Mit dem  EXPLORER MAGAZIN "unterwegs":

Unser Smartphone

oder: Degoogle my Android ...


Nun ist es an der Zeit, mal etwas neues, handliches für die Kommunikation unterwegs auszuprobieren: Da bietet sich ein Smartphone an, es kann telefonieren, im Internet surfen per WLan oder Mobilfunk, E-Mails verschicken und empfangen, es hat einen GPS-Receiver, dudelt Radioprogramme, spielt die Lieblingsmusik, macht Fotos und sogar Videos. Reisender, was willst du mehr?

Nun, die Auswahl an Smartphones ist riesig. Bei dem allerdings, was darauf arbeitet - dem Betriebssystem - ist man recht beschränkt, denn die Markführer sind:

Warum also nicht mal ein Smartphone mit dem marktführenden Betriebssystem?

Gedacht, getan, ein LG GT540 Optimus wird beschafft, das schont die Reisekasse, denn es ist für ca. 120,- EUR (Stand April 2011) ohne Vertrag zu haben. Der Vorteil beim Kauf ohne Vertrag liegt darin, dass man sich nicht mit dem so genannten Branding (für den Telefonanbieter angepasste Firmware) herum ärgern muss. Ebenso fehlt der Simlock, der den Betrieb des Smartphones nur zusammen mit Sim-Karten eines bestimmten Telefonanbieters zulässt.

Dennoch, auch dieses Smartphone hat wie alle anderen eine "individuelle" Version von Android, die für LG entwickelt wurde. ANDROID war ursprünglich eine Bezeichnung für menschenähnliche Roboter. Und menschenähnlich ist auch das Betriebssystem (oder vielmehr der Dämon dahinter) in seiner Gier - seiner unendlichen Gier nach Daten, wie wir später noch sehen werden ...

Schnell wird das Smartphone geliefert - es ist ein schickes Teil. Ein Stift wird nicht mitgeliefert, aber einfacher geht es schon mit einem und so verpassen wir dem Smartphone direkt auch einen Teleskopstift. Die Tasche fehlt ebenfalls, ist aber für kleinstes Geld z.B. bei eBay zu bekommen.

Hinweis: Wir haben sogleich ein Update installiert von Android 1.6 auf Android 2.1.

Das Smartphone fährt hoch, man muss nun die ersten Einstellungen vornehmen. Jetzt nur ja nicht den Fehler machen und Google-Mail anklicken! Denn da wird nach einem Google-Konto verlangt, auch wenn man Google-Mail (Google E-Mail-Service) gar nicht nutzt. Big Brother is up!

Das Google-Konto stelle man sich als großes Datensammelbecken vor. Darin verwaltet werden die E-Mail-Adressen, Termine, Kontakte sowie die eigenen Konten zu Twitter, Facebook, Youtube usw. und sogar die Anwendungen, die man auf dem Smartphone benutzt.

Auch wenn uns Google glauben lässt, dass alles getan wird, damit diese Daten sicher sind, eines sollte man nicht übersehen: Google hat somit den Zugriff auf alle Daten zu einer Person, schön praktisch zusammengefasst. Davon träumt so mancher Innenpolitiker dieser Republik. Wir wollen aber Google unsere Daten nicht so einfach überlassen. Aber geht das? Wir wollen unser Smartphone so weit irgend möglich "degooglen".

Wir lehnen das Anlegen eines Google-Kontos ab. Die E-Mail-Konten bei unseren Providern kann man mit E-Mail (nicht Google-Mail) manuell einrichten. Das funktioniert ähnlich wie bei Outlook und ist auch schnell erledigt. Tipp: Der Abruf der E-Mails sollte auf "manuell" eingestellt werden, sonst kann man bei einem Auslandsaufenthalt eine recht hohe Rechnung erzeugen, wenn man Mobilfunk nutzt. Ebenso sollte man das Alter der E-Mails, die gelesen werden sollen (Anzahl Tage) beschränken.

Doch schauen wir uns mal an, was alles auf dem LG Smartphone geboten wird. Zunächst einmal alles, was uns sinnvoll erscheint:

Folgende Anwendungen sind nur bedingt sinnvoll:

Aber leider benötigt man doch noch was mehr, damit das Smartphone richtig Spaß macht:

Es empfiehlt sich, auf dem Desktop Verknüpfungen zu den meist verwendeten Anwendungen anzulegen und natürlich auch ein schönes Hintergrundbild. In der Anwendungsliste ist das Einrichten von Anwendungskategorien sinnvoll oder man sollte sich zumindest die Arbeit machen, die unliebsamen Anwendungen, die sich (natürlich) nicht deinstallieren lassen, ganz nach unten zu schieben.

Nun zur Frage aller Fragen: Wie greift das Smartphone auf das Internet zu? Mobilfunk oder Wifi? Wenn das Smartphone Zugriff auf ein Wifi hat, dann wird das Wifi benutzt, ansonsten der Mobilfunk. ABER Vorsicht, wenn die Wifi-Verbindung instabil ist, dann erscheint ganz kurz die Meldung "Verbindung zum Mobilfunkdatennetz" und schon ist man im Mobilfunknetz unterwegs, was dann je nach Tarif kostenpflichtig sein kann. Hier sollte man dann sofort die Wifi-Verbindung überprüfen.

So, nun ist das Wesentliche geklärt und unser Smartphone ist fertig und bereit für die nächste Tour - und Google wird es gar nicht so richtig mitbekommen, erst wenn wir im Explorer Magazin den Bericht dazu veröffentlichen ...


© 2011 Sixta Zerlauth, Explorer Magazin