(Bericht
von
J. de Haas)
28.09.2006 -- Es galt die wirklich letzte
Gelegenheit zu nutzen: Zum ersten Mal sollte es möglich sein, eine
Euro-"Extratour" in ein Land zu unternehmen, das im Folgejahr nur
noch im Rahmen einer "Euro-Tour" zu bereisen sein würde - ab 2007
nämlich ist Slowenien das erste neue Mitglied im erlauchten
Euroclub.
So nutzte also das Explorer-Team die "historische"
Gelegenheit einer letztmöglichen Euro-"Extratour" in ein
künftiges Neu-Mitgliedsland, das wir bereits im Rahmen unserer
Fahrten 1999 und
2000 "ganz normal" bereist
hatten.
Bei dieser Gelegenheit im Spätherbst des Jahres 2006 lag es nahe,
das Angenehme mit dem "Nützlichen" zu verbinden: An Sloweniens
einziger und mit nur rund 40 km Länge reichlich kurzer Adriaküste zu
erforschen, wie weit man denn im Lande mit der Euro-Einführung
nun schon voran gekommen war.
Hier an der Küste herrscht ganzjährig ein recht mildes Klima,
selbst im Januar liegen die durchschnittlichen Temperaturen noch
über 4°C, weil das Wetter entscheidend vom Mittelmeer beeinflusst
wird. Die istrischen Küstenstädte sind stark geprägt vom
italienisch-venezianischen Stil, das italienische Triest
selbst ist nur einen "Steinwurf" entfernt, wie wir zu unserem
Leidwesen bei der Anreise am Rande dieser Stadt vorbei am eigenen
Lenkrad "erfahren" müssen ... 
In der Nähe der slowenischen Küstenstadt Koper verlassen
wir die Autobahn, um uns zum "ersten" Campingplatz am Ort zu
begeben: dem Camp Ankaran. Das slowenische Staatsgebiet streckt sich hier schlauchartig vor bis zur
Adria: An diesem schmalen Abschnitt
gibt es neben Koper noch die beiden anderen
wesentlichen Küstenorte Piran und Portoroz, die wir
allerdings auf dieser Reise nicht besuchen wollen. Wir befinden uns
hier in der slowenischen Weinregion "Primorska", aus der wir natürlich auch einige
Produkte verkosten wollen.
Der Campingplatz erstreckt sich an der südlichen Seite der
Halbinsel Milje/Muggia direkt an der Küste. Man ist hier stolz auf
sein "mediterranes Flair", das der Platz in der Tat nicht nur in der
Beschreibung ausstrahlt, auch wenn man nur enttäuscht sein kann,
falls man wie wir gerade von einem Camp wie dem
italienischen Belvedere Pineta
kommt. Der Blick vom Strand des Campingplatzes auf die nahen
Industrieanlagen will nicht so recht die entsprechende Stimmung
aufkommen lassen. Erst am Abend, wenn man recht angenehm auf der
Terrasse des Campingplatz-Restaurants sitzen und den Ansammlungen
von Schiffen zuschauen kann, die sich dort im Abendrot vor der
slowenischen Küste auf die Nacht vorbereiten, meint man etwas von
diesem Flair zu spüren ...
Nach der Ankunft verziehen wir uns wie so oft direkt an einen schattigen
Ort,
auf den offenen Stellplätzen direkt am Wasser herrschen auch jetzt im
Spätherbst in der Sonne noch für uns unerträgliche
Temperaturen. Rund herum ist bereits viel abgebaut worden - auch
dieser Campingplatz wird in wenigen Tagen schließen und hier wie im
bereits erwähnten Belvedere Pineta hat man einen mächtigen Respekt
vor den kommenden winterlichen Nordwinden ...
Während "professionelle" Abbauer
in Ankaran ganz normal zu sein
scheinen und in Windeseile einen Dauercamperplatz nach dem anderen
bearbeiten, sind auch noch etliche Einheimische damit beschäftigt,
ihren Stellplatz aufzugeben - scheinbar bleibt man hier den Winter
über nicht unbedingt am selben Platz wie noch im nahen Italien, wo man sich mehr oder weniger "verbarrikadiert" hatte.
Im nur wenige Schritte entfernten kleinen Ortszentrum, vorbei an
der Touristeninformation mit dem kostenlosen Internetzugang,
studieren wir die ausgegebenen Kassenzettel: Sämtliche Preise sind bereits in EUR mit angegeben, der festgelegte Umrechnungskurs
zum Tolar (SIT) beträgt 1:239,64, wie man dem Kassenzettel entnehmen
kann.
Wie hatten wir in unserem Bericht
Slowenien 2000 noch
geschrieben: "100 Tolar sind ca. 1 DM". Auf der Basis der bekannten
Umrechnungskurse muss man nun rund 20% mehr an Tolar aufbringen, als
dies damals für einen EUR erforderlich gewesen wäre - auch die
Slowenen werden wohl bald merken, was es heißt, im Lande den (T)EURO
einzuführen ...
Es wäre wohl kein Problem, hier bereits in EUR zu zahlen, wir
nehmen trotzdem die noch vertrauten SIT, als wir unsere Rechnungen
in diesen Tagen zahlen - es heißt nun wirklich, die letzten
Gelegenheiten zu nutzen.
Als wir wenige Tage später die Heimreise
antreten, nachdem wir vorher noch die
"Tarpkünstler" im Norden Sloweniens besucht haben, werden wir
ganz schnell an nun bald vergangene Zeiten
erinnert: Am Grenzübergang nach Österreich können wir unsere letzten Tolar nicht mehr loswerden, da der Shop an der Grenze
gerade geschlossen hat - wir sind heilfroh, als wir auf der Heimreise eine
Wechselstube finden, die wenigstens die großen Scheine noch annimmt
und umtauscht in "unsere" EUROS ...
|