Nun
ist es wieder Zeit geworden, sich dem einst eher "lästigen Thema" Fugawi zu
widmen, das sich uns in der (verbesserten) Version 3.02.26 präsentiert.
Zusätzlich
zur neuen Version gibt es auch neue digitale Karten in
Form von Vektorkarten der Firma Tele Atlas mit
Höhenprofil. Klingt vielversprechend! 
Dem Beiblatt ist zu entnehmen, dass die Höhendaten nicht für den professionellen Einsatz gedacht sind und eine Auflösung von 800 m (Entfernungsmeter, nicht Höhenmeter!) haben.
Aber für unsere Zwecke reicht es. Wir wollen den Kurs bei unserer Reise Italien 2001 von Toscolano-Maderno am Gardasee nach Crone am Idrosee festlegen und da es bereits November ist, interessiert es, wie hoch uns die Route führt und mit welchen witterungsbedingten Folgen wir deshalb rechnen müssen.
Zusätzlich wollen wir einige (von uns
erfundene)
"Porta-Potti-Punkte" festlegen. Doch was sind
"Porta-Potti-Punkte"? Besitzer eines solchen kleinen Klos kennen das Problem: Fährt man damit den Berg rauf, ergibt sich im
Inneren des Abwasserbehälters ein Überdruck. Dieser Überdruck kann dazu führen, dass das
"Abwasser" aus dem Behälter hoch gedrückt wird (riecht nicht ganz so
toll!) oder dass es beim Öffnen des Schiebers schon mal zu explosionsartigen Entladungen
kommt (sieht nicht so gut aus!). ![]()
Also
soll auf Empfehlung des Porta-Potti-Herstellers (Thetford) bei Bergauffahrten
dieser Abwasserbehälter "entlüftet" werden - warum
sollte man sich zu diesem Zweck nicht anhand des Höhenprofils hierfür Wegpunkte festlegen,
um an das Entlüften erinnert zu werden? ![]()
Wir wählen die Karte "Europe 2", die neben Italien auch noch Österreich und die Schweiz enthält.
Der Import der Karte von CD funktioniert reibungslos, die Karte präsentiert sich relativ unscheinbar: Wir zoomen uns zum Gardasee und schon werden Orte und Straßen sichtbar.
Wem das
Zoomen zu mühselig ist, kann sich der Suchfunktion bedienen. Doch das
funktioniert nicht bei allen Bildschirmeinstellungen. Zunächst blieb uns der Sinn
der Suchfunktion verborgen, denn der Button "Suchen" war abgeschnitten
und da auch kein Scrollbar vorhanden war, saßen wir zuerst etwas hilflos, dann
ziemlich angesäuert vor dem Bildschirm. Grund war die Bildschirmeinstellung der
Auflösung 1024x768 mit großer Schrift (125%). Erst eine Veränderung in
normale Schrift (100%) brachte den wichtigen Button ans Tageslicht, den der
Benutzer (mit stärkerer Brille) nun erkennen kann
. Ist der Button da, dann funktioniert er auch und
schon landen wir in Toscolano-Maderno.
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Das Zoomen geht wirklich flott, auch wenn man die Kartendaten von CD liest. Wer sein CD-Laufwerk schonen will, kann die Karten auch auf Festplatte kopieren, dann werden die Kartenausschnitte noch schneller aufgebaut.
Neben Zoomen und Suche
über Namen kann der Benutzer auch einen Kartenmaßstab vorgeben. Wir wählen
1:1.000.000 (Ok-Button muss angeklickt werden, Enter-Taste ist hier wirkungslos) und
wir erleben eine Überraschung: Zwar ist das Kartenbild in Ordnung, doch die Maßstabanzeige am oberen
Rand hat davon nichts mitbekommen. Laut diesem Maßstab liegen Mailand und Monza ca.
150 m
auseinander. So rückt die Welt tatsächlich immer näher zusammen ...
Doch nun zum Höhenprofil. Dies muss bei den
Karten zusätzlich geladen werden, was mittels der beigelegten Anleitung
problemlos möglich ist. Nun darf man aber nicht Höhenlinien wie in einer
topographischen Karte erwarten, vielmehr zeigt Fugawi für die Mausposition am unteren Kartenrand
zusätzlich zur geographischen Koordinate auch die Höhe an.
Die Aufgabe, die wir lösen wollen, lautet: Von Toscolano-Maderno am Garda-See nach Crone am Idro-See, vorbei am Lago di Valvestino. In der Karte sind jede Menge Serpentinen zu sehen. Wir wollen eine relativ genaue Streckenlänge mit Höhenprofil ermitteln und "erklicken" mit vielen Wegpunkten eine Route. Das anschließend generierte Höhenprofil zeigt uns den Verlauf der Steigungen und Abfahrten auf der ca. 37 km langen Route. Bei der Anzeige des Höhenprofils werden bei unserer nun angepassten Bildschirmauflösung von 1024x768 (mit kleiner Schrift) immer noch Fixtexte abgeschnitten, wie z.B. "Gesamtentfernu", "Festst" (??) usw.
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Unsere Vielzahl von Wegpunkten ist für die Fahrt jedoch unpraktikabel, da das GPS ununterbrochen die Ankunft an einem Wegpunkt signalisieren würde. Deshalb wird nun die Route stark vereinfacht mit den Punkten für
Wir beginnen die Wegpunkte aus der Route zu löschen und wollen anschließend die Wegpunktliste bearbeiten und die restlichen verbliebenen Punkte umbenennen. Doch hier sei vor der Verwendung der ENTF-Taste gewarnt: Will man einen Buchstaben im Wegpunktnamen löschen, so fordert Fugawi die Benutzer auf, die Löschung des gesamten Wegpunkts zu bestätigen. Einzelne Buchstaben können im Namen nur mit der Backspace-Taste gelöscht werden. Aber schließlich ist sie fertig: Unsere Route.

Leider kann Fugawi die Höheninformation in der Wegpunktliste nicht anzeigen, dort wird lediglich "n/a" (not applicable) ausgewiesen. Diese Information sollte dort aber unbedingt ergänzt werden. Man muss für die Höheninformationen die Maus auf den Wegpunkt in der Karte positionieren und am Kartenrand die Information ablesen.
Wir haben während unserer Fahrt nun die Wegpunkte für die Abzweigungen und Kreuzungen überprüft, die auf den Meter genau stimmten. Zusätzlich haben wir die Höhenangaben aus der Karte mit den Angaben gemäß GPS und unserem Suunto verglichen mit folgendem Ergebnis:
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Punkt |
Tele Atlas Karte | GPS Garmin 12 XL | Suunto Vector |
| Potti1 | 335 m | 322 m | 325 m |
| Potti2*) | 575 m | 503 m | 465 m |
| Potti3 | 819 m | 848 m | 845 m |
*) Bei Potti2 handelt es sich um ein Gelände mit sehr stark abfallenden/ansteigenden Hängen, somit könnte sich hier die Ungenauigkeit von 800 m auswirken.
Erfahrungen und Fazit:
Die Tele Atlas Karte "Europe 2" ist für die Straßennavigation sehr hilfreich. Alle Abzweigungen haben auf den Meter gepasst, was bei den oft unübersichtlichen Straßenverläufen und Beschilderungen in Italien sehr willkommen ist. Auch das Höhenprofil ist nützlich und für Autofahrerzwecke vollkommen ausreichend.
Die Tele Atlas "Europe 2" also ist empfehlenswert - bei Fugawi bleibt dagegen immer noch eine Menge zu tun ...
Digitale Karten werden grob in 2 Kategorien eingeteilt:
Bei den gescannten Karten handelt es sich um Bilder, bei denen einzelne Objekte wie Straßen, Orte, Seen usw. nicht unterschieden werden. Jeder Punkt in der Karte trägt im wesentlichen eine Farbinformation. Beim Zoomen werden immer mehr die einzelnen Farbpunkte (Pixel) sichtbar, Linien erinnern an Treppenstufen bis man letztendlich nur noch viereckige Farbquadrate am Bildschirm sieht. Das hat den Nachteil, dass ab einem gewissen Zoomfaktor die Bildpunkte deutlicher zu sehen sind als die Karteninformation.
Bei den Vektorkarten werden die einzelnen Objekte mit Lageinformationen wie Position innerhalb der Karte und Länge des Objektes versehen. Beim Zoomen werden die Objekte stets gemäß dem gewählten Maßstab neu gezeichnet. Dadurch bleibt die Karteninformation gut erkennbar.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch sogenannte Hybridkarten (=Mischformen) gibt, bei denen auf Basis von gescannten Karten Objekte wie z.B. Straßen vektorisiert werden. Dieser Weg wird deshalb gewählt, weil die vollständige Vektorisierung von Karten sehr aufwendig und somit auch teuer ist.
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Nachtrag, August ´05: Perfekte Symbiose mit Google Earth ...
Seit Juni ´05 gibt es nun Google Earth - eine erste Revolution im Bereich der satelliten- und luftbildgestützten, webbasierten und vollständig georeferenzierten Darstellung unseres Globus.
Perfekt zu diesem Konzept passen die Vektorkarten von Tele Atlas - eingepasst
als "Layer" mit der Bezeichnung "Roads". Und damit lohnt es
sich wirklich, nicht nur die eigene Straße auf dem Globus zu
suchen und dort vermutlich auch zu finden ..! ![]()
© 2001-2005 S. Zerlauth