Euro-"Extratour": Russland

Russland:

Oblast Kaliningrad,
Camp Dom Docug,
Nähe Morskoje
(Kurische Nehrung)

N55,231° E020,924°

 

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#2: ... Karte vom Zielort muss sein!
#3: Rummel an der Kurischen Nehrung
#4: ... und Ruhe ganz in der Nähe ...
#5: Naturschutz erwünscht
#6: Bauboom an der Nehrung ...
#7: Nur Rubel erwünscht ..?

#1: Im Oblast Kaliningrad ...
(Bericht von S. Zerlauth)

21.08.2009 -- Nun ja, von Euro-Tour oder selbst Euro-"Extratour" zu reden, fällt diesmal wirklich schwer bei Nordost09: Denn mit dem Euro hat unser heutiges Gastland nun wirklich auf den ersten Blick rein gar nichts mehr zu tun.

Die Eurozone hatten wir in dem Moment verlassen, als wir von Bord der Fähre VILNIUS gingen: War es an Bord des Schiffes aus dem Nicht-Euroland Litauen durchaus noch möglich gewesen, mit dem Euro zu zahlen, geht bereits in Baltijsk, dem Hafen von Kaliningrad, nichts mehr in dieser Richtung. Nicht einmal Euros tauschen kann man hier in Ermangelung einer simplen Wechselstube, stattdessen wird man zum Ort Baltijsk oder direkt nach Kaliningrad verwiesen.

Zum Glück braucht man nicht unbedingt den Rubel nach der Ankunft, wenn alles gut geht, und so war es diesmal auch bei uns. Doch was wäre geschehen, wenn ..? Nun, wir brauchen uns mit dieser Frage nicht zu befassen, denn wir erreichen schließlich ohne Probleme Kaliningrad und dort gelingt es wieder mit viel Glück, ganz in der Nähe unseres Standplatzes, an dem wir auf unseren russischen Gesprächspartner von der Firma Geocamper warten, eine Bank zu finden, wo wir 100,- EUR in 4.450,- Rubel tauschen können ...

Im Verlauf der späteren Fahrt über die Kurische Nehrung fällt es dann aber schon fast schwer, diese Rubel wieder los zu werden, nachdem uns zuvor die Polizei bei der Reise durch den Oblast Kaliningrad einmal gestoppt, jedoch auf die Erhebung eines Bußgeldes freundlicherweise verzichtet hatte. Zwar geht nun einiges drauf für den Eintritt von ca. 25,-  EUR (Stand Dezember ´09) in das Naturschutzgebiet der Nehrung, den wir kurz hinter dem Ort Szelenogradsk bürokratisch perfekt zu zahlen haben, aber danach sind die Gelegenheiten selten.

Die nächste verpassen wir, als man uns in der Ferienanlage VIZIT zwar keine Campingmöglichkeit, dafür aber eine Übernachtung in einer Holzhütte ohne Kochgelegenheit für 3.000 Rubel (ca. 70 EUR) anbieten will. Das erscheint uns trotz der offenbar "normalen" Nehrungspreise in dieser Anlage als Abzocke und wir verzichten dankend - schon wieder Geld gespart ... Das nahe gelegene Duna Camping können wir dagegen überhaupt nicht nutzen, da man uns gar nicht erst auf den Platz lässt - wie sich zeigt, ist das Ausgeben von Rubeln bei dieser Euro-"Extratour" fast genau so schwierig wie das von Euros!

Erst kurz vor der Grenze zum Schengenraum mitten auf der Kurischen Nehrung südwestlich vom litauischen Nida schaffen wir es wieder, Geld auszugeben: Das Camp Dom Docug gibt uns Asyl in landschaftlich schöner Umgebung am Haff und wir haben nicht nur einen Stellplatz für die Nacht, sondern können auch anhand der ausschließlich in Russisch beschrifteten Speisekarte zu Abend essen - wird so wohl bald der Anschluss an den Euro-Raum gelingen ..?

Wir übernachten für 500 Rubel, das Abendessen kostet uns wenige weitere Rubel, bei diesen Preisen kann man nicht meckern.

Die Dokumentation für unsere Euro-"Extratour" folgt am nächsten Morgen - unserem letzten Tag auf russischem Staatsgebiet, denn heute geht es zurück in den Schengenraum, wo bereits das nächste Bargeldproblem in Litauen auf uns warten wird, aber das hat noch etwas Zeit ...

Bevor wir die Grenze erreichen, machen wir noch Halt an der großen Düne Epha - der Parkplatz hier erweist sich bald als echter Tummelplatz russischer Touristen. Entsprechend gibt es hier auch zahlreiche Stände, an denen Bernstein, Bier, Räucherfisch oder Grillfleisch angeboten wird. Für wenige Euros bekommt man frisch gegrillten Lachs mit einem Salatteller und Brot, da bleiben immer noch genügend Rubel übrig für Literatur und Bernstein - was will man mehr?

Dass hier auf der Nehrung viele zahlungskräftige Russen unterwegs sind, hatten wir nicht zuletzt bereits am sichtbaren Bauboom gemerkt - und dass man hier trotz aller gegenteiligen Eindrücke wohl doch nicht ganz so weit vom Euro entfernt ist, zeigen in beeindruckender Weise einschlägige Personengruppen: Die Reihe westlicher Nobelkarossen mit russischem Kennzeichen, in die man sich schon bald bei der Ausreise nach Schengenland einreihen muss, spricht hier eine deutliche Sprache ...
           

 Alle Bilder auf einen Blick

#1: Im Oblast Kaliningrad ...
#2: ... Karte vom Zielort muss sein!
#3: Rummel an der Kurischen Nehrung
#4: ... und Ruhe ganz in der Nähe ...
#5: Naturschutz erwünscht
#6: Bauboom an der Nehrung ...
#7: Nur Rubel erwünscht ..?