Mit dem  EXPLORER MAGAZIN "unterwegs":

Fuerte 2011: Mini-Weinparadies und andere Ziele

Eine Tour zu und mit Barbara vom Fuerteventura Live Forum ...


   
"Ein Hektar Weinanbaugebiet mitten auf Fuerteventura: Hallo Leute, ich hätte es nicht für möglich gehalten, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.

Heute war ich bei einem Weinbauer (Winzer) in Tefia. Sein Name ist Francisco Tacoronte Brito. Zusammen mit Frau Margarita und Kinder betreibt er seit 1996 ein Weingut mit eigener Weinabfüllung.

Er und noch zwei andere Kollegen (über die werde ich ebenfalls noch berichten) haben hier die Lizenz, ihren selbstangebauten Wein auch in Flaschen abzufüllen. Im Jahr sind es ca. 1000-2000 Liter!

Ca. 1 km von seinem Haus entfernt, mitten in der Pampa, liegt das ca. 1 Hektar große Weinanbaugebiet. Ich traute meinen Augen kaum, denn dort sah ich nicht nur Rebstöcke an Rebstöcke, sondern auch Obstbäume und Gemüse in gigantischer Form und Größe. Hätte mir jemand gesagt, dass es auf Fuerte auch Brombeeren gibt, den hätte ich ausgelacht. ..."

So begann im Juli 2010 ein Bericht im Fuerteventura Live Forum, verfasst von Admin Barbara Bruhn. Und kein Wunder, dass sie erstaunt war, uns erging es ganz genau so wie ihr bei der Lektüre ihres Artikels!

Immerhin betreiben wir in unserem Magazin einen ganzen (Rot-)weinkeller () samt Kanaren-Ecke, aber von einem Fuerte-Wein hatten wir bisher auch noch nichts gehört.

Dieser Beitrag von Barbara samt den einladenden Bildern machte also Lust auf mehr, und so hieß es schließlich Kontakt aufnehmen mit ihr, was auch problemlos gelang. Schon ein kurzes Telefonat mit der sympathischen Residentin auf unserer kanarischen Lieblingsinsel war erfolgreich: Eine Verabredung für den kommenden Februar 2011 war schnell gemacht und Barbara versprach, mit uns gemeinsam das Weingut nochmals zu besuchen - der nächste Fuerteventura-Besuch konnte also kommen!

     
  

Im Februar ´11 sind wir also wieder planmäßig vor Ort: Bis zum Anruf bei Barbara war allerdings noch ein umfangreiches Programm abzuwickeln aus Experimenten mit neuen Drachen, dem obligatorischen Besuch bei den Resten der American Star und ebenso einem Erstbesuch der Höhle Cueva del Llano nahe der Ortschaft Villaverde. Diese wird als einzigartig unter den Lavahöhlen der Kanarischen Inseln beschrieben, war ehemals auch ein unterirdisches Bachbett und enthält neben Fossilien auch Knochenfunde bei einer Länge von gut 600 Metern - insgesamt also ein angemessener Auftakt unseres diesjährigen Fuerte-Aufenthaltes ...

Dann aber ist es endlich so weit: Wir verabreden uns telefonisch mit Barbara, die uns beim Örtchen Tefia treffen will, von wo aus der Besuch beim Winzer Brito starten soll.

Beim "Kennenlerngespräch" im Dorflokal an der Durchgangsstraße Tefias können wir Barbara schnell als die sympathische Admin-Frau des Fuerte-Forums erleben, die wir uns auch nach Lektüre vieler ihrer Beiträge im Forum vorgestellt haben. Barbara, die als ehemalige Fotojournalistin schon seit etlichen Jahren auf den Kanaren lebt und nach ihrer Zeit auf Gran Canaria nun bereits seit mehreren Jahren Residentin auf Fuerte ist, war seinerzeit mit ihrem Lebensgefährten Volker auf die Insel übergesiedelt. Traurig nun aus dem Forum und von ihr erfahren zu müssen, dass der Lebensgefährte im letzten Dezember nach längerer Krankheit verstorben ist - ein schmerzlicher Verlust und Schicksalsschlag, den Barbara noch nicht überwunden hat ...

Wir machen uns schließlich gemeinsam mit Barbara und ihrer Hündin Lara auf den Weg zum Winzer - für uns recht bequem, da wir nur hinter ihr herfahren müssen, die den Weg zu ihm schon kennt. Wir erreichen sein Haus und Frau Margarita schickt uns direkt weiter: Francisco arbeitet gerade in seinen Weingärten, so dass wir ihn dort treffen können. Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Gelände. Wir werden freundlich begrüßt vom Winzer, der uns seine Felder zeigt, auf denen gerade erst die Rot- und Weißweinrebstöcke zurückgeschnitten worden sind.

Aus der Sicht unseres Weinkellers interessiert natürlich vor allem der Vino Tinto: Er heißt ebenfalls La Alcogida und ist gemäß der spanischen Klassifizierung als Vino de Mesa, also Tafelwein gekennzeichnet. Auch die Rebsorte verrät uns Francesco: Erstaunlicherweise handelt es sich hier um Negroamaro, eine Rebsorte, die uns sonst eher bei süditalienischen Weinen geläufig ist.

Da es hier draußen zu dieser Jahreszeit noch eher wenig zu sehen gibt, fahren wir wieder zurück zu Franciscos Haus, wo wir im Nachbargebäude La Alcogida verkosten wollen. Der Wein schmeckt uns und so beschließen wir, ein paar Weißweinflaschen und einen 3l-Schlauch Rotwein mitzunehmen - schließlich müssen wir in den nächsten Tagen ja auch mal den einen oder anderen Schluck im Apartemento zu uns nehmen und nicht nur beim Abendessen im Restaurant den obligatorischen Tempranillo!

Wir verabschieden uns schließlich von Francisco und schwer beladen verlassen wir das Anwesen des Fuerte-Winzers. Nun stellt sich die Frage: Wohin jetzt? Als Barbara vorschlägt, zu ihrem Heimatort Giniginamar alias "Gini" zu fahren, sind wir sofort einverstanden, auch wenn der Ort so gut wie unaussprechlich für den Autor zu sein scheint. Ziel einer fast schon rasenden Autofahrt im Schlepp von Barbara Richtung Süden ist das Restaurant Olas del Sur, in Gini malerisch direkt am Meer gelegen und offensichtlich Stammlokal nicht nur von Barbara, sondern auch einer Vielzahl von Mitgliedern des Fuerteventura Live Forums. Liest man die positiven Stimmen dort zur derzeitigen Situation im Lokal und lässt dann noch das hervorragende Essen samt gutem Tempranillo auf sich wirken, kann man in der Tat die Reise hier zur Südostküste nur empfehlen ...

Wir genießen den Spätnachmittag in dem malerischen kleinen Örtchen sehr, bis wir schließlich Barbara zu ihrem Haus begleiten. Gut bekannt aus dem Forum und den täglichen Wetterberichten dort nicht nur der eindrucksvolle Barranco, der bei entsprechend schlechtem Wetter gern immer wieder voll läuft und den Ort zweiteilt, sondern auch Barbaras Lieblingsbaum in Meeresnähe, den wir im Forum schon bei den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen kennenlernen konnten. Ein vertrauter Ort irgendwie, obwohl wir nach fast 30 Jahren mehr oder minder regelmäßigen Fuerte-Aufenthalten hier noch niemals gewesen sind ...

Wir verabschieden uns herzlich von Barbara, die uns heute einen spannenden und abwechslungsreichen Tag beschert hat, angereichert durch viele neue Eindrücke, mit denen wir als langjährige Fuerte-Reisende schon gar nicht mehr gerechnet hatten.

Unser Dank hierfür und hiermit an Barbara, der wir wieder bessere Zeiten auf der Insel wünschen als die schweren letzten Monate - und selbstverständlich hoffen wir auch auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!


© 2011 Explorer Magazin; Bilder Einleitung oben: Barbara Bruhn, Fuerteventura Live Forum