(Bericht
von
J. de Haas)
22.08.2003 -- Euro-"Extratour" zum EU-Mitglied
Dänemark, das bisher auf diese Währung verzichtet?
Am heutigen Freitag, gut drei Wochen vor der Entscheidung der
schwedischen EU-Nachbarn
gegen den Euro, ahnt man hier zwar bereits, dass ein dortiges "Nein" zur Einheitswährung die
Bereitschaft der Dänen
nicht gerade fördern wird, sich den Euro ins Land zu holen, aber
wie katastrophal sich die schwedische Entscheidung auf mögliche
Erweiterungen des Euro-Raumes auswirken wird, weiß man derzeit noch
nicht so genau ...
Was man dagegen bereits genauer weiß: Ebenfalls in wenigen
Tagen, vom 05.09. bis zum 07.09.03, wird hier auf der dänischen
Insel Rømø, von der viele nicht
wissen, dass sie die nördliche Nachbarinsel von Sylt ist, das alljährliche große internationale Drachenfest
stattfinden, das "14. International Kitefliers Meeting Rømø".
Und dann wird es auf der Insel, die wir heute auf
unserem Weg nach Island bei der Tour Island/Faröer
2003 wieder verlassen werden, einen weiteren Touristenschub geben,
mit dem auch der Euro ins Land rollt. Und viele dieser Touristen sind
bereits da: Nicht nur auf unserem Campingplatz, dem Lakolk
Camping, einem der scheußlichsten von uns seit langem besuchten
Plätze, sind derzeit eine Unmenge von Touristen zu finden, sondern auch in der
kleinen Einkaufszone vor dem Platz. Und nicht nur in dem hier
angesiedelten Restaurant/Pizzeria "Buona Sera" hängt es im
Fenster: "Wir akzeptieren Euro".
Und das tun sie dann auch zur Genüge: Ein
Tomatensalat kostet hier 50 DKK oder wahlweise ca. 7 EUR. Für 4 Bier
zahlen wir am Vorabend in der gegenüber liegenden Bar, die von
salzwassergehärteten und braun gebrannten Kitern und Surfern
bevölkert wird, rund 16 Euro - ein Preis, der noch deutlich unter dem
des schwedischen Flughafens Stockholm-Arlanda
liegt ...
... 
Auch auf dem Campingplatz hier hat man sich etwas
Nettes einfallen lassen: Man fragt uns (übrigens nur hier!), ob wir
eine Campingkarte für das Land hätten. Diejenigen, die (wie wir) so etwas
nicht haben und die nur für ein bis zwei Übernachtungen bleiben wollen, können
dann einen so genannten "Transitpass" bekommen, der kostet
20 DKK pro Übernachtung zusätzlich - eine Art "Carnetpflicht" in Lakolk
also.
Insofern könnte man sich also fragen, ob es wirklich
Camping sein muss hierzulande, oder ob man nicht in
Dänemark
auch anders genau so gut unterkommen könnte: In einem Ferienhaus
z.B., in dem man weit weniger als wir heute Wind und Wetter
ausgesetzt wäre. Aber Schluss mit derartigen Gedanken, so etwas
bleibt einem immer noch, wenn man vielleicht eines Tages nicht mehr
mit einem
Campingfahrzeug unterwegs ist! 
Wir sind froh, als wir nach einer sturmdurchtosten
Nacht heute Morgen am Strand vorfahren können
- an manchen Stellen ist Allradantrieb sehr von Nutzen, wenn man nicht
den platt gefahrenen Hauptsträngen im Sand folgen will. Ein wahrhaft
einzigartiger Sandstrand, wenn man in Betracht zieht, dass man ihn bis
hierher mit dem Auto befahren darf - ein wenig wehmütig kommen
Erinnerungen an das Drachenparadies
Fuerteventura hoch, wie es vor einigen Jahrzehnten noch war ...
Wir verlassen Rømø auf unserem geradlinigen
Euro-"Extratour"-Weg über die Faröer nach
Island ohne
Bedauern: Auch der noch so schöne Strand wird wohl kaum bewirken
können, dass wir eines Tages beladen mit all unseren Drachen
hier wieder vorfahren werden - und sei es auch zu einem "Kitefliers
Meeting" ...
|