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Kanalbrücke Magdeburg (Trogbrücke) - Schiffshebewerk (Karte: 4 - 5)
Wir sind nun gewaltige 18 Meter höher, als wir dicht gefolgt von der Prinzessin auf den Wasserweg vor uns einfahren: Nun liegt nur noch eine kurze Strecke vor uns, bis wir die berühmte Kanalbrücke Magdeburg alias "Trogbrücke" erreichen, die erst 2003 fertiggestellt wurde, wie wir mittlerweile wissen.
Diemal fahren wir IM Trog, als wir jetzt erneut die Elbe
erreichen, aber sie diesmal überqueren und nicht auf ihr unterqueren wie
vorher - ein echtes WasserstraßenKREUZ!
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Ein weiter Blick vom höheren Trog aus in die Landschaft belohnt die Fahrgäste, während wir auf der künstlichen Wasserstraße voran gleiten, hinter der bereits nach kurzer Fahrt der nächste touristische Höhepunkt wartet: Das Schiffshebewerk Rothensee!
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Erneut müssen wir uns aus offiziellen Magdeburger Quellen informieren, was es mit diesem historischen Schiffshebewerk auf sich hat. In Betrieb genommen wurde es im Jahr 1938, die Leipziger Konstrukteure hatten sich für ein Prinzip entschieden, das bis dahin noch nirgendwo für ein Bauwerk dieser Größenordnung praktisch angewendet worden war: Ein Hebewerk, dessen Trog beweglich auf zwei Schwimmern ruhte. Mit Hilfe des mit Wasser gefüllten Trogs, der zusammen mit den zwei Schwimmern und den Traggerüsten ein Gesamtgewicht von rund 5.400 Tonnen hat, konnten Schiffe vom Mittellandkanal zur Elbe "absteigen" und dabei je nach Wasserstand der Elbe ein Gefälle zwischen 11 und 18 Metern ausgleichen. Mit einer Troglänge von 85 Metern, einer Breite von 12 Metern und einer Wassertiefe im Trog von 2,50 Metern sind die Abmessungen für heutige Großmotorgüterschiffe zu gering, weshalb das Hebewerk im Jahr 2006 stillgelegt wurde. Seit Sommer 2013 wird es deshalb saisonal nur noch für touristische Zwecke betrieben.
Dass Schiffe, die hier weniger touristisch unterwegs sind,
heutzutage die direkt neben das Hebewerk gebaute normale
"Schleuse Rothensee" benutzen können, wird uns klar, als wir zum Hebewerk abbiegen
und die hinter uns fahrende "Prinzessin"
geradeaus weiter fährt und uns erstmals nicht mehr folgt: Sie will
offensichtlich direkt auf die alternative Schleuse zusteuern und
damit unseren "Verband" verlassen ...
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Unmittelbar nach unserem Abbiegen werden wir von einer Ansage an
Bord überrascht, die uns darauf hinweist, dass wir jetzt unsere
Köpfe einziehen müssen, weil das Oberdeck in der Höhe abgesenkt
wird!
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In der Tat erfahren wir jetzt wieder etwas ganz Neues auf dieser Tour, das aus technischen Quellen bekannt ist: In einigen historischen Schiffshebewerken wie dem von Rothensee müssen Passagiere auf dem Oberdeck von Ausflugsschiffen tatsächlich den Kopf einziehen und sich ducken, was an der geringen Durchfahrtshöhe unter den massiven Querriegeln der Stahlkonstruktion liegt.
Der Grund dafür ist zum einen konstruktionsbedingt: Die Schiffe fahren in einen Trog ein, über dem sich die tragende Stahlkonstruktion mit Querverstrebungen und Trogverschlüssen befindet. Wasserspiegelabhängig verringert sich bei hohen Wasserständen im Trog oder bei besonders hoch gebauten Fahrgastschiffen der Abstand zwischen dem Oberdeck und den Stahlträgern so weit, dass Passagiere zur Sicherheit angewiesen werden, sich zu setzen oder zu ducken. Die Schiffsführer geben über Lautsprecher Anweisungen, damit niemand von den niedrigen Metallteilen oder Nieten am Kopf verletzt wird. Typisch ist dieses Phänomen wie hier für ältere Hebewerke, die ursprünglich für flachere Lastkähne konzipiert wurden und heute nur noch als technisches Denkmal touristisch genutzt werden.
Zur Erheiterung der Passagiere dienen die nun folgenden Szenen an
Bord, die wir natürlich auch mit der Kamera festgehalten haben! Nach
der Durchfahrt bekommt auch der Steuermann wieder ein Dach über dem
Kopf und die Fahrt kann "normal" fortgesetzt werden - in der Tat
eine gelungene touristische Einlage!
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Rothenseer Verbindungskanal - Niedrigwasserschleuse Magdeburg (Karte: 6) - Hafen Magdeburg
Wir verlassen das Hebewerk und befahren weiter den "Abstiegskanal". Deutlich erkennt man nun beim Blick zurück den Kontrollturm der benachbarten alternativen "Schleuse Rothensee", den wir bereits vorhin aus der Nähe gegenüber sehen konnten und der nun links im anderen Ausgang dieser Durchfahrt zu erkennen ist.
Schon bald fahren wir an beeindruckenden Müll- und Schrottbergen vorbei, die sich neben unserem Schiff auftürmen und in dem Industriegebiet ein besonderes Gefühl der "Gemütlichkeit" vermitteln während wir vorbei gleiten. Schon kurz darauf erreichen wir ein letztes Hindernis, das wir noch durchqueren müssen, bevor es zum Hafen zurück geht: Die "Niedrigwasserschleuse Magdeburg - Rothensee". Auch zu der weiß die WSV (Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung) wieder mehr:
Sie wurde errichtet, um im Rothenseer Verbindungskanal und im Industriehafen Magdeburg ganzjährig ausreichende Wasserstände für die Schifffahrt zu garantieren. Die Spundwandschleuse verfügt über zwei Hubtore. Diese werden bei ausreichend hohen Wasserständen der Elbe gehoben, sodass eine freie Durchfahrt auch im Begegnungsverkehr möglich ist. Zu diesem Zweck wurde die Schleusenkammer mit einer Breite von 25,0 m hergestellt. Das Befüllen und Leeren der Schleuse geschieht über die Tore, die zu diesem Zweck zunächst leicht angehoben werden. Technische Daten: Nutzbare Länge 190 m, Kammer- und Torbreite 25 m, Oberwasserstand bei Mittelwasser 39,80 m über NN; Unterwasserstand bei Mittelwasser variabel, Hubhöhe bei Mittelwasser variabel.
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Wir verlassen die Schleuse und unser "Abstiegskanal" vereinigt sich nun wieder mit der Elbe rechts, auch diesmal sind beide Verläufe vom Schiffsheck aus bei der Weiterfahrt wieder gut zu sehen.
Das letzte kurze Stück unserer hochinteressanten "Großen
Acht"-Rundfahrt folgt nun nach der Schleusenpassage: Wir unterqueren
wieder "unseren" Herrenkrugsteg, passieren erneut den unscheinbaren
Leuchtturm Magdeburg und erkennen neben uns schon den
"Jahrtausendturm" in den Elbauen - wir sind wieder "zu Hause"!
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© 2026 J. de Haas
Anm. der Red.: Weitere Beiträge von Jürgen de Haas finden sich in unserer Autorenübersicht!





































