Batterie leer

Unterwegs im "E-Wagen" Zeitalter ...


Vorbemerkung der Redaktion

"... Grundsätzlich kann sich die E-Fahrzeugnachfrage dem Corona-bedingten Nachfragerückgang in den wichtigen Ländern Europas entziehen. Im ersten Quartal 2020 steigen die Neuzulassungen von Elektroautos in Europa um 82 Prozent, während der Gesamtabsatz um 35 Prozent zurückgeht (EU+EFTA+UK). Der Marktanteil von reinen Elektrofahrzeugen steigt auf 4,3 Prozent (zwei Prozent), der von PHEV auf 3,25 (1,1 Prozent). Insgesamt haben sich im ersten Quartal 2020 damit die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen von 3,1 Prozent auf 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Quelle: CAM / All-electronics"

Werbeplakat B90/Die Grünen: Für E-Mobilität!Der bei Elektro Wirtschaft am 27.05.2020 veröffentlichte Artikel unter der Überschrift "Elektroautos: Verdoppelte Verkaufszahlen im 1. Quartal" beeindruckte. Da stieg doch tatsächlich der Marktanteil von E-Fahrzeugen in Europa im ersten Quartal des Corona-Jahres 2020 um unglaubliche 82 Prozent, offenbar ist der Erfolg dieser das Klima rettenden Fortbewegungsmittel nun unübersehbar und alles wird gut!

Oder haben die Zahlen etwa mit ausufernden staatlichen Förderungen in diesem Bereich zu tun und dem gleichzeitigen Rückgang des Gesamtabsatzes von Fahrzeugen, siehe oben? Wir wollen es nicht hoffen, offenbar sind diese Fahrzeuge doch die Lösung, oder? Allerdings: Die Prozentzahlen können irgendwie auch anders interpretiert werden, sieht so ein wirklich großes Interesse aus?

Nun, wir geben es zu: Schon lange beschleicht uns ein zunehmend komisches Gefühl bei dem Thema, was nicht nur an der angeblichen und oft glaubhaft bestrittenen Umweltfreundlichkeit dieser Lösung liegt. Kann es richtig sein, dass so ein Laden wie VW alles nur noch auf eine Karte setzt? Wären nicht, wenn man die Welt denn tatsächlich retten wollte, ganz andere globale Ansätze viel wichtiger? Wir wollen nicht auch noch auf der Art und Weise der Batterieproduktion oder anderen Sachverhalten rund um dieses Thema herumreiten: Immerhin sind ja ausgerechnet die Autofahrer in "unserem" Bereich diejenigen, die gern die so verpönten Geländewagen und Fernreisemobile fahren, und wie war das noch gleich mit "richtigen" Lastwagen und E-Mobilität ..?

Falls man solche Freizeitmobilität nicht gleich verbietet, könnte das aber trotzdem schon ein großes Problem werden für Outdoorer, Offroader und Overlander. Außerdem haben die auch ohne E-Auto schon genug zu tun mit ihrer Elektrik ...

Im Übrigen sollte man aber eigentlich auch über Praxiserfahrung mit solchen E-Fahrzeugen verfügen und zumindest schon mal eine ausreichend lange Tour damit gemacht haben, bevor man so etwas ernsthaft in Erwägung zieht. Nun, wir sind auf einen Artikel über eine solche Tour in der compact Sonderausgabe 22 gestoßen. Wir danken Autor und Verlag für diesen Erfahrungsbericht!

Nun wird man möglicherweise einwenden, dieser Bericht sei ja schon uralt und heute wäre alles gaaaanz anders - aber könnte man daraus nicht trotzdem Schlüsse ziehen? Ja, wir versuchen es, obwohl der Beitrag tatsächlich schon ein ganzes Jahr (!) alt ist und damit vermutlich nur von der "Frühphase" der Elektromobilität im Jahr 2019 berichtet, oder ..? Sicher ist inzwischen alles schon mindestens 82 Prozent besser!


Alles für das Klima, Schluss mit dem Killergas CO2: Die Grünen wollen ein Zulassungsverbot für Verbrennungsmotoren ab 2030. Die bösen Stinker sollen durch saubere Stromer ersetzt werden. Kann das gutgehen? Der Autor hat eine Testfahrt gemacht ...


Die Zukunft ist elektrisch, so tönt es aus Berlin: Es wird Zeit, sich vom Verbrennungsmotor zu verabschieden - vielleicht wird die E-Mobilität ja gar nicht so schlimm? Schließlich hört man so viel von den schnellen Tesla-Autos aus den USA - und die deutsche Industrie gibt Milliarden aus, um ihre eigenen Modelle zu lancieren: Audi bringt den e-tron, Mercedes-Benz den EQC, beide sind für um die 80.000 Euro zu haben und über 400 PS stark. VW bietet Up! und Golf mit E-Antrieb und will unter der Marke ID im Herbst eine neue Familie von Elektroautos starten. Porsche bringt einen Viertürer namens Taycan, der nächste Macan soll auch elektrisch betrieben werden. BMW ist sowieso Pionier, der kompakte i3 hat vor noch gar nicht so langer Zeit eine größere Batterie bekommen. Klingt gar nicht so schlecht, oder?

Blitzstarter und Schnellentlader

Eine Woche Urlaub steht an, es soll an die Küste im Westen Europas gehen. Probieren wir es doch mal mit einem Elektroauto. Wir entscheiden uns für den Jaguar I-Pace: Der Brite ist ein Jahr vor den deutschen Konkurrenzmodellen auf den Markt gekommen und damit bereits in etlichen Mietwagenflotten verfügbar, unter anderem bei Sixt - für knapp 200 Euro pro Tag. Einen Tesla wollten wir nicht: Die Feuerunfälle der letzten Monate haben uns die Lust auf den Amerikaner genommen.

Schon am Vortag unserer 700-Kilometer-Strecke übernehmen wir den Stromer - und gehen auf Probefahrt, um uns mit dem Wagen vertraut zu machen. Bei jedem Ampelrennen liegt ein Elektroauto vorn, so ist es überall zu lesen. Tatsächlich: Die ansatzlose Beschleunigung macht Spaß. Bis Tempo 50 ist ein Elektroauto konkurrenzlos. Doch irgendwann fragen wir uns: Was soll das? Mit Kavalierstarts sollen sich potenzielle lntensivtäter profilieren. Doch wichtiger ist die Beschleunigung im mittleren Geschwindigkeitsbereich. Und da tut sich deutlich weniger. Unser Stromer macht gut Tempo, aber nicht gerade phänomenal. Nach rund 50 Kilometern holt uns ein Blick auf die Reichweitenanzeige auf den Boden der Tatsachen zurück: Das Limit ist um über 100 Kilometer zusammengeschmolzen. Das fängt ja gut an.

Aber wir haben ja die Nacht zum Aufladen, bevor es losgeht. Unsere links geführte Kommune hat mit großem Aufheben kostenlose Ladestationen aufgestellt. Vielleicht holen wir uns mal einen Bruchteil der unverschämt hohen Abgaben zurück? Heute geht das allerdings nicht. Die zwei Stationen sind blockiert - von einem Tesla (schön für den betuchten Genossen) und einem elektrischen Kommunalfahrzeug. Die haben ihren Ladevorgang zwar schon abgeschlossen, stehen aber noch auf dem Parkplatz. Erst am nächsten Tag werden sie wohl wieder abgeholt. Also zurück nach Hause: Es beginnt zu nerven ...

Dort gibt es eine Garage, was schon einmal ein riesiger Vorteil ist: Andere müssen auf der Straße parken und sind froh, wenn sie überhaupt einen Abstellplatz finden. Dann noch aufladen? Schwer vorstellbar. Wir können immerhin ein wenig Strom aus unserer eigenen 220-Volt-Dose tröpfeln lassen.

Schon bald zeigt sich, dass auch das keine glänzende Idee ist: Die Sicherung fliegt mehrfach heraus. Später wird mir ein Elektriker erklären, dass ich das Nachladen im eigenen Haus besser unterlassen solle. Es sei denn, ich wollte das Haus demnächst komplett neu verkabeln: Bei einem Kunden von ihm hat es beim Laden mit einem E-Auto beinahe einen Brand gegeben, die Steckdose ist komplett verschmort ...

Mallorca 2018: Infrastruktur für Elektro-Mobilität ... Ach deshalb: Förderung durch die EU ..! Mallorca 2018: Normale Elektro-Infrastruktur ...

Vollgas? Lieber nicht!

Los geht's, frühmorgens. Ein Blick auf den Ladezustand - magere 70 Prozent ... Ich schlucke meinen Frust runter und fahre auf die Autobahn. Dort sind Ladesäulen nicht weit, wir fühlen uns sicher. Und treiben das Auto spaßeshalber in den Bereich oberhalb der Richtgeschwindigkeit. Die Akkus entleeren sich nun im Rekordtempo. Selbst wer nur 130 km/h fährt, verliert rapide an Reichweite. Wer nur annähernd in die Bandbreite des amtlich ermittelten Verbrauchs (angegeben nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus) kommen will, muss sich schon mit Tempo 80 in die rechte Spur einsortieren. Ich überlege: Es wurde gewaltiges Tamtam gemacht um angeblich unrealistische Verbrauchswerte bei Verbrennungsmotoren. Diese Angaben für Elektroautos sind also in Ordnung?

Jetzt geht es aber erst einmal ums Ankommen. Wir sind unter die 20 Prozent Reichweite gefallen, nach weitaus kürzerer Fahrstrecke als erwartet. Also rechts raus. Gott sei Dank ist die Ladestation frei. Jetzt müssen wir mit der Säule kommunizieren. Dort gibt es Kleingedrucktes zu lesen, ein Konto will angelegt und freigeschaltet sein. Mit einem der im Kofferraum herumfliegenden Kabel muss das Auto angeschlossen werden. Die Anzeigen an Säule und im Auto sind unklar: Lädt mein Fahrzeug oder nicht? Wir blättern in der Betriebsanleitung, warten ab, setzen uns irgendwann in den benachbarten Rasthof. Es zieht sich, aber wir wollen das Auto vollladen. Alle 15 bis 20 Minuten Kontrolle: Dann wieder Kaffee nachordern. Ganz schön teuer. Der Verkehr wird dichter.

Nach knapp einer Stunde stellen wir fest: Säule oder Auto haben den Ladevorgang abgebrochen. Drei vergebliche Versuche eines Neustarts: Das wird nichts mehr. Immerhin sind wir bei rund 60 Prozent. Wir rollen wieder los. Und gehen nach relativ kurzer Fahrt noch einmal rechts raus: Zu einer der neuen Ionity-Stationen. Vielleicht klappt es dort. Ionity wurde von einem Konsortium deutscher Automobilhersteller gegründet. Mit Schnellladesäulen sollen vor allem die Kunden der kommenden hochpreisigen Premium-Elektroautos umgarnt werden.

Auch bei uns soll es jetzt schnell gehen. Denn die Geduld ist bereits arg strapaziert. Und siehe da: Alle Plätze sind frei. Doch als wir den ersten Ladevorgang starten, leuchtet es nach Sekunden rot auf: Batteriefehler. Offenbar hat die geballte Stromladung unser Auto außer Gefecht gesetzt. Doch jetzt wollen wir es wissen. Wir schalten das Auto einmal aus und wieder ein - und versuchen .es an der Nachbarsäule. Endlich: Es funktioniert. Billig ist das Laden hier nicht, aber es dauert nicht sehr lange. Wenn auch länger als ein Tankvorgang ...

Mit nunmehr komplett gefülltem Akku lassen wir es bei einem Tempo von maximal 110 km/h bewenden. Kleinwagen rauschen vorbei, rostige Lieferwagen, klapprige Balkan-Limousinen: Wir ertragen es mit Gleichmut, denn wir wollen ankommen. Wir wissen: Jeder Tritt aufs Fahrpedal wird in diesem so teuren und starken Elektroauto per Reichweitenverlust gnadenlos abgestraft.

Das gemächliche Tempo erlaubt tiefschürfende Analysen: Lautlos ist auch dieses Elektroauto nicht. Fahrtwind und Abrollgeräusche sind eben die gleichen wie bei einem Verbrenner. Und auch wenn die lnnenausstattung modern wirkt: In dieser Preisklasse haben wir auch schon Besseres gesehen. Kein Wunder, denn die Batterie kostet vermutlich zigtausend Euro. Die Autohersteller verdienen insgesamt wohl nichts an Elektroautos. Es ist nur billiger, auf diese Technologie zu setzen, als die für 2021 angedrohten EU-Strafzahlungen für überhöhten C02-Ausstoß zu schlucken. Glaubt die Industrie ...

Rotterdam: Tanken am Straßenrand ... Rotterdam: 10 Meter Ladekabel reichen! Mallorca: Einparken unter Strom ..!

Die Abzocker

Unsere Tour ist derwei1 zur Tortur geworden: Als wir am Hotel vorfahren, ist das Restaurant längst geschlossen, es gibt es nur noch Knabberwerk aus der Minibar: Aber das ist - objektiv betrachtet - nicht weiter schlimm, denn wir haben während der Warterei an den Ladesäulen ja schon den ganzen Tag minderwertiges Essen in uns hineingeschoben. Doch bevor wir bei Erdnüssen und Dosenbier den Tag Revue passieren lassen, ist noch eine letzte Hürde zu nehmen: Die Ladesäule am Hotel akzeptiert keine unserer Karten. Wir wollen aber über Nacht nachladen, um die am nächsten Tag geplanten Ausflüge unternehmen zu können.

Jetzt muss die Mitarbeiterin eines Stromanbieters aus dem Schlaf geklingelt werden. Wir erfahren nach Mitternacht: Eigentlich benötigt man eine Kundenkarte. Die käme aber erst in ein paar Tagen per Post. Um uns nicht stranden zu lassen, bucht die hilfreiche Dame unseren Ladevorgang auf das Hotel. Wir wir das dann hinterher klären, ist nicht ihre Sache. Sehr wohl unsere Sache ist der Umstand, dass der Wagen am nächsten Morgen mit einer Ladung von nur 32 Prozent dasteht. Irgendwann in der Nacht wurde der Ladevorgang nämlich abgebrochen ...

Sieben Tage später sind wir um weitere unerfreuliche Begegnungen mit der elektromobilen Zukunft reicher, ansonsten allerdings um einiges Geld ärmer geworden: Dieser Urlaub war in Sachen Fortbewegung ein teurer Spaß. Die je nach Anbieter wild oszi11ierenden Strompreise haben im Schnitt die Kraftstoffkosten eines Diesel überschritten. Zu allem Überfluss haben wir versehentlich auch noch einen Kundenvertrag mit einem Stromanbieter abgeschlossen.

Das Experiment wäre übrigens auch mit einem anderen E Auto kaum anders verlaufen - mit dem Unterschied, dass der Jaguar eine relativ große Reichweite hat. Der E-Golf von VW oder der BMW i3 kommen noch viel weniger weit. Die Gretchenfrage bleibt: Zahlen für ein Produkt, das nicht nur teurer ist als ein klassisches Auto, sondern auch viel schlechter? Nein, danke. Wir kündigen ohne Zögern den Leihvertrag für den Elektroschlitten - und entwickeln eine eigene Vision: Eine, in der jene Politiker, die Bürgern und Industrie solche Zumutung aufzwingen wollen, bis zum Ende ihrer Tage mit diesen Dingern rumfahren müssen ...  


1. Nachtrag, August ´20: "Das Elektroauto nimmt Fahrt auf", oder: Wehe, wenn es bei so viel Fahrt auch brennt ...

Seit Jahren überschlagen sich Jubelmeldungen zur E-Mobilität, grüne Ideologie nimmt dabei wenig Rücksicht auf bestehende Fakten: Bei allen Lobpreisungen wird ein CO2-Ausstoß von null unterstellt, auch Reichweiten werden in erheblichem Umfang geschönt. Der Politik ist natürlich bekannt, dass E-Autos viel teurer und für viele Bürger in Ermangelung von Ladestationen kaum nutzbar sind. Die verheerende ökologische Gesamtbilanz dieser Form von Mobilität ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Und einen Vorsprung dieser Technologie hierzulande im Vergleich zur Konkurrenz fällt ebenfalls deutlich geringer aus als bei konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Aber nichtdestotrotz soll sich das Produkt nun offenbar profilieren: Ein Artikel in der FAZ vom August 2020, der das "Fahrt aufnehmende E-Auto" thematisiert (Marktanteil der Stromer bei den Neuzulassungen im Juli 2020 schon 5%! ), kommt allerdings schnell zu wesentlichen Punkten: Eine Höchstförderung von z.Z. bis zu 9.000,- EUR und der Zwang der Autohersteller, bis zum Jahr 2030 die Emissionen ihrer Flotte um gut 40% senken zu müssen, sind hier wohl treibende Faktoren. Die im Artikel angesprochenen Probleme rund um das E-Fahrzeug sind im Wesentlichen dieselben wie in unserem Beitrag oben: Umstrittene Gesamtbilanz der Umweltfreundlichkeit, unzureichende Lade-Infrastruktur, mangelnde Eignung für Fernfahrten, uneinheitliche Lade- und Bezahlsysteme, noch höhere Strompreise als schon beim Privatverbrauch, Probleme bei häuslichen Ladesystemen ohne spezifische und teure Wallboxen usw. usw. ...

Brandfall auf einsamer Insel: Als E-Auto würde sowas länger bruzzeln ...Insgesamt also kein wirklich überzeugendes Anreizsystem für den Normalkunden, seinen bewährten Verbrenner endgültig durch einen PC auf Rädern zu ersetzen, der dann wohl auch ähnliche Dauerprobleme machen könnte wie oft der heimische PC. Bei all diesen Punkten, die im obigen Beitrag auftauchen, wird aber noch ein ganz besonderer Aspekt zumeist vollkommen vergessen oder sogar bewusst unter den nicht wirklich fliegenden Teppich gekehrt.

Und dieser Punkt würde sich in dem Maße zu einem zusätzlichen massiven Problem ausweiten, wie E-Fahrzeuge wirklich in Massen unterwegs wären, die den heutigen entsprechen: Die erhebliche Gefahr, die von derartigen Fahrzeugen im Brandfall ausgehen kann.

Wir zitieren aus einer Nachricht rund um einen Autounfall, die am 29.07.2020 bei rbb24 erschien:

"... Als klar war, dass es sich um ein E-Auto handelt, musste dann zunächst Material nachgeordert werden - aus L. ein Container, aus P. ein Feuerwehrkran - um das Wrack kontrolliert ausbrennen zu lassen. ´Das Unfallauto musste in den Container verfrachtet werden, der dann geflutet und 24 Stunden überwacht wird, ob sich die Batterie weiter thermisch zersetzt", erklärte T. der seit mehr als 30 Jahren bei der Feuerwehr ist. Zudem musste das Wasser mit einem ph-Test-Mittel geprüft werden, ob sich eventuell Gase oder Stoffe bilden, die dann neutralisiert werden müssten. 

T. sagte, er sei selbst überrascht gewesen, dass ein Auto so stark brennen könne, in dem keine brennbaren Flüssigkeiten seien. ´Da muss ja so eine Energie in der Batterie drin sein, dass dort die Innenverkleidung brennt´, sagte er, auch das Aluminium der Türen sei komplett geschmolzen gewesen. ´Und daher steht die Feuerwehr vor richtig fatalen Aufgaben und der Frage: Wie können wir da adäquat helfen?´ Außerdem könnten Kameraden zum Beispiel durch unter Hochspannung stehende Teile selbst gefährdet sein, so T.

Der Gemeindewehrführer prognostizierte drastische Ausgänge bei möglichen weiteren Unfällen mit E-Autos: ´Da wird die Feuerwehr oft erst einmal nicht helfen können, weil wir nicht wissen, wie wir taktisch da vorgehen.´ Man müsse sich erst informieren, um was für Modelle es sich handelt, welche Kabel und Batterien verbaut sind. ... ´Da sitzen Leute in brennenden Wagen und wir können nicht helfen, weil wir nicht ausgebildet worden sind, weil keine Unterrichtsmaterialien und Konzepte da sind. ... Da könne die Elektro-Mobilität zur Todesfalle werden."

Schon lange kursierten mehr gerüchteweise Erzählungen unter Feuerwehrleuten, die berichten, dass man für jedes brennende E-Auto einen wassergefüllten Container beschaffen müsse, in dem das Fahrzeug voll untergetaucht werden und dann ggf. noch so lange am Fahrbahnrand  zum Auskühlen verbleiben müsse, bis das Ganze überhaupt abtransportiert werden könne. Mittlerweile scheint es aber, dass es sich hierbei nicht um Räuberpistolen und Märchenerzählungen handelt, sondern um knallharte Fakten, über die man lieber überhaupt nicht spricht - oder wie in anderen Gesellschaftsbereichen mittlerweile üblich, die man ganz einfach totschweigt und die damit nirgendwo kritisch hinterfragt werden.

Bedeutet das bei einem (zum Glück derzeit nur fiktiven) Millionenheer von E-Fahrzeugen, dass man über Autobahnen fährt, wo sich immer wieder mal am Fahrbahnrand wassergefüllte Container mit Brandfahrzeugen befinden, und wie schnell können diese in der Fläche entfernt werden? Auch wenn solche dystopischen Vorstellungen derzeit eher wie ganz schlechte Sci-Fi-Filme aus der Schlefaz-Reihe wirken, so können sie aber trotzdem schon einige Nicht-unter-den-Teppich-Kehrer durchaus nachdenklich machen ...


2. Nachtrag, Januar ´21: Kampf dem Verbrennungsmotor - "Brüssel gibt Gas" ..?

Der Autor unseres obigen Erfahrungsberichts Carl Reinhold hat in der Ausgabe compact 01/21 noch einmal nachgelegt. Im September 2020 hatte der linke EU-Klimabeauftragte Timmermans verlauten lassen, das neue EU-Ziel wäre nun, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 55% zu reduzieren. Mit der geplanten EU-7-Norm würde die EU-Kommission Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 faktisch verbieten, meinte die Chefin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zu den Plänen der Kommission. Und auch den dort wie hier mit Macht vorangetriebenen Hype um E-Fahrzeuge kommentiert Carl Reinhold unmissverständlich:

"Mit dem Klima-Framing im Kopf wird der Bürger mit Fehlinformationen über die angebliche Umweltverträglichkeit der Elektromobilität berieselt. Nichts davon hält einer sachlichen Überprüfung stand. Der reduzierte Ausstoß von CO2 und Stickoxiden beim Betrieb von Elektroautos wird mehr als wettgemacht durch die Kraftwerke, von denen der Strom verlustreich in die Batterie gebracht werden muss. Und die Feinstaubbelastung durchs Autofahren geht inzwischen eher auf Reifen- und Bremsabrieb als auf Abgase zurück. Dazu kommen die giftigen Emissionen, die bei Produktion und Entsorgung der Stromer anfallen. Last, not least: Notwendige Rohstoffe wie Lithium müssen großteils aus instabilen Weltregionen bezogen werden, wo man sie unter menschenunwürdigen Bedingungen abbaut."

Dem ist nichts hinzuzufügen - außer: Noch Fragen an die Leyenpredigerin der EU-Kommission ..?

Und nun das, Februar `21: Jetzt gibt es tatsächlich erste Parkhäuser, die eine Einfahrt von E-Autos verbieten - wegen der Risiken im Brandfall!


3. Nachtrag, August ´21: Nochmal die Feuerwehr ...

Im künstlich angefachten Hype rund um das E-Auto, mit dem wir über kurz oder lang auf Biegen und Brechen beglückt werden sollen, liest man nicht allzu häufig kritische Beiträge, weil das nicht ins herrschende Klimaweltbild passt.

Ab und zu lohnt es sich jedoch, in einem solchen Fall genauer hinzuschauen, so z.B. bei den aktuellen Forderungen des Deutschen Feuerwehrverbandes an die Autoindustrie: Diese würde nach Einstufung des Verbandes ihrer Verantwortung gegenüber bestehenden Risiken nach einem Brandereignis im Zusammenhang mit E-Autos bisher nicht ausreichend gerecht, wurde dem SPIEGEL gegenüber geäußert. Erneut wies man darauf hin, dass das Löschen einer in Brand geratenen Batterie häufig kompliziert und langwierig sei. Während das Löschen eines herkömmlichen Fahrzeugs in der Regel nur eine Viertelstunde dauert bei einem Verbrauch von rund 500 Litern Wasser, ist die Feuerwehr beim E-Auto oft zwei bis drei Stunden (!) beschäftigt und verbraucht dabei rund zwanzigmal so viel Wasser, etwa 10.000 Liter. Auch muss das Fahrzeug aus Vorsicht vor einem erneuten Brand nach dem Löschen noch 72 Stunden lang beobachtet werden.

Kürzlich war zum Thema "Brand" und E-Auto auch eine unschöne Geschichte zu lesen über den einstigen Besitzer von zwei Tesla-Fahrzeugen, die in seinem Haus in der Garage standen: Eines der beiden fing Feuer, dieses griff schließlich auch auf das zweite Fahrzeug über und am Schluss fackelte das gesamte Haus ab. Von Tesla kam entgegen der Ankündigung niemand zur Besichtigung nach dem erfolgten Horror. Der Mann ist heute wieder überzeugter Fahrer eines konventionellen Verbrenners ... 


4. Nachtrag, Januar ´22: Batterie vielleicht "richtig leer" ..?

In Zeiten wie diesen, in denen sich konventionelle Gebrauchtfahrzeuge höchster Nachfrage und auch entsprechender Preise erfreuen, können die gebrauchten Hoffnungsvehikel der grünen Zukunft offenbar damit nicht so ganz mithalten: Dass die nämlich oft über eine ganz bestimmte "Schwachstelle" verfügen, hat sich mittlerweile wohl deutlich herausgestellt.

Die Zeitschrift "auto motor und sport" (Ausgabe: 2/2022) hat nun einiges zusammengestellt, was darauf hinweist, dass man möglicherweise so an eine abgenudelte E-Kiste kommt, denn eine wesentliche Schwachstelle ist - man hätte es kaum vermutet - die Batterie. Und wenn die hin ist, könnte es sich bei dem Fahrzeug vielleicht sogar um einen wirtschaftlichen Totalschaden handeln.

Sollten solche Fahrzeuge nur selten bewegt worden sein und zu lange an der heimischen "Wallbox" gehangen haben - hat der Akku vielleicht einen Schaden erlitten. Ebenso könnte man an einen Langstreckenfahrer geraten sein, der seine Kiste dauernd an den Schnelllader gestöpselt hat - auch dadurch kann ein Schaden an dem kostbaren Teil erzeugt worden sein. Gegen solche Schäden hilft aber die Aktivierung der "Ladestrombegrenzung" im Auto - denn man sollte als geduldiger Fahrer das gute Teil selbstredend nur langsam laden!

Und dann noch eines: Natürlich geht auch das komplette Leerfahren des Akkus gar nicht, denn auch dann ist er vielleicht ebenfalls hin, wenn man das allzu oft macht. Also ein kleines Zwischenfazit: Ein solches Zukunftsmobil zu fahren, ist wirklich ein Hobby, das nicht nur viel Geduld und viel Geld, sondern auch sehr viel Liebe erfordert. Und das auch oder gerade dann, wenn es nicht mal mehr über Außenspiegel verfügen sollte ..!


 © 2019-2022 Fahrbericht: Carl Reinhold, compact. Bilder: Explorer Magazin, Bild oben rechts: B90/Die Grünen