(Bericht
von
J. de Haas)
03.05.2002 -- Ja, wir wissen es! Nein, die Schweiz
gehört nicht dazu - zum erlauchten Euroclub!
Wie die Briten und
(noch!) etliche skandinavische Länder erlauben sie es sich einfach, als
Europäer außen zu stehen - ein Grund, sie mitsamt einigen
mitgebrachten Euros ( )
mal aufzusuchen und zur Rede zu stellen in ihrem Ländle - im Rahmen einer
"Extratour"!
Denn nach allem, was man so hört und liest, soll ja die Schweiz
ein echtes Paradies sein für so manchen Langzeitparker von Dollars,
der ehemaligen DM, von heutigen Euros und sonstigen Währungen: Wenn dem so
ist, sollte man eigentlich auch auf der Straße was davon merken, odrr?!
Also machen wir uns auf den Weg zunächst einmal in Richtung zum
Kreisgebiet
Bodensee, wo man die am nördlichen Seeufer gelegene Stadt
Friedrichhafen bereits im Jahr 1847 von Ulm aus mit der
berühmten "Schwäbischen
Eisenbahn" erreichen konnte.
Von hier aus kann man zum anderen Seeufer nach Romanshorn
in die Schweiz auf sehr angenehme Art und Weise mit einer Fähre
reisen, wenn man das möchte. Wir aber nehmen heute weder eine Fähre
in die Schweiz noch durch die
Schweiz, sondern einen anderen Weg.
Wir fahren in das Gebiet direkt hinter die Grenze in die
Nähe des Flughafens Altenrhein am Bodensee, auf dem wir früher
selbst das eine und andere Mal mit der Cessna gelandet sind:
Der Ort Rorschach, hübsch hässlich und für solche
Experimente sicher gut geeignet, ist in direkter Nachbarschaft
gelegen ...
Im Kiosk am Bahnhof Rorschach reagiert man irgendwie gereizt:
Scheinbar kommt es mittlerweile mehr als häufig vor, dass gefragt wird, ob man Euros nimmt: Natürlich tut man das, aber nur
Scheine, und das Wechselgeld gibt es in SFR - wer hätte was anderes
erwartet? Nun, das Geschäft entwickelt sich nicht ganz so: Die Landkarte,
die wir hier kaufen wollen, kostet 14,70 SFR. Die Kioskbesitzerin
will dafür 10,40 EUR, und das bedeutet nach ihrer Rechnung also
15,- EUR: Einen Schein á 10 EUR und einen Fünfer, den Rest will
sie zurückgeben als Wechselgeld in SFR ... 
Da wir wie alle anderen "begeisterten" Teurobürger es mittlerweile
gewöhnt sind, dass man uns das neue Spielgeld derzeit verstärkt
und überall aus der Tasche ziehen will, ist die Reaktion der
übliche Reflex: Wir packen unsere kostbaren Euros wieder weg und
ziehen stattdessen anderes buntes Spielgeld aus der Tasche: Soll sie
doch ihre komischen Fränklis bekommen! Doch dann folgt die Überraschung:
Unsere auf den Ladentisch gelegten Schweizer Fränklis werden auch
nicht akzeptiert: Die sind nicht mehr gültig, meint die
Kioskbesitzerin, aber wir könnten die Scheine ja bei jeder Bank
umtauschen.
Irgendwie schaffen wir es noch, mit anderen Franken-Beständen
die Karte zu bezahlen, bevor wir erleichtert das Rorschacher
Bahnhofs-Kiosk verlassen - hier ist es wirklich nicht leicht, sein
Geld los zu werden!
Als wir draußen auf der Motorhaube die Euros (bei der
"Extratour" ohne jede Regeln!!) und auch noch unsere ungültigen
Fränklis fotografieren, kommen zwei Passanten auf uns
zu: Sie haben unsere Aktivitäten mit den Geldscheinen beobachtet
und fragen - da wir offenbar ungeheuer amtlich wirken - ob wir für den Parkplatz
zuständig wären. Wir unterbrechen unsere Fotosession und
verneinen - die beiden verschwinden in Richtung Bahnhof ...
Auch wir packen nun ein und verlassen Rorschach, bald darauf
werden wir eine Schweizer Bank betreten, um unsere ungültigen
Scheinchen gegen gültige einzutauschen. Was wir nun bekommen,
lässt den Euro als durch und durch seriöse Währung erscheinen -
das neue, bemerkenswert bunte Schweizer Spielgeld ist wirklich kaum zu übertreffen ... 
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