Vorbemerkung der Redaktion:
Auch wenn heute im Zeitalter der "Navis" manche es sich gar nicht mehr
vorstellen können: Auch ohne "moving maps" aus der Mapsource-Verwaltung konnte
man einst sein Ziel erreichen. So wie es heute beim Garmin Zumo 550
nur noch im "Offroad"-Modus möglich ist, war es einst der Standard: Mittels
Richtungspfeilen und Gradangaben zum nächsten Waypoint zu navigieren.
Da auch wir noch solche Geräte wie ein Garmin 12XL oder gar ein 45 XL in unseren Beständen haben, die auch heute noch geeignet sind als Backup´s für die "Navis", überraschte uns die folgende Mail von Walter Troll nicht:
"Ich habe letztes Jahr eine Reparatur an meinem GPS Gerät vornehmen müssen - es litt nämlich unter Alzheimer und konnte sich nichts mehr merken. Jetzt nachdem die ersten Geräte wahrscheinlich häufiger dieses Phänomen haben, aber zu schade zum Wegwerfen sind, habe ich eine Reparaturanleitung geschrieben und bebildert, wie man das billig beheben kann. ..."
Und für etliche GPS-Besitzer dieser Generation von Geräten wird die Anleitung von Walter vielleicht hilfreich sein ...
GPS Reparatur: Setup Akku zum Datenerhalt erneuern
Mein GPS III litt unter Alzheimer! ![]()
Beim Austausch der Batterien waren alle Daten und Standardeinstellungen verloren gegangen, das ging soweit, dass ich im letzten Jahr in Spanien alle Daten nach einem Batteriewechsel verlor. Zum Glück hatte ich zwei Geräte zur Sicherheit dabei und konnte alle Daten mühsam wieder eingeben. Als Ursache für den Datenverlust stellte sich der Setup Akku heraus ...
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Ich hatte schon erfahren, dass ich wohl einschließlich Transportkosten einen Hunderter hinblättern müsste für den Austausch des Setup Akkus. Gezielt ging ich daher auf die Suche, was denn da für ein Erhaltungsakku verwendet wird und ich erfuhr folgendes: In München sitzt eine Elektronikfirma Bürklin und die haben auf ihrer Webseite eine Übersicht, welcher Akku ersetzt werden muss. Für mich bedeutete das: Akku PAN. VL 1220 - 1VC Bestell Nr. 26A6572, Kosten 4,58 EUR pro Stück zuzügl. MwSt.
Bei diesem Preis kann man erst einmal nichts kaputt machen und so wurden gleich zwei Stück bestellt. Nach nur einem Tag waren die Teilchen da und warteten darauf, eingebaut zu werden.
Mit etwas flauem Gefühl, aber voller Zuversicht ging es an die Arbeit. Der Deckel mit der Antenne war schnell demontiert und dann habe ich das Teilchen gleich entdeckt: Aus irgendeinem Grund hat der Hersteller Garmin diesen Akku mit einer Art Heißkleber versiegelt. Sehr vorsichtig, aber mit viel Kraftaufwand wurde dieser Kleber erst einmal entfernt, immer mit der Angst im Nacken, versehentlich etwas anderes ringsum zu beschädigen ...
Dann lag das gute Teil endlich frei und mit einem Nadelspitzen-Lötkolben konnte ich die Lötstellen an der Platine entlöten. Das Einlöten der neuen Setup Batterie war hingegen einfach ...
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Spannend war der Test nach etwa 12 Stunden, denn so lange braucht der Setup Akku,
bis er von den Batterien des Gerätes geladen wird.
Was soll ich sagen, es geht wieder - jetzt vergisst mein GPS nichts mehr! ![]()
Nachdem ich die beiden Geräte GPS III und GPS 12 habe, kann ich bestätigen, dass
der obige Setup Akku in beide Geräte passt.
Die Firma Bürklin erteilt auch gerne weitere telefonische Auskunft.
Haftungsausschluss: Der Autor übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit.
Die Reparatur erfordert Kenntnisse im Umgang mit Lötzeug.
Falsche Handhabung kann zu Schäden am Gerät führen!
© 2007 Walter Troll
Nachtrag, März ´08: Weitere Erkenntnisse ...
Uns erreichte eine Mail von Karsten K., der sich bereits mit ähnlichen Problemen herumgeschlagen hatte ...
Auch ich hatte das gleiche Problem wie Walter Troll, der das ganz gut
dargestellt hat.
Ich habe dazu auch einen Text verfasst, in dem auch auf das Verhalten von GARMIN
Deutschland eingegangen bin. Das Ganze hat sich Ende 2007 abgespielt. Ich finde,
das ist erwähnenswert.
Meine Einbauanleitung ist detaillierter und vor allem wird dort der Akku nicht
an den Originalplatz eingesetzt. Das schien mir aufgrund der Komplexität der
Leiterplatte zu risikobehaftet. Wichtig ist, dass es ein Akku und keine Batterie
ist und dass man wirklich immer 1,5 V Batterien (Primärzellen) im Gerät haben
sollte, wenn man es lagert. Die Firmen Bürklin und Schuricht führen diese Akkus,
Conrad nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Karsten K.
Austausch der internen Lithium Zelle
Sicherheitshalber will ich darauf hinweisen, dass nur derjenige diesen
Eingriff wagen sollte, der sich das von seiner fachlichen Kompetenz her zutraut
und ggf. einen Totalschaden in Kauf nimmt.
Mein GPS II plus (10 J. alt) zeigte im Display: "stored data was lost"*).
Das deutete auf eine leere bzw. defekte interne Speicherstromversorgung des flüchtigen Speichers hin. Unverzagt schraubte ich das Gerät auf, aber nicht ohne mich vorher zu "erden". (D.h. ich fasse vorher an den Schutzkontakt einer nahen Schuko-Steckdose und wiederhole das während der Reparaturarbeiten. Fachmännischer wäre ein Erdungsband um das Handgelenk.)
Die interne Knopfzelle hatte etwa 200 mV und war demnach leer. Die Kontaktfahnen waren bereits oxidiert. Der genaue Typ war im eingebauten Zustand nicht lesbar, weil durch Lötfahnen verdeckt.
Vor dem Auslöten der Zelle Polarität merken! Nach dem Auslöten der Zelle konnte ich den Typ lesen: VL 1220, also keine "Batterie" (Primärzelle), sondern ein Akku: Panasonic: Lithium-Akku Knopfzelle 3V 7mAh.

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Über das Internet war der Akkutyp schnell bestellt und geliefert. Auf der GPS-Platine schnitt ich die Lötfahnen der alten Zelle ca. 3 mm über den Lötaugen ab (kleiner hochwertiger Seitenschneider erforderlich) und lötete zwei dünne flexible Adern daran. An das andere Ende lötete ich die neue Zelle, isolierte die dünnen blanken Anschlussbeinchen mit Schrumpfschlauch und schob einen passenden Schrumpfschlauch stramm über die ca. 12 mm Durchmesser messende Zelle. Die Schrumpfschläuche nicht durch Wärmeeinwirkung schrumpfen lassen, das mögen Lithiumzellen nicht! Die Zelle fand einen guten Platz in der Ecke, wo sich die Durchführung der Antennenbuchse befindet und wo die zwei Anschlusspunkte des Batteriefaches sind. Dort habe ich sie mit einem Tropfen Kleber befestigt und sicherheitshalber noch ein Stückchen Isoliermaterial zwischen Zelle und den Anschlusspunkten des Batteriefaches geklebt. So müsste sie auch 3 g aushalten, ohne etwas zu beschädigen. Den neuen Platz habe ich gegenüber dem ursprünglichen vorgezogen, weil ich die Zelle nicht an die Originallötaugen löten konnte und das zu Stabilitätsproblemen geführt hätte.
Meiner Meinung nach müsste das mit allen GPS funktionieren, die eine interne
Batterie besitzen, wobei lediglich auf 3V und Lithium-Akku zu achten ist.
Anmerkungen
Parallel zu der Aktion lief eine Anfrage bei Garmin Deutschland: Quintessenz
der Aussage von Garmin, Zitat: "Leider können wir Ihnen nur Geräte zum
verbilligten Austausch anbieten, die nicht älter als 5 Jahre sind." Gott sei
Dank haben die meisten neuen Geräte keine interne Batterie mehr.
Thema Stickstofffüllung: Man hört, dass die (zumindest der GPS II+III) eine Stickstofffüllung haben sollen. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wäre die schon längst durch die Gummidichtungen und sonstige Haarschlitze im Gerät entwichen. Die Hauptdichtung war übrigens werksseitig an einer Stelle nicht fachgerecht montiert worden. Deswegen mache ich mir keine Sorgen.
Auch an dieser Stelle noch der Hinweis, das Gerät zur Stützung der internen
Zelle stets mit einer Spannung größer/gleich 6 V zu lagern. Das kann durch einen
externen Anschluss oder durch 1,5 V Primärzellen (z.B. Alkali Batterien) im
Batteriefach erfolgen.
*) Diese Meldung besagt nicht unbedingt "interner Akku leer", aber in diesem
Fall war es so und wird es auch der Regel sein, wenn das Gerät so alt ist.