Wieder mal wartet die Westküste ...

Wir fahren mit Roland aus dem Ort heraus - eine Tour führt uns zu dem im Internet zum Verkauf angebotenen Haus nahe Westport, das wir uns anschauen wollen - die Suche nach einem Domizil im Land läuft schließlich bereits seit geraumer Zeit. Die Befürchtungen aufgrund der vorab von Roland übersandten Fotos dieses Objektes erweisen sich beim Besuch vor Ort allerdings mehr als berechtigt: Eine in Teilen von außen gut aussehende vermutliche "Ruine"  erwartet den Besucher. Und die Maklerauskunft dazu " ... it could benefit from some work" erweist sich damit tatsächlich als gelungener Brüller ...

Die Ausfahrt Richtung Westen an die Clew Bay mit ihren vorgelagerten Inseln erweist sich dagegen als echter Genuss und keine Enttäuschung: Wer kann sich dem traumhaften Anblick entziehen, der sich hier an der berühmten Westküste dem Betrachter bietet? Wir wie immer ganz bestimmt nicht!

Nach Rückkehr ins Appartement und späterem Gang in den Pub haben wir heute einmal mehr am eigenen Leib erlebt, was die Anziehungskraft Irlands ausmacht ...

Die Inseln an der Clew Bay .... Roland kennt sich aus ...
Wer Landschaft sucht, ist hier richtig ... Malerische Umgebung ... Dafür sollte man Zeit mitbringen ... Irisches Tagebuch ..?
Die Hütte stand auch mal zum Verkauf ... Aufmerksame, aber freundliche Wachhunde "Unser" Objekt: It could benefit from some work ...

Am Folgetag steht die vereinbarte Tour nach Galway auf dem Programm: Eigentlich als recht nah in Erinnerung und auch täglich angefahren von Rolands Hausmeister, der dort mit seiner Familie lebt, sind wir dann aber dennoch erstaunt, wie lange wir dorthin unterwegs sind: Die Strecke zieht sich und der Gedanke, die Strecke zwischen Westport und Galway zweimal täglich hin- und herfahren zu müssen, kann trotz aller Irland-Verzauberung niemanden sonderlich reizen. Das muss wirklich nicht sein, auch wenn offenbar die Jobsituation hier so etwas zu erfordern scheint ...

Die bekannte Stadt an der irischen Westküste empfängt uns schließlich mit ihrem alten Charme: Vom Hafen aus folgt der Weg in die Innenstadt, wo sich bekanntlich das Leben abspielt. Studenten verdienen sich hier etwas dazu, indem sie sich als lebendige Plakatträger verdingen, die Band keywest spielt heute ebenfalls in der Fußgängerzone. Wie es der Zufall will, wird diese Band direkt nach unserer Rückkehr auch in München auftreten, na sowas!

Als "alternative Party-Stadt des irischen Westens mit unzähligen Festivals und Veranstaltungen" wird die Stadt auch bei uns beworben und ist insgesamt als recht berühmter Ort am "Wild Atlantic Way" bekannt. Wir schauen uns bekannte historische Pubs an wie z.B. "The King´s Head" in einem 800 Jahre alten Gebäude, das einst Sitz des berühmten Bürgermeisters Lynch war, dessen später so benannte Justiz am eigenen Sohn weltbekannt wurde.

Galway Hafen Am Meeresschwimmbad von Salthill
Studenten machen Plakatwerbung ... ... was die Handynutzung dabei nicht wirklich behindert ... Lebendige City ... Auch "keywest" tritt hier heute auf ...
Eine Heimstätte des Claddagh-Rings ... Historische Pubs überall ... Berühmt: The King´s Head Noch mehr Pubs ...
Bahnrundfahrt gefällig? Gut gefüllt: Am Fluss Corrib Am Spanish Arch Nicht nur eine Fähre: Hier sitzt Oscar Wilde selbst ...
Blick ins historische Fischlokal McDonagh's ... Mit der neuen Mütze kann man´s aushalten ... ;-)) Nachmittagskaffee muss auch mal sein ... 

Wir bewundern die Phantasie der Bildhauerin Tiiu Kirsipuu, die Oscar Wilde mit dem estnischen Schriftsteller Eduard Wilde hier auf eine Bank setzte, weil sie Zeitgenossen waren und theoretisch ein solches Treffen möglich gewesen wäre.

Wir kaufen Wollmützen und -Schals in einem Traditionsgeschäft, besuchen eine Heimstätte des Claddagh-Rings, spazieren entlang am Ufer des Hochwasser führenden Flusses Corrib, der vom gleichnamigen See aus durch die Stadt fließt und dort in den Atlantik mündet. Dabei kommt man auch zum "Spanish Arch", einer der beiden verbliebenen einstigen Befestigungen der Stadt zur Seeseite hin.  Unweit befindet sich das historische Fischlokal McDonagh's, das seit 1902 zahlreiche Auszeichnungen für die exzellenten Meeresfrüchte- und Fischgerichte erhielt ...

Unser Weg führt später auch zu einer z.B. aus der Serie "Jack Taylor" bekannten Stelle an der Uferpromenade des Stadtteils Salthill: Wie oft trafen sich am berühmten Meeresschwimmbad, von dessen Sprungturm aus man direkt in die See eintaucht, hier doch die Akteure dieser Serie, um irgendetwas zu besprechen!

Trotz des heutigen Wetters stapfen - wie es hier traditionell der Fall ist - gerade auch zwei ältere Herren in Badehose ans Ufer und steigen die Treppen hinab in den Atlantik - wir bibbern automatisch mit  ...

Die Rückfahrt nach Westport zieht sich erneut, der Feierabendverkehr macht sich nun auch hier deutlich bemerkbar ... 

Ende eines letzten Treffens ...

Nach unserem kurzen Besuch naht schnell wieder der Tag des Abschieds: Roland fährt uns an diesem Sonntagmorgen hinaus nach Knock, was uns eine umständliche Bustour erspart.

Überall sehen wir schon die Dekorationen in den Orten für die Feiern anlässlich des heutigen St. Patrick's Day.

Unser Flybe-Flieger mit besonders geringen erlaubten Gepäckabmessungen soll kurz vor 10:00 Uhr Richtung Schottland starten, wo wir in Edinburgh in den Anschlussflieger nach München umsteigen wollen, der planmäßig dort kurz nach 16:30 ankommt. Ein wie so oft menschenleeres Flughafenterminal in Knock wird die Wartezeit erleichtern, wo wie zum Trost auf der Toilette Großbilder von Booten auf dem Shannon den Besucher an vergangene Reiseabenteuer erinnern ...

Bewährte Fachliteratur ... Was ist heute wieder passiert? Toilettenschmuck: Erinnerungen an den Shannon werden wach ... 
Der Heilige wacht hier auch am Platzrand ... Mit Flybe unterwegs ... Anschluss wartet nicht: Ankunft in Edinburgh ...

Die so stressfrei geplante Rückreise wird jedoch vollkommen anders ablaufen: Die Flybe-Maschine aus Edinburgh hat eine derart gewaltige Verspätung, dass wir nicht mehr mit einem Anschlussflug rechnen können. Wie durch ein Wunder wird uns dieses jedoch mit Glück und Rückenwind schließlich doch noch gelingen, trotz einer Umsteigezeit, die zuletzt von gut 2 Stunden auf nahezu Null schrumpft. Kurz nach dem Anflug auf Edinburgh werden wir zu guter Letzt noch den Anschlussflug im Laufschritt durch den Flughafen erreichen ...

Dieses und anderes wissen wir aber noch nicht, als wir uns am Flughafen herzlich von Roland verabschieden und gemeinsam beschließen, uns schon bald in München wiederzusehen.

Was an diesem Morgen ebenfalls niemand von uns ahnt: Es wird kein weiteres Treffen mit ihm mehr geben, denn keine drei Monate später wird Roland wohl seine letzte Reise antreten über die See vor Irlands Westküste. Wir trauern um ihn und wünschen ihm alles Gute bei seiner letzten Fahrt ..!  


© 2019 J. de Haas