ... Der Fahrer hat´s drauf, oder? ;-)) Verdiente Ruhe am Lagerfeuer ...

Es ist eine seltsame Vorstellung, hier vor dem geistigen Auge das militaristische Treiben vergangener Zeiten zu sehen. Der Bau des Fort Central ist gerade einmal 150 Jahre her.

 Militaristisches - mehr oder minder zugänglich - von anderen Orten gab es auch genug zu sehen ...

Im Forte Centrale Huuu huuu ... Jawolll ...
Geht auch ohne Militärfahrzeug ... Hier Posieren muss einfach sein! ;-)
Militaristisches - mehr oder minder zugänglich - von anderen Orten gab es auch genug zu sehen Mehr Militaristisches ... Mehr Militaristisches ...
Mehr Militaristisches ... Mehr Militaristisches ... Mehr Militaristisches ...

Der Hauptteil der LGKS sieht dann so aus ...

Hauptteil LGKS Hauptteil LGKS Hauptteil LGKS
Hauptteil LGKS Treffen mit Bewohnern muss sein ... Hauptteil LGKS

Der Rundtrip führte uns von Norden her durch die Schweiz über die Assietta Hochkammstraße in Richtung Tende. Von hier konnte man auf extrem kurviger Straße hinauf zum Fort Central fahren. Von dort ging es dann den Hauptteil der ehemaligen Militärstraße entlang weiter nach Osten über den Colle del Cuni, den Colle della Gaina zum Rifugio Barbera. Der Passo Framargal ist ein toller Grat. Ab hier geht es nach Süden. An einer lang gezogenen bewaldeten Ostflanke entlang geht es dann hinauf zum Passo di Tanarello ...

Tanarello ...

Nach dem Passo Collardente fuhren wir nach Osten hinein in die Runde über San Bernardo und Monesi rund um den Monte Saccarello. Unterwegs gibt es sagenhafte Ausblicke aus fast 2000m Höhe zum Meer. Auf dem Colle del Garezzo ging es sogar durch einen kurzen Tunnel auf dem Kamm.

Die alten Kasernen bei  44° 0'50.86"N, 7°39'48.43"E sind ein beliebter Platz für Massenpicknick bei geführten Touren mit vielen Geländewagen. Da war ganz schön was los. Wie bereits gezeigt kommt man an alten militärischenAnlagen öfter vorbei. Dieses Ambiente ist natürlich auch bei Wanderern beliebt. Beim Rifugio Alavena begann die Asphaltstraße hinunter nach Pigna.

Keine Viehweide oder Behausung oberhalb? Dann ist es Trinkwasser! Beim Rückwärts fahren reißt man sich gerne mal einen Spritzlappen ab, wenn er zwischen einem Stein und dem Rad eingeklemmt wird ...

Wasser holen ... Lappen weg ...

Weitere Impressionen ...

Eindrücke am Wegesrand ... Wo geht´s hin?
Weitere Impressionen ... Weitere Impressionen ...
Wunderbarer Übernachtungsplatz ... Weitere Impressionen ... Mehr Blicke übers Ersatzrad ...

... und noch mehr Impressionen

Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ...
Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ...
Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ...
Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ... Noch mehr Impressionen ...

Es ließen sich viele Wege in das Piemont von der Kammstraße aus erkunden. Für uns war in Pigna die Bergstraße zu Ende. Nach einem Abstecher durch Monaco ging es wieder in die Heimat. Ein Wort zu Monaco: Man fühlt sich angesichts der vielen Edelkarossen und des ganzen Luxus mit einem richtig dreckigen alten Land Rover mitten in Monaco nicht deplaziert ...

Auf dem Rückweg ging es noch am Lac de Serre-Ponçon nördlich der Grenzkammstraße vorbei ...

Am Lac de Serre-Ponçon

Wie, ob und wann man auf der LGKS fahren kann, muss jeder selbst für sich herausfinden: Vor über 20 Jahren war es auf jeden Fall eine Reise wert ... 


© 2026 Sigi Heider


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