Einige Tage später ...
Wir besuchen die Website des DCP (Degree Confluence Project) und entdecken, dass wenige Tage vor uns, nämlich am 24.08.2003, der Confluence N66° W017° nun doch bereits besucht wurde. Wir sind erstaunt, dass die Besucher unseren Weg nicht fahren konnten, da er gesperrt gewesen sei. Offiziell war der Weg aber geöffnet, wie uns das Schild in Fjöll bestätigt hatte.
Bis auf ein nicht genanntes Mitglied des
Explorer Teams (
) sind wir natürlich nicht wirklich enttäuscht,
"nur" die Zweiten gewesen zu sein - hat uns die Fahrt doch durch eine
wunderschöne Landschaft geführt!
Dennoch, in uns war der Ehrgeiz geweckt. Ein weiterer Confluence musste her, wie vorher bereits diskutiert. Bei einer Überprüfung des Kurses der Norröna war uns aufgefallen, dass dieser eigentlich nicht weit an einem weiteren Confluence vorbei verlaufen konnte: Also auf zum N 65° W013°! Da man bei gutem Wetter bei diesem Confluence die Küste von Island sehen kann, wird er vom DCP akzeptiert.
Am 11.09.2003 fahren wir auf die Fähre zurück Richtung Heimat, nicht ohne zuvor geprüft zu haben, ob es zuvor schon Besucher an N 65° W013° gab. Aber alles ist klar, niemand hat bis jetzt den Versuch gemacht. Und in dieser Saison wird es auch kaum noch jemand schaffen: Es ist die letzte Fähre des Jahres ...
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Kaum an Bord suchen wir schon den Cruise Manager Hr. Hansen auf, der sich um
alle Belange der Passagiere kümmert. Er kennt uns mittlerweile schon, er
verfügt offenbar über ein gutes Personengedächtnis: Auf der letzten
Fahrt vor einigen Jahren hat er persönlich einen "Explorer"-Finger
verarztet, als dieser bei Sturm in einer Stahltür eingeklemmt wurde ... ![]()
Als er uns begrüßt, ist ihm noch nicht
klar, was auf ihn zukommt: Wir wollen wissen, ob die Fähre über den Confluence
fährt und ob eine Chance besteht, den Kapitän davon zu überzeugen, dass er seinen
Kurs geringfügig ändert. Hr. Hansen hört uns geduldig zu mit einem Blick, wie
er vielleicht bei Psychiatern gegenüber ihren Patienten beobachtet werden kann: Noch nie hat er
von einem solchen Projekt gehört und er sieht absolut keine Möglichkeit, das Ganze mal mit dem Kapitän zu diskutieren. Er weist uns darauf hin, dass es
auch unmöglich sei, die Brücke zu stürmen und die Fähre zum Confluence zu
entführen. Schließlich hätte man überall abgeschlossene Sicherheitstüren. ![]()
Ok, wir gehen an Deck, bewaffnet mit dem GPS und warten ab, wie nahe wir dem Confluence kommen. Nur ca. 3 km entfernt fahren wir vorbei, das muss für einen sogenannten "Attempt" (Versuch) reichen. Leider wird das Wetter immer schlechter und von Island ist inzwischen überhaupt nichts mehr zu sehen. Trotzdem fotografieren wir die geforderten Bilder in alle Richtungen ...
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Später am Abend treffen wir Herrn Hansen an der Bar und wir erzählen ihm, wie nahe wir doch am Confluence waren. Er schaut uns ungläubig an und fragt: "Und was wäre geschehen, wenn wir den Confluence tatsächlich erreicht hätten? Wir fahren zwei Mal pro Woche daran vorbei."
Wir erklären ihm das Projekt, aber es scheint keinen großen Eindruck bei ihm
zu hinterlassen. Erst als wir ihm sagen, dass der Versuch im Internet beim Degree
Confluence Project veröffentlicht wird und er nun damit rechnen muss, dass immer wieder Passagiere
nach dem Confluence fragen, zuckt er kaum merklich zusammen. Er wünscht uns
eine gute Nacht und in seinen Augen sehen wir banges Hoffen, dass wir nicht
wirklich vollkommen durchgedreht sind ... ![]()
© Text/Bilder 2004-2005 S. Zerlauth
Nachtrag, Mai ´05: Die nächsten versuchen es ...
Wir erhielten eine Mail von
Helena Hesselmark aus Schweden, die
offenbar von unserer "Confluence-Tour" mit der Norröna recht angetan
war.
So setzte sie sich mit der Reederei Smyril Line in Verbindung, um an Bord der Norröna während ihrer Tour im Mai 2005 nach Island Unterstützung bei ihren Confluence-Vorhaben zu erhalten. Die Antwort vom Management der Smyril Line darauf war eindeutig, auch wenn sie uns nicht wirklich gewundert hat.
Aber die Freundlichkeit, mit der
Helena Hesselmark immerhin noch zum Buchen von Tickets für die Norröna
aufgefordert wird, die war nun wirklich schon bemerkenswert ... 


On May 21st 2005 I will travel with my husband to Iceland with Norröna. The route passes 5 confluence as the boat goes Hanstholm-Bergen-Lerwich-Torshavn-Iceland and the same route back. I have written to Smyril Line a month ago asking for their assistance to reach these confluences. I sent them your report about meeting Hr. Hansen! No reply.
Today I have sent a letter to the new managing director Jan Walle explaining your attempt and asking him for assistance to get the WP that Norröna uses for her trip.I will keep you posted about the development of this approach.
Sincerely yours
Helena Hesselmark
Sönnarslöv
Schweden
Smyril Line p/f
J.Bronckgöte 37
PO BOX 370
FO-110 Torshavn
Faroe Islands
To whom it may concern
Dear Sir/Madam
On May 21- 28, 2005, I will cruise with the Norröna
with may husband. I am a geographer participating in a worldwide project named
"The Confluence Project".
As can be seen by attachment 1 this project is an attempt
to visiting and photographing the Earth in an organized manner. I have studied
the route I believe Norröna is taking during our cruise. There are several
confluences on or nearby this route not yet visited and documented by
participants.
As can be seen by attachment 2 there was an attempt to
document a confluence during a Norröna cruise in September 2003. As these
passengers failed to make the Confluence Project understood by the cruise
director Mr Hansen I am hereby presenting the project to Smyril Line well in
advance for your kind consideration of participation in the project. ...
These confluences are all quite far away from land and difficult to access. As seen by attachment 3 a Russian seacaptain participates in this project. He has visited 176 confluences.
I understand perfectly that Norröna cannot alter course
during the cruise, but if the ship’s route would eventually come close to one
of this points I would appreciate to be given the opportunity to check my GPS to
the GPS of the Norröna. A successful visit to a confluence must be within 100 m
of the point.
I would appreciate an e-mail with an answer once this question has been reviewed.
Sönnarslöv 2005-02-28
Yours sincerely
Helena Hesselmark
Smyril Line p/f
J.Bronckgöte 37
PO BOX 370
FO-110 Torshavn
Faroe Islands
Attention: Jan Walle
Dear Sir,
More than a month ago I sent the enclosed letter to Smyril Line.
I also telephoned on March 14th talking to the reception of
Norröna. As can be seen by e-mail copy my letter has been forwarded to the
Captain and Hotel Manager of Norröna. Until nowhere has been no reply at all.
The Degree Confluence Project www.confluence.org
is a worldwide project activating 1000s of people. With the cooperation of the
Smyril Line and Norröna maybe another 5 confluences could be documented. As I
do not know the exact route of the Norröna I cannot calculate the proximity to
these confluences.
Would it be possible to get a list of the WayPoints Norröna
uses en route from Hanstholm to Iceland? I believe cooperation from Smyril Line
might be good PR for the route. ... I would greatly appreciate your help in
getting to document these 5 confluences.
Sönnarslöv 2005-04-04
Sincerely yours
Helena Hesselmark
Und die Antwort der Smyril Line kam dann am 11.04.05 - Helena Hesselmark machte sich die Mühe, uns zusätzlich anzurufen, so empört war sie über die nach ihrer Einschätzung äußerst unfreundliche Erwiderung. Ihre Bitte: Alle Leser sollen erfahren, wie die Smyril Line mit ihren Kunden verfährt ...
Copy of anwer from the new CEO of Smyril Line. Please forward this message to all your readers. HelenaFrom: Management
To: helena.hesselmark
Sent: Monday, April 11, 2005 4:48 PM
However, if you intend to travel with Norröna, you of course are welcome to book your ticket with us.
Kind regards
Smyril Line
Maria Joensen (on behalf of Jan Walle)