(Bericht
von
J. de Haas)
25.08.2003 -- Wir hatten es bereits recht früh
festgestellt: Es gibt einen recht geradlinigen
Euro-"Extratour"-Weg, beginnend auf Rømø
in Dänemark bis nach Island
- und selbstverständlich liegen auch die Faröer auf dieser
Linie.
Und wenn schon die Dänen im Allgemeinen noch recht wenig von dem
Euro als Landeswährung halten, so gilt dies auf den Faröern erst
recht: Zwar bereits seit 1380 (da noch gemeinsam mit dem ebenfalls
unterjochten Norwegen) zu
Dänemark gehörig, haben die Inseln im Nordatlantik doch immer ihr
eigenes Gesicht bewahrt. Und so spielt der Euro hier keine merkliche
Rolle - weder auf dem nahen Flughafen von Vágar, der inzwischen
über einen Tunnel mit der Hauptinsel verbunden ist, noch sonst wo.
Obwohl: Dass die Faringer recht geschäftstüchtig sind, sei es
mit oder ohne Euro, kann eigentlich kaum bestritten werden. Zum
einen werden wie bekannt die Fährtouristen von Dänemark nach
Island mit einem nun fast zweieinhalb Tage dauernden
Zwangsaufenthalt auf der Inselgruppe beglückt, zum anderen bereitet
man diesen dann dort noch die eine oder andere Überraschung in
dieser Zeit. So z.B. mit dem erst vor Kurzem in Betrieb genommenen
Tunnel zwischen den Inseln Vágar und Streymoy.
Während man in der einen Richtung (nach Vagár) nur den
harmlosen Hinweis auf eine "Tollroad" zu lesen bekommt und
den Hinweis "Zahlen Sie bei der Rückfahrt", folgt der
Schock dann bei der unvermeidlichen Rückfahrt (die alte Fähre
zwischen Vágar und Vestmanna auf Streymoy gibt es nicht
mehr): Für Fahrzeuge bis 6 m Länge werden 180 DKK (!), also rund 23,- Euro kassiert. Dafür gibt es nur einen passenden
Begriff: Wegelagerei!
Ein anderes Beispiel für faringische Geschäftstüchtigkeit
stellen die Campingplätze dar: Offiziell ist wildes Campen verboten,
auch sind die Möglichkeiten dazu auf den Faröern nicht gerade
üppig. Und deshalb kann man dann fast so etwas wie einen
klassischen Snob-Effekt ausleben: Camping z.B. auf dem Autohof von Á
Giljanesi in Sandavágur für 120
DKK, also ca. 18 EUR. Das alles zwischen Bussen, Lkw´s, Montagehallen
- und morgens geweckt durch das zärtliche Geräusch einer Flex im
Hochbetrieb ... 
Aber der schöne Blick bis zur südöstlichen Nachbarinsel Koltur,
direkt aus dem Campingstuhl auf dem Autohof heraus,
entlohnt dann doch für Alles und außerdem bleibt ja auf jeden Fall
das Gefühl, hier etwas sehr Exotisches zu erleben ...
Am nächsten Morgen brechen wir auf zu dem von uns vor 6 Jahren
bereits dokumentierten besten "wilden" Campingplatz auf
der Insel Streymoy und beschließen, am heutigen Tag weniger den
Snob-Effekt als vielmehr die eindrucksvolle Natur der Färöer
direkt und ohne ein Entgelt zu genießen. Und dann wartet ja bereits
die Norröna in Tórshavn, die uns weiter auf unserem
geradlinigen Weg der Euro-"Extratour" nach Island
bringen
wird ...
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