(Bericht
von
J. de Haas)
11.09.2007 -- Eine "Dreiseentour in den Herbst" sollte es
diesmal nicht werden, wohl aber eine kurze "Drei-Inseltour" im
Norden Kroatiens. Und selbstverständlich war diese Gelegenheit auch
zu nutzen für eine Euro-"Extratour" in diesem Land, in dem
der Euro durchweg eine sehr unterschiedliche Rolle spielt.
Vor dem Erreichen der drei eingeplanten Inseln Cres, Krk und Rab
ist zunächst einmal ein echtes "Hindernis" zu überwinden: In Form
des wirklich bemerkenswerten
Camps Medulin
östlich der Stadt
Pula im Süden Istriens bietet sich hier ein Platz an, der
aufgrund seiner malerischen Lage und einer traumhaften
Campingmöglichkeit direkt am Meer gleich mehrere Ruhetage verlangt
und so ein kurzfristiges Weiterkommen vereitelt.
Doch vor Medulin war noch ein Halt in Istriens Camp Finida
angesagt, rund 6 km entfernt vom nordwestlich gelegenen Umag:
Im "Konzum" dieses Camps gab es keine Akzeptanz vom Euro -
Konsequenz:
6 Dosen Bier mussten mit Kreditkarte in der kroatischen
Landeswährung Kuna (Währungscode HRK, zumeist aber im Land mit kn abgekürzt) bezahlt werden ...
Aber zurück nach Medulin: Hier also soll die
Euro-"Extratour"
stattfinden, hier wird auch nach langer Zeit endlich einmal wieder
das Montana, unser Aufblas-Kanadier
ausgepackt - zu idyllisch die Lage an der Adria, um hierauf zu
verzichten ...
Die
3 Internetplätze seien privat, wird an der Rezeption mitgeteilt,
als wir feststellen, dass keiner funktioniert - also auch keine
Gelegenheit, hier 20 kn oder rund 3 EUR für 30 Minuten in
Internetaktivitäten zu investieren. Ansonsten moderates Preisniveau:
Oder was soll man sonst sagen, wenn ca. 7 EUR für zwei Capuccino und
vier Schnäpse
samt Trinkgeld reichen ..?
Dass der Euro auch in Kroatien eine große Rolle spielt, kann
man spätestens dann feststellen, als an der Fähre zur Insel Cres
ein aufeinander eingespieltes Drei-Mann-Team von Hütchenspielern
auftaucht: Die reden wie durch ein Wunder Deutsch miteinander,
spielen selbst die Mitspieler und gewinnen und verlieren scheinbar
überzeugend ausschließlich 50 EUR-Scheine - wundert es da, wenn der
eigentliche Spieler der Gruppe von sich behauptet: "Versuchen Sie
es, ich spiele korrekt!"

Im Camp Kovacine auf der Insel Cres nahe der
verwinkelten
und sehenswerten Hauptstadt schließlich gibt es die
Rechnung direkt ausgestellt in EUR - dass der Wunsch, in Kuna zu
zahlen, nicht mit "Bäh" kommentiert wird, erstaunt nach der
Reaktion darauf schon eher!
Von der Insel Cres weiter zur Nachbarinsel Krk: Unser Ziel
ist Camp Glavotok, nur wenige Kilometer vom Fähranleger
entfernt im äußersten Südwesten der Insel und recht
schön und ursprünglich
gelegen, vis-à-vis von Beli auf Cres, wohin man auf der
einspurigen Strecke mit einem Wohnmobil nur mit guten Nerven
fahren sollte ...
Glavotok reimt sich auf Kasachok - die Stimmung, Lautstärke und
Musik einer Junggesellinnen-Ausstandsrunde beweist das nur allzu gut
und fast die ganze Nacht hindurch!
"Payments cannot be settled in EUR" ist an der Rezeption des Camps
zu lesen - also diesmal wieder Zahlung in Kuna angesagt!
Bezüglich der Geschichts- und Kulturstadt Krk ist nur eine
Durchfahrt geplant, Denkmäler aus der Römerzeit, Gemäuer und enge
Straßen der "Steinstadt" müssen so leider links liegen bleiben und
nur die seltene Überfahrt zur Insel Rab in der Nachsaison führt
schließlich dazu, noch einen weiteren Tag auf Krk zu verbleiben: Das
"schattenlose" Camp Zablace in Baska nahe
der
sehenswerten Hafenanlage erweist sich beim
herrschenden Wetter hierfür als günstig - in der Hauptsaison und
gnadenloser Sonne mit Sicherheit kein Platz für uns.
Doch noch ein Wort zu den Campingplätzen:
Extremsauberkeit in den überall vorgefundenen Waschhäusern, die
manchmal geradezu bewohnt zu sein scheinen von ihrer Putztruppe -
die Toiletten in der Regel "südliche" Steh-Klos kombiniert mit westlichem Normalklo:
So findet jeder was ihm oder ihr zusagt ...
Gewöhnungsbedürftig manchmal die Auswahlverfahren von
Stellplätzen auf den Camps: Nach dem Parken draußen ist ggf. ein
längerer Fußmarsch über den ganzen Platz angesagt, wo man sich einen
Platz aussucht, die Nummer merkt und diese dann nach entsprechendem
Rückmarsch wieder an der Rezeption mitteilt - die Anmeldung kann nun
stattfinden, wenn man nun auch noch einen Ausweis hat zum vorlegen
...
Die Fähre zur Insel Rab am nächsten Morgen ist die
teuerste bisher auf unserer Fahrt: Rund 50 EUR sind für die ca.
einstündige Fahrt von Baska herüber zu berappen, die
anschließende Fahrt zum nördlich auf der Insel gelegenen Autocamp San Marino bei
Lopar ist dann aber nur kurz.
Lediglich eine halbe Stunde nach unserer Ankunft erleben wir sie
dann erstmals live: Die Bora! Bereits nach kurzer Zeit haben wir
verstanden, warum es die
Verpackungskünstler der italienischen Adria tatsächlich gibt,
die wir im Vorjahr kennen lernen konnten - bei geschlossenem Dach
stehen wir bei enormer Windstärke auf unserem Stellplatz und
überlegen erst einmal, wie wir weiter vorgehen. Wir siedeln schließlich um in eine etwas windstillere Ecke des Camps, aber das
Wetter hat nun offenbar mit uns abgeschlossen: Heftige Gewitter in
der Nacht, eine unverändert heftige Bora am Folgetag und keine
Aussicht auf Besserung lassen uns schließlich fliehen. Die Überfahrt
von Rab zum Festland findet noch statt, wir wissen
mittlerweile, dass an solchen Tagen an anderer Stelle der
Fährbetrieb eingestellt wird und sogar die Brücke vom Festland
herüber zur Insel Krk gesperrt werden kann ...
Am 19.09.07 geht die Fahrt an der Küste des kroatischen Festlands zurück
nach Norden, die "Badewanne" Adria ist
nicht wieder zu erkennen und
kleine Wasserhosen lassen nicht den Wunsch aufkommen, hier irgendwo
Halt zu machen.
Am Abend erreichen wir endlich Slowenien: Im uns
schon bekannten Camp Postojna
schließlich scheint die "Straße der Winde" langsam zu Ende zu sein
...
Anm. der Red.: Für die Navigation in Kroatien und den
Anrainern empfiehlt sich für Garmin Anwender das Garmin-kompatible
Produkt AdriaRoute (erhältlich beim österreichischen
Vertreiber dream-shop.at).
Mehr dazu im Nachtrag zu unserem Beitrag über das Garmin Navi Zumo
550!
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