Island 1997:Eine Reise mit Kind und Kegel
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Diese Reiseerzählung
handelt von den
Erlebnissen meines Sohnemanns Maxi und mir anläßlich einer Islandreise 1997 mit
Linienbus, Rucksack und Zelt durch die wilden und auch weniger wilden Gefilde
dieses wunderschönen Landes - wunderschön, wenn die Sonne scheint!
Inhaltsübersicht:
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Von München nach Akureyri | |
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Akureyri | |
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Von Akureyri nach Husavik | |
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Von Husavik zum Myvatn | |
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Myvatn / Reykjalið | |
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Myvatn / Namaskarð | |
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Von Reykjalið zurück nach Akureyri | |
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Die Kjölur-Route nach Hveravellir |
Bild: Fauchende Quelle |
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Weiter zum Kerlingarfjöll | |
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Raus aus dem Hochland zum Geysir |
Bild: Strokkur beim Ausbruch |
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Vom Geysir nach Thingvellir | |
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Thingvellir und Reykjavik | |
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Die Hauptstadt (Reykjavik) | |
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Die Blaue Lagune und ab in die Heimat | |
1. Tag: Von München nach Akureyri
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Sonntag,
29. Juni 1997 - Abflug 10:30 Uhr, zumindest will es der Flugplan so. Nur
ist leider weit und breit kein Flieger aus Island zu sehen ... So vergehen die Minuten, werden zu Viertelstunden und Stunden bis endlich um 12:10 Uhr unsere Maschine, eine schon etwas betagte Lockheed Tristar, das sommerliche München verläßt. Der Flug verläuft ruhig, zu sehen gibt es leider nicht viel, verdecken doch dichte Wolken die darunterliegenden Ländereien. Mäxchen läßt das alles kalt, Hauptsache es gibt bald was zu essen! Um 13:30 Uhr Ortszeit (15:30 Uhr in Mitteleuropa) landen wir in Keflavik, Island bei Sonnenschein! Wer schon öfter in Island war, kann diesen unerwarteten Glücksfall einschätzen ... Noch vor der Paßkontrolle bietet sich die Gelegenheit, isländisches Geld per EC-Scheck oder Bargeld einzutauschen, übrigens ein gutgemeinter Tip, denn der Umtauschverlust bei der Devisenbeschaffung in Deutschland ist spürbar. Vor dem Flughafengebäude warten schon die Transferbusse nach Reykjavik, je nach Busunternehmen wird der City-Airport beim Hotel Loftleyðir oder auch direkt der Zeltplatz in Reykjavik angesteuert. |
Nach ca. 45 Minuten ist der innerisländische Flugplatz mitten in der Stadt erreicht, wir beide müssen zur anderen Seite zum "Domestic Airport". Kurzerhand wird ein Fahrer mit einem Kleinbus organisiert, der uns dorthin bringt. Wir staunen über die Freundlichkeit und das unkomplizierte Verfahren (was wir im weiteren Verlauf der Reise noch öfter erleben sollten). Wir wollen gleich weiter nach Akureyri, die "Hauptstadt" des nördlichen Islands. Da wir wenig Lust auf fast 7 Stunden Busfahrt haben, leisten wir uns den Inlandsflug mit Icelandair. Der knapp 50 Minuten dauernde Flug über das Hochland bei strahlendem Sonnenschein ist phantastisch! Nur kurz vor der Ankunft gibt der viele Schnee in den Bergen meiner Begeisterung doch einen kleinen Dämpfer - ich bin gespannt, ob das Wetter weiter so hält. Kaum sind wir aus der Maschine raus, weht uns schon ein
empfindlich kühler Wind entgegen, na ja, 10°C geht ja noch.
Ein Fußmarsch von 3km zum Campingplatz oberhalb der Kirche und direkt
neben dem Schwimmbad tut gut nach all der Sitzerei. Nach einem
Minimal-Abendessen kriechen wir in unsere Schlafsäcke und beschließen den
ersten Tag. Kreditkarten: Weit verbreitet sind Euro- / Mastercard und Visa. Keiner wird Sie schräg ansehen, wenn Sie Ihre Rechnung über 10 Mark mit der Karte bezahlen. Achtung: Bargeldabhebungen kosten saftige Gebühren. Wechselkurs: 40 ISK = ca. 1,00 DM (Juli 1997) |
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Der erste Morgen in Island. Eigentlich wollte ich ausschlafen, doch Mäxchen muß mal.
Frierend kommt er von der Toilette zurück - mit der Unterhose in der Hand
... Fröstelnd machen wir uns das Frühstück, am ersten Tag klappt das Camperleben noch nicht so richtig - doch der Zeltplatz hier wartet mit einer Überaschung auf: beim Warden gibt´s heißen Kaffee gratis und für meinen Sohnemann ist heisses Wasser für den Tee vorhanden (aus dem Wasserkocher, nicht aus der Leitung - erfahrene Islandreisen wissen, wie das heiße Leitungswasser schmeckt, nämlich nach Schwefel!). Anschließend besuchen wir die Kirche, erfreuen uns an der lauten Orgelmusik, klettern an der Hafenmauer herum, fotografieren, schlecken Softeis, das in der nun scheinenden Sonne zu früh schmilzt. |
Nachmittags gehen wir ins Schwimmbad, gleich neben dem Zeltplatz. Dort finden wir eine super Rutschbahn, die ich natürlich im Rahmen meiner Aufsichtspflicht ebenfalls benutzen MUSS! Nach 5 Stunden kommen wir ziemlich aufgeweicht zu unserem Zelt zurück. Dann wird das Abendessen gekocht: Nudelgericht aus der Tüte und isländischer Krautsalat - bei unserem Bärenhunger sind wir nicht wählerisch! Anschließend spielen wir einige Partien Memory, die ich, wie gewöhnlich, meist verliere (kann man gegen ein Kind beim Memory eigentlich überhaupt bestehen???)
Zeit in Island = deutsche Sommerzeit - 2 h Island hat immer GMT (UTC) und keine Sommerzeit, somit ist die Zeitdifferenz im Winter zu Deutschland +1 Stunde. |
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Einige Lebensmittelpreise (Juli 1997): | |
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| Skyr (eine Art Quark) mit Blaubeeren, 500g |
1,25 DM |
| 1 Stück Birne oder Apfel, handverlesen |
0,70 DM |
| 1 Liter Apfelsaft |
3,50 DM |
| 1 Halbe Bier (Büchse, alkoholarm, schmeckt nach 3 Tagen Island hervorragend) |
3,00 DM |
| 1 Liter Kakao |
3,00 DM |
| Leberwurst 250g (schmeckt wie in Deutschland) |
3,70 DM |
| 1 Rolle Keks (Doppelrolle, Grundnahrungsmittel) |
3,30 DM |
| 1 Joghurt 200g |
2,50 DM |
| 1 Büchse braune Bohnen in Tomatensauce (gibts weltweit) |
1,50 DM |
| Leberpastete im Glas, ca. 150g |
4,00 DM |
| 1l Milch |
1,70 DM |
| Maggi / Knorr Spaghetteria (Nudel-Fertiggericht, 5min Kochzeit) |
3,50 DM |
| 1 Stück Kiwi, Neuseeland (warum so billig???) | 0,65 ... 1,00 DM |
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Akureyri
- Nach einem spartanischen Frühstück darf Max bei dem netten Mädchen im Zeltplatzwärterhäuschen sitzen, während ich das Zelt abbaue. Wir müssen um 8 Uhr am Busterminal sein, ca. 15 Minuten von hier entfernt. Wir fahren im halb vollen Bus über trostlose Berge nach Husavik. Nur ab und zu kommt ein Auto entgegen. In dieser Gegend möchte ich nicht leben! Dann erreichen wir Husavik. Sofort suchen wir den Zeltplatz auf, der nördlich von der Bushaltestelle liegt, direkt am Fußballplatz. Der Preis ist ok, 400 ISK, ca. 10,-DM pro Nacht, Kinder bezahlen nichts. Kochgelegenheit (Elektrokocher) ist vorhanden, Dusche kostet 50 ISK extra, Warmwasser mit viel Schwefel zum Abspülen ist auch vorhanden. |
In Husavik gibt es einen schönen "Stadtpark", für isländische Verhältnisse ein üppig bewachsenes Stückchen Erde am Bachlauf mit mühevoll hochgepäppelten Pflanzen, die dem Wind hinter den Hecken trotzen. Wir kauern uns hinter einem "Baum" im Windschatten auf dem Gras und essen unsere mitgebrachten isländischen Kekse und Gebäck. Am Hafen bietet sich die Gelegenheit zum "Whale Watching", mehrmals am Tag fährt ein Schiff raus auf´s Meer um die meistens anzutreffenden Zwergwaale aufzusuchen. Tip für sparsame Leute (wer ist das nicht in Island?): im Supermarkt gibt es nach dem Einkauf einen Gratiskaffee und die Kleinen können derweil mit Legosteinen spielen. Abends lohnt ein kurzer Spaziergang nördlich an der Straße entlang bis hoch zu einer Bergkuppe: wunderschöner Blick auf das Meer hinaus bei Sonnenuntergang, nur die Küstenseeschwalben mit ihren Tieffliegerangriffen stören etwas ... |
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Schon wieder Sonnenschein - allmählich wird´s unheimlich. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit heißem Toast (!),
zubereitet in der kleinen Küche des Zeltplatzes Husavik geht es um 9 Uhr
weiter zum Myvatn. An der Bushaltestelle suche ich unseren Bus, aber nichts
ist zu sehen. Kein Wunder, fährt doch heute auf dieser Strecke nur ein
Jeep mit Anhänger, der Bus wurde woanders hin beordnet. Macht nichts, wir
beide sind sowieso die einzigen Fahrgäste. Die Fahrt führt durch einsame
Gegenden, ab und zu sind Bauernhöfe zu sehen. Nach einer knappen Stunde
erreichen wir das Südufer des Myvatn. Aus Naturschutzgründen isz die
Straße auf der westlichen Seite des Sees gesperrt. So kommen wir auch noch
zu einer Rundfahrt um den idyllisch gelegenen See. Endstation der Fahrt ist der kleine Ort Reykjalið, das "Touristenzentrum" am Myvatn. Hier sind zwei Zeltplätze, ein Hotel, Postamt, Schwimmbad und ein kleiner Supermarkt. Dort sehen wir auch den direkt am Seeufer gelegenen Zeltplatz ELDA. Wir melden uns für drei Tage an (450 ISK pro Nacht, ca. 11,-DM, heiße Dusche incl., Geschirrspülmöglichkeit im Freien, überdachtes Trockengestell für des Trampers nasse Klamotten). |
Nachmittags wandern wir zur Storjaga, einer Felsengrotte im weitläufigen Lavafeld nordöstlich des Zeltplatzes. Gut markierte Pfade führen uns dorthin. Weiter über schwarze Steine zum wunderschönen Krater Hverfall, die Flanke queren hoch zum Kraterrand. Oben haben wir eine herrliche Aussicht über die Gegen, überblicken den ganzen See und suchen schon die nächsten Tourenziele aus. Weiter geht´s steil hinab zu den Dimmuborgir, eine irreale Landschaft mit skurril geformten Lavaformationen entstanden beim letzten Lavaausbruch hier am Myvatn. Der Rückweg wird uns lang - ca. 8 km auf der Teerstraße zurück bis zu unserem Zelt. Unterdessen brennt die Sonne unbarmherzig herunter, unser Getränkevorrat ist schon lange erschöpft. Abends dann Erholung am Zeltplatz, zu essen gibt es heute
Nudeln mit Tomatensauce und Würstel, Tee, Bier, Skyr und Kiwi. Hört sich
furchtbar an, schmeckt aber! Um 18 Uhr zeigt das Thermometer immer noch
18°C an. Wir sitzen im Freien, spielen Memory bis Max müde ist und sich in
seinen Schlafsack verkriecht. Ich nutze die schöne Abendstimmung noch zu
einem Spaziergang zur Kirche beim Hotel Reynilid.
von Island nach Deutschland: |
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Myvatn
/ Reykjalið - Beim kleinen Postamt kaufen wir Postkarten mit Motiven heimischer Vogelarten, die wunderschön und zudem noch deutlich billiger (25 ISK = 0,65 DM) als die üblichen Bildpostkarten sind . Nachmittags gehen wir zum Schwimmbad, ca. 2 km vom See entfernt. Zu unserer großen Entäuschung ist es geschlossen - Wartungsarbeiten an der Filteranlage, angeblich wird morgen wieder geöffnet ... |
Gleich gegenüber liegt das neu erbaute Informationscenter des Ortes mit Touristeninfomation, Ausstellung der örtlichen geographischen Gegebenheiten, Fauna und Flora am Myvatn, Videofilm (auch in deutsch), Motorschlittensammlung und viele Steine zum anfassen. Mäxchen findet die Spielecke jedoch bei weitem interessanter! Das Abendessen wird nochmals aufregend, da uns die hier lebenden Mückenschwärme den letzten Nerv rauben. Außerdem bläst der Wind die Wärme aus unserem Essen (Nudeln, was sonst?). Überhaupt die Mücken: einige Leute rennen dick vermummt mit einem zusätzlichen Mückengitter um ihren Kopf herum. Nur müssen sie beim Essen und Trinken zumindest kurzzeitig das "Visier" öffnen, worauf sich die kleinen Biester mit Juhu auf die Beute stürzen. Wir haben auf das Netz verzichtet, den Kopf immer in den Wind gedreht und uns nicht aufgeregt, und das ging auch ganz gut. Dann beginnt es zu regnen ...
versauen Sie bitte nicht die Sitten. Ein Isländer wird Sie höchst verwundert ansehen, wenn Sie ihm ein Trinkgeld geben - absolut unüblich! |
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Die
ganze Nacht hat´s geregnet Wir erfinden eine neue super schmeckende Müsli-Variante: Müsli, Skyr und Kakaogetränk (©Berger, 1997). Wir gehen nach Namaskarð, ca. 1h vom Zeltplatz in nördlicher Richtung, immer der Straße lang. Schon von weitem wabbern uns die Dampfwolken mit deftigem Schwefelwasserstoff-Geruch entgegen. Während vor 10 Jahren das ganze Gebiet frei zugänglich war, kanalisieren jetzt Absperrungen die Besucherströme und helfen so mit, daß die immer wieder vorkommenden Unfälle durch Verrennungen weniger werden. Betritt man die weißen Stellen rings um die Fumarolen, hat man eine gute Chance einzubrechen und sich die Wadl zu verbrennen. Neben den pfeifenden Schwefelstinkern sehen wir kochende und spritzende Schlammpfühle mit z.T. mehreren Meter großen Minikratern in denen es heftig blubbert und sprotzt. |
Die abgesicherten Wege passen nicht so recht zu dieser wilden Landschaft, schade, mir hat es früher hier besser gefallen. Auf dem Rückweg checken wir das Schwimmbad --- geöffnet --- ! Schnell zurück zum Zelt, Geld in der kleinen Bank im Hotel Reynilið umgetauscht (1 EC ist für max. 13.000 ISK = 325 DM gut), die Familie zu Hause vom Postamt aus angerufen (warum funktioniert die verdammte Telefonkarte eigentlich nicht, alle 10 Sekunden Gesprächsabbruch) und dann rein ins nasse Vergnügen. Nach 3 Stunden Einweichen im Hot Pot reicht´s uns, Abendessen ist angesagt. Unsere Zeltnachbarn aus Holland haben eine ganze Flasche Whiskey dabei und der Völkerverständigung sind keine Grenzen mehr gesetzt! Um 23 Uhr beginnt es wieder zu regnen - na dann "Gute
Nacht" - Elektrizität: 220 V, 50 Hz (die flachen Euro-Stecker passen) |
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Bewölkt,
aber warm,16°C. |
Um 16:15 Uhr fährt dann endlich der Bus nach Akureyri
über Godafoss, hier nur kurzer Stop, reicht nicht
mal für´s Pinkeln oder Fotografieren. Ankunft in Akureyri um 18 Uhr.
Wieder am bereits bekannten Zeltplatz bauen wir unsere Leinwandvilla
inmitten zahlreicher Zelte auf, jetzt am Wochenende ist hier deutlich
mehr los. Telefonieren mit zu Hause, dort regnet es in
Strömen, naja der Sommer in Oberbayern ist dieses Jahr wohl
auch nicht das wahre. Sprache: Fast jeder Isländer spricht Englisch, manche sogar sehr gut Deutsch (2. Fremdsprache im Gymnasium). |
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Wecken
ist heute um 6:30 Uhr, |
Nachdem der Bus abgefahren ist und sich der
"Massenauflauf" wieder verzogen hat, gehen wir in die Berghütte des
Isl. Bergsteigervereins und melden uns zum Zelten an (500,- ISK
pro Nacht für uns beide; eine Übernachtung in
der Hütte kostet 1200,- ISK). Direkt daneben ist eine große Wiese am
warmen Bach, wo wir anschließend unser Zelt aufbauen. Achtung:
Schafscheiße! Radioempfang / Nachrichten: Deutsche Welle auf KW im 49m-Band abends astrein! Der Bayrische Rundfunk auch auf 49m geht manchmal. UKW-Empfang der isl. Sender nur in besiedelten Gebieten möglich, im Hochland absolute Funkstille. Nachrichten in englisch (BBC World Service) auf FM 106,8MHz werktags um 8 / 9 / 12 / 17 Uhr oder unter der Tel.Nr. 515 3690 abrufbar. |
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Hveravellir
- trübes Wetter, aber trocken.
Die Hütte und die direkte Umgebung wirken auf den ersten Blick eher abstoßend, so wie eine alpine Liftanlage im Sommer - und um nichts anderes handelt es sich auch hier. Täglich in den Sommermonaten fährt hier ein Shuttlebus hoch zum Gletscher und zurück und bringt so die wenigen Skifans zum Lift. Rings um die Hütte herrscht gelinde gesagt ein Saustall, überall liegen Schrotteile von Maschinen und Fahrzeugen herum und Öl verschmutzt den Boden. |
Wir suchen uns einen möglichst trockenen
Zeltplatz jenseits des Baches, den wir auf einer
abenteuerlichen Holzbrücke überqueren. Hier muß es viel geregnet
haben, überall in den Wiesen steht das Wasser. Nach langem Suchen
entdecken wir ein halbwegs passables Fleckchen und dort stellen wir
unser Zelt auf. Unser Reisebegleiter von der letzten Strecke (Gruß nach
Hamburg, Servus Horst - ja Du, mit dem GPS!) schaut noch kurz vorbei,
bevor er mit dem Bus weiter nach Süden fährt. Wir sind die einzigen
Zeltler hier und die aufkommende Melancholie bekämpfen wir mit:
*ESSEN*! Zeltplatzgebühr 650,- ISK für uns beide, die
Wasserstellen auf der Zeltwiese funktionieren nicht, Müllberge zieren den
Platz. Landschaft schön, Camp verbesserungswürdig. Kaufen Sie Ihre Lebensmittel vor dem Trip ins Hochland ein, es besteht keine Einkaufsmöglichkeit zwischen Varmahlið und Geysir! |
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Das
war vielleicht eine kalte Nacht heute, Während ich das Zelt abbaue, entdeckt Max das Trampolin (sic!) neben der Hütte, auf dem er die nächsten 2,5 Stunden rumtollt. Fehlt nur noch der Big M*c. Die Energieversorgung der Hütte, neben der Ölheizung erfolgt durch ein kleines Wasserkraftwerk mit ca. 10 m Wasserfallhöhe, 50cm Rohrdurchmesser (wer ausrechnen kann, wieviele kW das bringt, soll mir doch bitte schreiben! Erste Resultate liegen vor, 27.08.1998: Die bisherigen Hochrechnungen von Konrad Bauckmeier belaufen sich auf 70kW, mein aus der von ihm angegebenen Formel abgeleiteter Wert liegt bei 13kW). Um 14:45 Uhr fährt der Bus nach Süden, hier trifft kurz vorher auch der nordwärts gehende Bus ein, ein Richtungswechsel ist also möglich. |
Die weitere Strecke ist sehr interessant und abwechslungsreich, die nächste Pinkelpause jedoch erst bei
der Abzweigung nach Hvitarnes. Kurz vor dem Gulfoss dann noch eine spektakuläre Passüberquerung. Uns kommen einige Mountainbiker entgegen. Schauen nicht so glücklich drein, vor allem im Wissen, welche Staubwolke durch den Bus sie gleich einhüllt. Die Radfahrerdichte auf dieser Strecke ist nicht allzuhoch, alle 50 km sehe ich einige. Mit wenig Gepäck muß das echt Spaß machen, aber wer hat hier schon wenig dabei. Kuze Pause am
Gullfoss, es reicht gerade zu
einem schnellen Spurt zum Wasserfall, die obligatorischen Fotos, kurz naß
werden durch die Gischt und zurück zum Bus. Nach dem Abendessen besuche ich die Springquelle Strokkur, die etwa alle 5 Minuten laut fauchend einige 10 Meter in die Luft spuckt. Jetzt wo die vielen Besucher (immer diese Touristen ...) wieder in Richtung Reykjavik verschwunden sind, herrscht hier diese wundervolle friedliche Stimmung, die ich bei meinen Besuchen der letzten Jahre schon so erleben durfte. Nur einige Unentwegte harren vor dem Sinterbecken aus und warten nach jedem Ausbruch "nur noch einmal" bis zum nächsten Auswurf. Dann kommt auch noch die Sonne heraus und taucht die Landschaft in ein warmes Gelb. Werfen Sie bitte nichts, auch keine Steine oder Münzen in die
Quellen. |
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Max
will zur Springquelle - Wir verziehen uns an ein ruhigeres Fleckchen, oberhalb
der Quellen auf den Aussichtshügel. Dort oben betrachten wir das
Treiben dort unten, sitzen im Gras, essen Schokokekse und warten "auf´s
nächstemal". Zurück zum Zelt und abbauen, bevor es noch mehr regnet. Falsches Timing heute, sowohl das Zelt als auch wir sind naß. Zum Aufwärmen gehen wir ins Schwimmbad, gleich beim Hotel (sehr schöner Holzbau). Wer ehrlich ist und in der Tankstelle für´s Zelten bezahlt, bekommt auch die Gutscheine für den Swimming Pool und die beiden Hot Pots. Darin suhlen wir uns, bis wir es vor Hitze nicht mehr aushalten, schwimmen einige Runden um uns dann gleich wieder in den Topf zurückzuziehen. es ist schon ein tolles Gefühl, bis unter die Nase im ca. 42°C warmen Wasser zu liegen, sich eine steife Brise um die Ohren wehen zu lassen und die schnell ziehenden Wolken am Himmel zu beobachten. Ab und zu tauchen wir unter, damit die Ohren auch wieder auftauen. |
Um 17 Uhr geht unser Bus nach Thingvellir über Laugarvatn, dort umsteigen in einen Minibus und über eine Sandpiste zum Nationalpark, Ankunft 18:15 Uhr - bei Regen. Während ich das Zelt aufbau, sitzt Max im Cafe bzw. Informationsbüro, dort ist es warm und trocken. Das haben auch die meisten restlichen Zeltler hier entdeckt und so ist der Laden gerammelt voll. Jeder hat einen "Dauer"-Kaffee vor sich, der wundersamerweise mindestens eine Stunde reicht, bis das schlechte Gewissen einen zwingt, doch noch Nachschub zu kaufen. Ich freue mich immer wieder, wenn ich hier in Island erlebe, wie freundlich man uns Campern entgegenkommt. Der Zeltplatz selbst ist sehr weitläufig, an mehreren Stellen kann man sein Zelt aufschlagen. Alle notwendigen Informationen gibt es hier im Infobüro. Die Nacht kostet hier 450 ISK (ca. 11,- DM). Durch die Unterhaltung mit dem Nationalparkwächter bekomme ich eine Menge
Informationen über die hier deutlich sichtbare Drift der
beiden tektonischen Platten
am Mittelatlantischen Rücken, die die Ebene
von Thingvellir zerreißt und die gegenüberliegenden
Talwände jedes Jahr um einige Zentimeter voneinander
entfernt.In den südlichen Küstengebieten rumpelt es zur Zeit wieder
mächtig, Erdbeben mit einer Stärke bis 4,5 (Richter-Skala) deuten auf
große Aktivität im Erdinnern hin. Thingvellir hat inzwischen auch eine eigene Homepage: http://www.thingvellir.is/
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Wetterbericht:
Heute regnet es aber wirklich! Um 17 Uhr fährt dann endlich der Bus nach Reykjavik bis
zum Busterminal
BSI., nicht weit vom Stadtzentrum. |
Wir nehmen den Stadtbus, Linie 5, der uns
direkt bis zum Zeltplatz am Sundlaugarvegur bringt. Das weitläufige
Gelände ist meist gut besucht und wir treffen viele Leute, die wir
unterwegs gesehen haben, wieder. Campingplatz am Sundlaugarvegur:
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| Stadtbummel
(bei Regen)
Wir ergattern einen der heißbegehrten, weil
überdachten Tische, zum Frühstück. Wir fahren mit der Linie 5 zum Einkaufszentrum Kringlan, die Errungenschaft in der Hauptstadt. Hier gibt es wirklich alles und der Kontrast zwischen dem bescheidenen Warenangebot in den kleinen Ortschaften auf dem Land und hier ist gigantisch, die Preise allerdings auch. Uns gefällt das alles nicht so besonders, eben wie zu Hause in der Stadt, austauschbar. Wir besuchen die Hallgrimskirche, ein Wahrzeichen der Stadt. Das Gebäude ist aus Beton gegossen und widersteht so auch größeren Erdbeben, eine latente Gefahr in Island, der die Bauvorschriften entsprechend Rechnung tragen.Während es draußen in Strömen schüttet, lauschen wir der Orgelmusik, super Sound! Am Sonntag ist Konzert, deshalb wird jetzt fleißig geübt. Weiter zu meinem Lieblings-Wollgeschäft in der Skolavördurstiga. Hier gibt es Gestricktes von isländischen Frauen und Männern, meist Handarbeit zu fairen Preisen. Die Pullover kosten 6500 ISK (162 DM), die Mehrwersteuer kann bei der Ausreise (z.B. am Airport in Keflavik) geltend gemacht werden und wird zurückbezahlt! Beim Kauf daran denken und auf der Quittung bestätigen lassen; "Tax Free". |
Bei dem Sauwetter ziehen wir eine ruhige Busfahrt vor und so nehmen wir den Bus in die falsche Richtung. Bei der vorletzten Station fragt uns der Busfahrer, wo wir eigentlich hinwollen, er fahre jetzt ins Busdepot. Nachdem die Situation erklärt ist, ruft er über Funk seine Kollegin an, die eben jetzt das Depot verläßt, sie wartet auf uns und nach dem Umsteigen geht´s wieder zurück. So kommen wir zu einer ausgedehnten Stadtrundfahrt. Toll, wie entgegenkommend die Leute hier sind! Nachmittags besuchen wir das Schwimmbad am Sundlaugarvegur, eine sehr große Anlage mit 2 Becken, mehreren Hot Pots mit bis zu 46°C heißem Wasser und der Hauptatraktion: Islands längste Rutschbahn. Um meiner Aufsichtspflicht zu genügen, muß ich mitrutschen und ich frage mich wirklich, wer hier den meisten Spaß gehabt hat ;-))) Achtung: die Haut am Rücken wird radikal abgehobelt. Abendessen: "Das haut den Sven um" - Braune Bohnen in
Tomatensauce mit Instantreis - ich muß gestehen, das war das
schrecklichste Gericht des ganzen Urlaubs, aber Max hat´s gegessen. Tip für´s Schwimmbad: In der Garderobe nackt (!) ausziehen, dann mit dem Handtuch und der Badbekleidung in der Hand zum Duschraum, dort Handtuch und Badekleidung in den Fächern deponieren, mit Seife waschen, Handtuch deponieren und dann erst ins Schwimmbad. Nicht mit nassen Füßen in die Umkleide gehen, das lieben die Einheimischen gar nicht. |
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Irgendwas fehlt heute - richtig! Der Regen. Alle Klamotten werden zum Trocknen rausgehängt, die Büsche am Zeltplatz sind dafür ideal. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren mit dem Bus um 10:25 Uhr in die Stadt und zu Fuß den Rest zum Busbahnhof BSI (ca. 1h einplanen). Wir kaufen uns Kaffee und Gebäck - im Preis ist immer eine zweite Tasse inbegriffen!. Dann um 13:30 mit dem Bus weiter zur Blauen Lagune, unweit vom Airport Keflavik. Die Blaue Lagune (Eintritt 395 ISK,
Kinder kostenlos) ist eine Attraktion, badet man doch im Abwasser eines
geothermischen Kraftwerkes. Das Wasserauffangbecken ist ca. 50 x 30m und
stellenweise ca. 2m tief. Die Wassertemperatur schwankt stark von etwa
30°C am Rand zu ??? direkt beim Kraftwerk. Je nach Strömung steigt die
Wassertemperatur bis zur Schmerzgrenze an, Vorsicht ist also angesagt.
Kreislaufschwache Menschen sollten also etwas aufpassen. |
Dann kommt auch noch die Sonne zum Vorschein. Um 20:25 Uhr nehmen wir den letzten Bus zum Flughafen. Dort angekommen bereiten wir uns auf einem Wiesenstück am Parkplatz unser Abendessen (Nudeln, das letztemal), trinken Tee und Kaffee, brennen den Kocher leer und gehen zum Check-In. Unser Flug geht erst um 02:15 Uhr, eine unchristliche Zeit besonders für Max. Wir schlagen die Stunden im Duty Free Shop tot, tauschen unser Restgeld in DM zurück und setzen das isländische Kleingeld in Guatl (hochdeutsch: Bonbons) um. Hier ist auch die letzten Gelegenheit, isländische Wollwaren zu kaufen, die Preise sind OK (85 US$ für den handgestrickten Pullover, jedoch nicht so schön gearbeitet wie in Reykjavik gesehen). Die letzten anderthalb Stunden schläft Max dann doch noch ein, bevor wir wieder an Bord der Tristar gehen und bei Nebel pünktlich um 02:15 Uhr starten, immer der aufgehenden Sonne hinterher. Um 03:00 Uhr gibt´s dann Essen - warmen Fisch - und Max streikt! Das ist ihm dann doch zuviel. Um 07:30 Uhr Zwischenlandung in Frankfurt, leider keine Möglichkeit, während der einstündigen Wartepause die Maschine zu verlassen. Um 09:30 Uhr landen wir wohlbehalten und leicht verspätet in München, wo uns meine Frau und Maxi´s Bruder Anton schon freudig erwarten ... |
Eine Tour des Explorer Teams nur wenige Wochen nach unserem Autor: Island/Faröer 97 ...
Auch im August 1995 war Explorer Team bereits in Island, damals mit einem gemieteten Pickup und Scamper-Wohnkabine, ebenfalls in der Gegend unseres obigen Berichts: Island 95
Aus gegebenem Anlass ein Jahr später schon wieder da: Diesmal Silvester 96/97 anlässlich des Vulkanausbruchs ...
Und später: Island 2000 (1) - Mit der Enduro durch´s Hochland ...
Island 2000 (2): Die lange Anreise mit Familie ...
© 1997 Anton Berger