Zur Vorgeschichte

Der eine, mit dem alles begann ...

Paul Graetz wurde 1875 Zittau (Lausitz) geboren auf dem Gut seines Großvaters in Reichenau. Während seiner Offizerslaufbahn 1895 - 1907 war er schon bis 1904 in Ostafrika im Einsatz. Nach seinem Ausscheiden bei der Schutztruppe startete er am 10.08.1907 mit Theodor von Roeder und Chauffeur von Postamt Daressalam aus seine legendäre Tour, die er am 01.05.1909 in Swakopmund beendete. Weitere Stationen seines Lebens waren u.a. eine (Luftschiff-) Expedition nach Neu Guinea, die Gründung der Vorläuferfirma der Lufthansa 1920 und eine abenteuerliche Indienfahrt.

Ab 1920 ist sein Hauptwohnort Langebrück bei Dresden, 1949 flieht er aus der Sowjetzone. Im Jahr 1950 wird die Vorbereitung seiner 3. Afrikadurchquerung nach Unfall seiner Ehefrau abgebrochen, im Jahr 1968 stirbt er schließlich in Travemünde - auf seinem Grabstein findet man die Inschrift

Paul Graetz africanus, Carpe Diem
25.07.1875 - 16.02.1968

Paul Graetz war immer Motor, der zündende Ideen mit Tatkraft umsetzte ...

Paul Graetz 1902 bei seiner Versetzung zur Schutztruppe von Deutsch Ostafrika ... Carsten Möhle in Mokoro ...

Und der andere ...

Carsten Möhle, geboren 1964, auch er bis 1995 Berufsoldat, danach Erwerb des Touristikmanagement-Diploms. Inzwischen ist er selbständiger Reiseveranstalter "Bwana Tucke-Tucke" mit Sitz in Deutschland und Namibia.

Jährliche Abenteuerreisen führten ihn kreuz und quer durch den afrikanischen Kontinent. Joggen auf dem Kilimanjaro, Hoch -Tick mit den Berggorillas in Rwanda und Herunterpaddeln des Congos in einem selbstgebasteltem Einbaum waren nur einige dieser Reisen ...

Swahili und Lingala -Kenntnisse waren dabei hilfreich, enge Kontakte zur afrikanischen Bevölkerung zu knüpfen. Bei seinen Reisen stieß er auf die abenteuerliche Geschichte des Afrikadurchquerers Paul Graetz, grub sie weiter aus und belebte die historische Reise als Expedition, die jährlich vom 10.08. - 13.09. wiederholt wird. Mittlerweile lebt er 9 Monate im Jahr in der Sonne, die salzige Seeluft holt er sich bei Heimweh von Deutschlands "südlichstem Nordseebadeort" Swakopmund ab. "Stimmt es, daß Ihr Norddeutschen ignorant, gleichgültig und humorlos seid?" wird er in Namibia häufig gefragt. "Ach, ich weiß nicht", antwortet er dann immer, "und es ist mir auch egal. Darüber kann ich nicht mal lachen." 1999 hat er nach der vorgezogenen Hochzeitsreise "Paul Graetz Pionier-Tour" seine Frau Carmen in Form einer Buschmannhochzeit geheiratet ...

... und das namibische Afrikadurchquerungsautomobil ...

 Das Fahrzeug von Paul Graetz wurde 1907 in den  Fahrzeugwerken Gaggenau gebaut. "Bwana Tucke-Tucke"  baute einen 60 Jahre jüngeren Unimog  aus der gleichen Fabrik in Namibia zu einem dem Graetzmobil ähnlichen Fahrzeug um. Man hatte die gleichen 35 cm Bodenfreiheit, einen Holzaufbau, 2 Sitzreihen und die gleiche ungünstige Gewichtsverteilung gewählt. Zudem war das Fahrzeug vollkommen offen, was Sonnenbrand, Staub und Hitze erwarten ließ. Ein Teil der Strecke sollte außerdem mit  heruntergeklappter Frontscheibe zurückgelegt werden - so waren die Rahmenbedingungen, als es im August 1999 zum ersten Mal los ging ...

Vorstellung vom Paul Graetz Fahrzeug in Bad Homburg beim Kaiserpreisrennen 1907 ...

Vorstellung vom Paul Graetz Fahrzeug 
in Bad Homburg beim Kaiserpreisrennen 1907 ...

Und daneben: Das neue "Graetzmobil": 
Auch ein Fahrzeug aus Gaggenau, Baujahr 1967. 
In der gleichen Fabrik gebaut, aber 60 Jahre jünger als 
das Fahrzeug von Paul Graetz ... 

Auch das ein Fahrzeug aus Gaggenau ...

© 2000 Carsten Möhle