Wenn's nass und dreckig wird: Die GoPro Hero 3


Schauen wir in unsere Fototasche, so ist die Auswahl reichlich:

  • die Lumix für die Westentasche
  • die Canon, wenn es professionell sein muss
  • die JVC für die Bewegung
  • die FCO 2, wenn es in die Luft geht,

aber was machen wir, wenn es mal nass und dreckig werden sollte? Da müssen alle in der Tasche bleiben.

Also scheint es an der Zeit, dem Kamerateam ein neues Mitglied zuzuführen: Die Neue sollte klein, robust und wasserfest - sogar salzwasserfest - sein.

Die Wahl fällt auf die GoPro Digital Hero 3 mit einem Preis von 100,- bis 130,- EUR (Stand Dezember 2009). Dafür erhält man eine digitale Kamera mit einem wasserdichten Gehäuse, das man an den Arm oder um den Fußknöchel schnallen kann - getreu der Formel

Kamera + Gehäuse = Actioncam

Kamera + Gehäuse

= Actioncam

Die Größe überzeugt:

  • ohne Gehäuse (ca.): 6 cm x 4 cm x 2,5 cm, 65 g inkl. SD-Karte und Batterien
  • mit Gehäuse (ca.):  6,5 cm x 8 cm x 4,5 cm, 150 g inkl. SD-Karte, Batterien und Armband.

Die Auflösung von 3 Megapixel reicht für nasse Schnappschüsse aus. Ihr Funktionsumfang ist zweckmäßig, jedoch wurde die Schriftgröße der Anleitung der Größe der Kamera angepasst, eine Lupe ist empfehlenswert. Die Kamera hat Folgendes zu bieten:

  • Einzelfoto
  • Selbstauslöser nach 10 Sekunden
  • 3-fach Foto
  • Serienfoto alle 5 Sekunden
  • Video
  • letztes Bild löschen
  • alle Bilder löschen.

Gespeichert wird alles auf SD-Karte, bei 2 GB passt z.B. ein Video von ca. 50 Minuten drauf. Mehr als 2 GB verkraftet sie aber nicht.

Im Setupmode kann man die Kamera auf die persönlichen Bedürfnisse einstellen wie PAL/NTSC für Videos, High oder Low Quality für den Sound beim Video, automatische 180° Drehung der Bilder, falls die Kamera ihren Dienst auf dem Kopf versehen muss, Zeitspanne für den automatischen Power Off. Praktisch ist auch, dass man sie einstellen kann, ob sie sich beim Ausschalten den letzten Modus merkt oder immer wieder in den Einzelfotomodus zurücksetzt.

Gewöhnungsbedürftig ist die eingebaute Mini-LCD-Anzeige, die die Bildnummer, die Menüfunktionen und auch Fehlerindikatoren anzeigt. Sie ist nämlich auf den Kopf gestellt, was am Anfang dazu führt, dass man ab dem 3. Bild oder 3. Video schnell glauben kann, man hätte ein Problem, da E angezeigt wird. Aber wenn man das begriffen hat, beruhigt man sich wieder ...

Das heißt nicht, dass Error 1 aufgetreten ist ... man hat nur gerade das 13. Bild geschossen!

Die Stromversorgung erfolgt über zwei AAA Batterien oder Akkus. Und da ist die Kamera wirklich empfindlich: Nur beste NiMH Akkus oder Lithium Batterien bringen zufrieden stellenden Erfolg, besonders, wenn man Videos drehen will. Billige Produkte machen schnell schlapp und das erzeugt Frust. Versehentlich einschalten kann man sie nicht, da man einige Sekunden auf den Einschaltknopf auf der Frontseite drücken muss, bis sie mit Pieps die Bereitschaft zum Arbeiten anzeigt.

Bild über Wasser ... die ersten Spritzer kommen schon ...

und ganz unter Wasser ...

Nun zum Fotografieren: Der Auslöser befindet sich, wie gewohnt, auf der Oberseite der Kamera. Der Sucher (na, ja) ist zwar vorhanden, aber eben winzig, wir haben oft nur so aus der Hand "drauf gehalten". Löst die Kamera aus, zeigt sie dies durch eine rote LED und einen Piepston an, was recht praktisch ist, denn so hat man die Rückmeldung, ob man den Knopf wirklich getroffen hat. Im Video- oder Serienfotomodus blinkt die LED.Die Kamera verschwindet unkompliziert im wasserdichten Gehäuse, man darf nicht zu zögerlich sein beim Verschließen, etwas Kraft braucht das schon. Mit dem Armband kann man sie nun mitnehmen ins nasse Vergnügen und sie funktioniert über Wasser, im Wasser und unter Wasser ...

Aber was hält die Kamera wirklich aus? Wir machen den Test und schnallen sie bei Tschechien ´09 der Hündin Amy um. Volker und Kay haben schnell eine Halterung aus Alltagsgegenständen konstruiert, die sich bewährt hat. Da Amy nichts lieber macht, als herumzutollen und Stöckchen aus dem Wasser zu holen, ist sie die ideale "Testperson". Wir bleiben relativ trocken (außer Amy schüttelt sich zu früh, was auch eine entsprechende Soundkulisse im Film ergibt) und können vollkommen entspannt den Test durchziehen, den wir in einem kleinen Video in Zusammenarbeit mit der JVC GR-D360E zusammengefasst haben:

Die Bilder im Standard-JPG-Format können einfach weiter verarbeitet werden. Auch die Videos im AVI-Format  lassen sich bestens mit Quicktime oder Ähnlichem abspielen und sie lassen sich auch mit Videoschnittprogrammen nachbearbeiten. Sogar der Ton ist akzeptabel für den Winzling.

Fazit: Als Spaß- und Schnappschusskamera ist die robuste GoPro Hero 3 ideal und sie fehlt bei keiner unserer Reisen mehr ...


© 2010 Sixta Zerlauth