(Bericht
von
J. de Haas)
16.04.2003 -- Klar, auch in diesem Fall gilt (noch): Nein, die
Schweden gehören ebenfalls nicht dazu!
Das EU-Mitglied Schweden hatte wegen der ablehnenden Haltung der Bevölkerung den
Euro nicht eingeführt, doch nun soll demnächst ein Referendum Klarheit bringen:
Noch im Herbst 2003 wird Schweden über die Einführung des Euro
als einzige Landeswährung abstimmen. In der Bevölkerung zeichnet
sich jüngsten Umfragen zufolge noch keine klare Richtung ab,
allerdings gewann die schwedische Krone seitdem an Wert - was immer
das bedeuten mag (siehe Nachtrag)!
Also auch in diesem Fall ein Grund, die Schweden mitsamt einigen mitgebrachten
(finnischen) Euromünzen aufzusuchen - im Rahmen
einer österlichen "Extratour" nach Lappland!
Der Flug von München nach Stockholm mit der
kleinen Canadair der Lufthansa ist problemlos, von dort aus geht
nahezu stündlich eine endlos lange und bis auf den letzten Platz
gefüllte "Riesenröhre" MD
81/82 auf den anschließenden Inlandsflug nach Umeå in
Västerbotten. Am Zielort ist eineinhalbstündiges Warten angesagt,
denn die Lufthansa beherrscht offensichtlich ihr Geschäft nicht
ganz: Das angebliche Durchchecken des Gepäcks von München war nicht möglich und so tritt ein Koffer dann allein den Flug von
Stockholm mit dem nächsten Flieger nach Umeå an ...
Mit dem Mietwagen geht es weiter ca. 60 km, zuletzt entlang des
noch zugefrorenen Umeälven - unser Ziel ist die Huskyfarm von Funny
Trail Adventures in Bastunäs, wo wir die Ostertage
verbringen wollen.
Und in der Tat ist während der nächsten Tage während unserer
Touren in die Umgebung der Euro hier kein Thema: Nur die
Schwedenkronen sind gewollt, immerhin reicht es, die großen
Beträge durch 10 zu teilen, um den ungefähren Gegenwert in Euro zu
berechnen ...
Aber nicht nur das Reisewetter entschädigt den (T)eurobürger
hierfür: Die ca. 20°C in
Lappland während des Osterfests lassen in der auftauenden
Landschaft bereits durchaus Frühlingsgefühle aufkommen und auch die
Tatsache, dass der Sprit mittlerweile hier billiger ist als zuhause
in München, erfreut ungemein - oder sollte man da vielleicht doch
eher weinen?
Bei diesen Rahmenbedingungen verwundert es dann kaum, dass wir
die Gastfreundschaft auf der Huskyfarm am Ufer des Umeälven nicht
allzu sehr strapazieren und statt dessen mit unserem spikesbewehrten
Kleinwagen am liebsten die auftauenden und entsprechend lehmigen
Nebenstraßen unsicher machen - die Einsamkeit der
lappländischen Frühlingslandschaft schlägt uns wie immer
sofort in ihren Bann.
Exkursionen nach Norden, Westen und Osten folgen, empfohlen seien
an dieser Stelle nur die Stromschnellen des Vindelälven bei Mårdsele
(N64°40.92´ E019°14.32´) oder auch Touren in nahe gelegene Orte wie
z.B. Lycksele.
Als wir am Ostermontag zurück fliegen und in Stockholm-Arlanda
aus unserer Inlandsflug-Riesenröhre gestiegen sind, empfängt uns
Teuroland wieder in alter Herzlichkeit, nein, vielmehr mit geradezu
visionärer Kraft: Im Pub im Abflugbereich zahlt man für zwei irische Kilkenny-Biere
mehr als 15,- Euro - und das ist doch wohl eine
"Euro-Extratour" mit Snob-Effekt, oder etwa nicht?
Nachtrag, Mitte 09/03 - Inzwischen haben die Schweden
abgestimmt: Am 14.09.03 votierten 56,2% der Wähler gegen die Einheitswährung,
41,7% waren dafür. "Die Wähler haben ihre Vorbehalte gegen
das Projekt Euro deutlich zum Ausdruck gebracht", sagte der
sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Sören Wibe, einer
der prominentesten Euro-Gegner. In einzelnen Städten wie z.B. Kiruna
lag der Prozentsatz der Eurogegner bei rund 80%.
Einig sind sich nun alle Beteiligten, dass das Thema
"Euro" jetzt wohl für die nächsten Jahre keines mehr ist
für Schweden ...
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