DJI Mini 3 Pro vor dem Start ...

Unser neues Haustier:

Die Drohne DJI Mini 3 Pro


Luftaufnahmen hatten schon immer eine besondere Faszination: Bereits vor vielen Jahren experimentierten wir mit KAP (Kite Aerial Photography), bei der die Kamera an einem Drachen befestigt wird - und berichteten darüber. Der Nachteil dabei, man braucht stetigen Wind und einen Drachen. Auch die Stabilisierung des Schwebestativs (Rig) an der Drachenleine ist recht aufwändig, eine echte Fummelei ...

Deshalb liebäugeln wir seit Jahren mit den Kameradrohnen. Aber vieles sprach dagegen: Zum einen die oft großen Koffer, die man mitschleppen müsste, dann erforderten die Drohnen gewisse Übung und Geschick für den Flug, dann der Wirrwarr um die EU-Drohnenverordnung und nicht zuletzt die recht hohen Preise für eine gute Drohnenqualität.

Alles, was zu niedrigen Preisen angeboten wurde und heute noch wird, sollte man nicht kaufen. Entweder es handelt sich um Fake-Produkte oder die Qualität ist so schlecht, dass man frustiert den Technikschrott wegpackt, wenn nicht sogar entsorgt.

DJI, ein chinesisches Technologieunternehmen, Marktführer im Bereich Drohnen für den gewerblichen und privaten Bereich, hat nun eine hübsche kleine Drohne - DJI Mini 3 Pro -  im Produktportfolio, die uns die Kaufentscheidung leicht gemacht hat. Sie wiegt nur 249 Gramm und darf deshalb ohne Führerschein geflogen werden.

Preislich sicher kein Schnapper, man sollte mit Zubehör ca. 1.000,- EUR einplanen.

"Drohnenführerschein"Wer darauf noch sparen muss, kann die Zeit schon mal nutzen: Man benötigt auf alle Fälle eine Drohnenversicherung. Da gibt es allerlei Angebote im Internet, wer aber bereits eine private Haftpflichtversicherung besitzt, sollte bei seiner Versicherung nachfragen. Bei uns sind jetzt für einen Aufpreis von 2,- EUR/ Jahr Drohnen bis 500 Gramm mitversichert. Das ist sicher die günstigste Variante.

Dann muss man beim Luftfahrtbundesamt (LBA) eine Betreiber-ID beantragen - Kosten 20,- EUR Stand 2024. Diese Betreiber-ID muss auf der Drohne angebracht werden - ein kleines Etikett reicht, denn jedes Gramm zählt! Frühere Anforderungen an eine feuerfeste Metallplakette sind zum Glück mittlerweile hinfällig.

Auch wenn das Gewicht der DJI Mini 3 Pro unter 250 Gramm liegt - somit zur Klasse C0 gehört und kein Führerschein benötigt wird - empfiehlt es sich, das Lehrmaterial vom LBA mal durchzulesen.

Für 25,- EUR kann man die online-Prüfung zum kleinen Drohnenführerschein (EU-Kompetenznachweis) A1/A3 absolvieren und darf auch Drohnen der Klassen C1 bis C4 steuern, wenn man bestimmte Regeln einhält.

Für die Testflüge muss man sich informieren, wo in seiner Umgebung das Fliegen von Drohnen gestattet ist - das spart Ärger.

Doch nun zu unserem neuen Haustier: Die DJI Mini 3 Pro. Klein und kompakt verpackt wird sie wenige Tage nach der Bestellung geliefert ...

Eine kleine Tasche ... ... und alles sicher verstaut ...
Kufen als Zubehör ...

Bei der Fernbedienung gibt es zwei Möglichkeiten: Die DJI RC-N1, bei der man ein Smartphone mit installierter FLY App anschließen muss oder die DJI RC mit eingebautem Display und installierter FLY App.

Das eingebaute Display verfügt über eine Diagonale von 5,5". Da mein Smartphone mit 6,7" deutlich größer ist und auch kontrasttechnisch mit dem DJI RC mithalten kann, fällt die Entscheidung für die Variante DJI RC-N1. Ein weiterer Vorteil der Fernbedienung ohne Display: Die Drohnenbilder werden direkt auf das Smartphone geladen und somit hat man eine Sicherung bzw. kann die Videos z.B. schnell in den sozialen Medien zur Verfügung stellen.

Beim Installieren der FLY App auf dem Smartphone ist aber zu beachten, dass man keine App aus dem Google Store installiert. Bei denen handelt es sich um Fakeapps mit Werbungsschleudern und ohne die gewünschte Funktionalität zur Drohnensteuerung.

Deshalb muss man die App direkt bei DJI herunterladen und installieren (QR-Code für den Download liegt der Drohne bei).

Mit der App kann man dann die Drohne registrieren und auch ein DJI Care Refresh Paket abschließen. Das empfiehlt sich für den Anfänger - so wird ein Crash oder Schaden nicht zwangsläufig zum finanziellen Totalausfall, denn man kann die Drohne zur Wartung und Reparatur einsenden oder bei Verlust eine Ersatzdrohne bekommen zu einem deutlich reduzierten Preis.  Dieses Vertragspaket kann man verständlicherweise nur innerhalb von 48 Stunden nach Registrierung der Drohne abschließen.

An Zubehör bekommt die Drohne bei uns einen zweiten Akku, Landekufen und eine Tasche, in der alles sicher verstaut werden kann. Übrigens, die Drohne darf als Handgepäck mit ins Flugzeug!

Gut verstaute Steuerknüppel ... ... werden eingeschraubt ...
Fernbedienung mit Smartphone

Als absolute Anfängerin habe ich mir immer ein Drohne gewünscht, die automatisch startet, auf Knopfdruck zurückkommt und landet. Eine Kollisionserkennung soll verhindern, dass sie an irgendwelchen Objekten zerschellt. Selbstverständlich soll sie tolle wackelfreie Videos und Fotos machen. All diese Anforderungen soll die DJI Mini 3 Pro erfüllen.

Es überrascht wirklich, wie kompakt die Fernbedienung gebaut ist: Die Steuerknüppel sind im Gehäuse eingeklemmt und werden für den Gebrauch eingeschraubt. Der Smartphonehalter ist in der Fernbedienung versenkt.

Zuerst muss man nach dem Auspacken Fernbedienung und Drohne laden. Voll geladen kann die Drohne bei optimalen Wetterverhältnissen bis zu 34 Minuten fliegen.

Die Zeit bis die Geräte geladen sind, kann man vielleicht dazu nutzen, sich Lehrvideos bei Youtube anzuschauen, was unbedingt zu empfehlen ist. Am Besten hat uns das Video von BLUEFRAMEVIDEO HAGEN gefallen - es reduziert den Lehrstoff auf das Nötigste für die ersten Flüge, denn die Drohne hat verwirrend viele Funktionen, die man später nach und nach ausprobieren kann. Nach dem Anschauen der Lehrvideos fällt das Studium des Handbuchs sehr viel leichter.

So klappt auf Anhieb das Ausklappen der Drohnenarme, das Abnehmen des Kamera/Gimbalschutzes und auch die Landekufen sind bald angebracht. Die Drohne ist im Nu startbereit ...

Was man vielleicht noch wissen sollte: Die Drohnen-Videos haben keinen Ton, was ja Sinn macht, denn die DJI Mini 3 Pro ist zwar leise, aber der Ton würde überwiegend aus Drohnengeräusch bestehen. Und ebenfalls wichtig: Die Drohne hat keine Kollisionserkennung an der Seite, die Kollisionserkennung scannt nur oben, unten, vorne, hinten.

Empfehlenswert ist ein Landingpad, damit die Drohne nicht im Gelände in Sand, Gras, Erde oder ähnlichem starten und landen muss. Wir verwenden hierzu einen unserer "Drachenanker", der die optimale Größe hat.

Drachenanker ... ... als Landingpad
Flieg, kleine Drohne flieg ...

Mit Landingpad und Drohnentasche geht es an den Strand für den ersten Testflug - das Wetter ist ideal, sonnig und nur schwacher Wind mit etwa Windstärke 2.

Der automatische Start gelingt auf Anhieb, aber schnell wird klar, die kleine Drohne verliert man schnell aus den Augen. Im Wechsel von Blick in den Himmel und Blick auf das Smartphone hat man sie aber schnell wieder geortet. Unglaublich, wie stabil sie auf der Stelle stehenbleibt, auch das Video läuft stabil. Drehen, wenden, aufwärts, abwärts - alles ist leicht zu bedienen und funktioniert einwandfrei. Die Kamera lässt sich problemlos schwenken und zoomen, auch wenn es ein wenig ruckelt, was an der mangelnden Übung der Pilotin liegt. Auch die Landung klappt wunderbar, automatisch aber auch manuell ist die Landung selbst für Laien gut durchführbar. Die Begeisterung ist grenzenlos. So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Weitere Tests zeigen aber, dass die Drohne den Start versagt, wenn sie auch nur eine kaum sichtbare Steigung vor sich sieht. Da dreht man sie am besten einfach um und startet "abwärts".

Drachenkameras vertragen Wind ...Bedeutet das nun: KAP ade - werden unsere Drachenkameras eingemottet? Aber unsere Drachenkameras vertragen Wind, wenn auch wackelig ...

Nun, in den Lehrvideos für Drohnen und auch im Handbuch wird immer darauf hingewiesen: Drohnenflug und Wind vertragen sich schlecht. Laut Handbuch soll die DJI Mini 3 Pro  bis maximal Windstärke 5 flugfähig sein. Das wollen wir sehen!

Wir müssen nicht lange warten, der Wetterbericht kündigt Windstärke 5 und mehr an. Klar ist, man muss einkalkulieren, dass die Drohne gegen den Wind schwer vorankommt und mit dem Wind schneller weg ist, als man gucken kann. Aber wie zeigt man, dass die Drohne im Wind unterwegs ist, wenn sie doch so stabil fliegt? Der Beweis fällt leicht, wir lassen Drachen steigen und die Drohne soll die fliegenden Drachen filmen.

Der Start funktioniert wieder einwandfrei und man kann es kaum glauben, wie stabil sie im Wind steht. Immer wieder erscheinen Warnhinweise in der App auf dem Smartphone, dass der Wind zu stark ist, aber die Drohne hält Stand trotz Böen bis Windstärke 6. Bei der Landung erscheint die Meldung "automatische Landung nicht möglich", aber manuell kann sie sicher landen.

Nach diesen erfolgreichen Tests wagen wir uns daran, das Wrack der American Star an der Playa de Garcey mal von oben zu filmen. Die Wettergötter sind gnädig, es ist nahezu windstill, so dass die ca. 250 Meter Flug bis zum Wrack risikolos erscheinen.

Und tatsächlich, man kann den kleinen rostigen Rest im Meer gut erkennen! Unser neues Haustier hat seine Mission erfüllt und wird sicher auf allen künftigen Reisen ein "fester" Begleiter sein ..!


© 2024 Sixta Zerlauth


Hinweis: Weitere Beiträge im Explorer Magazin von Sixta finden sich in unserer Autorenübersicht!


Noch´n Haustier: Die neue DJI Mini 4 Pro ...Nachtrag, März ´24: Und noch eine ...

Der Beitrag oben war noch nicht ganz im Kasten, da folgte schon das zweite neue Haustier: Diesmal die Folgedrohne zur obigen, also die neue DJI Mini 4 Pro.

Und zur Abwechslung hat die auch eine Fernsteuerung mit eingebautem Display sowie etliche andere Features, über die unsere Mini 3 noch nicht verfügt. Man darf gespannt sein und wir werden sicher auch zu ihr nach Erprobung einen Fortsetzungsbericht bringen!


Anm. der Red.: Mehr zur Geschichte der Drohne

Wir haben uns bereits vor vielen Jahren ausführlich mit der Geschichte der Drohne befasst, und zwar mit den ersten Einsätzen Mitte der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts bis hin zum Stand der Dinge vor gut einem Jahrzehnt:

Und zur Nützlichkeit von Drohnen bei der Wildtierrettung haben wir auch etwas: