Samstag, 10.09.16: Erkenntnisse über Mülleimer auf Norderney

08:30 Uhr klar, Wind S 3, 1017 hPa, 16°C: Schon um 06:00 Uhr ist Christoph mit seinem Transport zurück, bis fast 04:00 Uhr saß sein Boot im Watt fest. Wir lassen uns - zur Loona´s Freude - Zeit mit dem Aufstehen. Da ist sie sehr unkompliziert, sie teilt uns immer mit, wenn sie raus muss. Ganz ohne feste Zeiten!

An Bord wird heute noch die Fettpresse für die Antriebswelle aufgefüllt und der Motor kontrolliert. Morgen soll es wieder los gehen. Heute aber machen wir uns noch einmal zu Fuß auf den Weg: Diesmal durch den Hafen, am Fähranleger vorbei und dann immer am Ufer entlang. Es fällt uns auf, dass es auf unserem Weg nicht einen einzigen Papierkorb gibt. Kleine Müllmengen muss man gut kilometerweit mitnehmen. Der Uferweg ist ohne jede Müllsammelstelle. Trotzdem sind immer wieder Sitzgelegenheiten zum Verweilen vorhanden. Bei uns war es ein kleiner Plastikbeutel mit Loona´s Hinterlassenschaften, der dadurch einmal ein ganzes Stück der Küste sowie andere Hunde und Menschen kennenlernen konnte ...

Angelegt in Norderney ... Strandbesuch

Die zweite Tageshälfte verbringen wir mit Christoph´s Bekannten am Surferstrand, etwa südöstlich der Hafeneinfahrt. Ein dritter Hund ist auch mit Lotte dabei, doch viel zu groß für Loona´s Spielabsichten. Sie ist heute so etwas wie das 3. Rad am Wagen, Jürgen hilft da aus ...

Mit der Dämmerung wird der Grill in Betrieb genommen. Leider gibt es hier kein Licht und so sitzen wir bald alle im Dunkeln. Es wird auch keine sehr warme Nacht, die ersten Signale des nahenden Herbstes sind zu spüren. Wir müssen die Infinite Loop noch längsseits nehmen, da ihr bisheriger Liegeplatz ab morgen vergeben ist. 22:00 Uhr 3/8 Bedeckung, Wind SW 3.

Sonntag, 11.09.16: Ein Geburtstag, segeln und ankern ...

07:00 Uhr, grau bedeckt, Wind WNW 4-5, lcht. Regen, 1015 hPa, 18°C: Heute ist Loona´s Geburtstag! Sie ist jetzt 5 Jahre alt. Schon längst ist sie eine erwachsene Dame geworden. Wenn irgendwelche Leute kommen und sagen: "Oh, ist die süß!", weisen wir gerne darauf hin. Auf die von den Leuten angewendete "Babysprache" reagiert Loona längst abweisend. Das war nur während ihrer Jugend angesagt, heute steht sie eher auf normalem Tonfall. Auch beim Spielen, und davon bekommt sie heute Vormittag satt ...

In der Mittagszeit erhält die elektronische Seekarte ein Update, denn morgen soll es weiter nach Langeoog gehen. Wir füllen die Wassertanks auf und prüfen den Motor.

Nach der Teezeit heißt es um 15:30 Uhr: "Leinen los"! Wir wollen zum Westende der Insel, um Segel- und Ankermanöver durchzuführen. Vorher muss die Infinite Loop wieder umgelegt werden, die bleibt heute im Hafen. Christoph und Lotte kommen bei uns mit.

Kaum sind wir aus dem Hafen, werden die Segel von Simone und Christoph gesetzt. Der Wind lässt inzwischen schon wieder nach. Kurz vor 16:00 Uhr gibt es nur noch Wind aus NE Stärke 2. Nach einer weiteren halben Stunde ist der Wind ganz verschwunden: Stille so weit das Auge reicht. So fällt das Segeln heute etwas kurz aus ...

Abfahrt von Norderney Nur die Segel steuern unser Schiff Und wieder Einfahrt ...

Es hilft nichts. Um 16:35 Uhr fällt der Anker auf Position 53°41,8´N 007°08,7´E: Wir ankern direkt vor dem Hundestrand! Loona kann die anderen Hunde sehen und hören, aber nicht hinkommen. An Bord wird es ruhig ...

Etwa eine Stunde bleibt der Anker im Wasser, dann heißt es wieder "Anker auf". Langsam kommen immer mehr Besucher von See und aus dem Watt mit der Flut nach Norderney und auch wir wollen unseren Liegeplatz wiederhaben. Der Wind hat nicht mehr zugenommen. Es gibt nur einige wenige Windflächen auf dem Wasser, die Segel bleiben unten und der Motor muss ran.

Bei der Einfahrt nach Norderney sollte man unbedingt auf den Fährverkehr achten. Ein großer Katamaran hat direkt vor uns festgemacht, das Paar an Bord hilft uns beim Anlegen. So soll es sein! Um 17:55 Uhr sind wir wieder an unserem Platz fest. 22:00 Uhr, 7/8 Bedeckung, Wind SE 3-4, 1020 hPa, 17°C.

Montag, 12.09.16: Wenig Wind und wenig Wasser

07:00 Uhr, Wind SE 4, 2/8 Bedeckung, 1018 hPa, 17°C: Nach einem ausgedehnten Vormittag legen wir um 12:55 Uhr ab. Wir sind zur Zeit noch eine Stunde vor dem Niedrigwasser, haben bestes Wetter und wieder nur wenig Wind. Die Infinite Loop fährt voraus, unser Ziel ist heute nun die Insel Langeoog. Das Wetter sieht nach Sommer aus, auch wenn der eigentlich hinter uns liegt. Wir haben richtig Glück mit dem Wetter auf unserer Reise!

Abfahrt nach Langeoog Wo ist die Freundin ..? So macht Segeln Spaß ...

Nach etwa einer halben Stunde zieht die "Skyline" der Stadt Norderney an Steuerbord vorbei. Der Wind schläft. Hier, westlich der Insel, ist die Wassertiefe noch überall ausreichend. Der letzte Rest des Ebbstromes zieht uns nach See. In unserem Cockpit herrschen bei dieser Sonneneinstrahlung und Witterung ziemlich hohe Temperaturen.

Als wir die flachen Fahrwasserbereiche durch das Watt im Nordwesten und Norden der Insel erreichen, übernimmt die Infinite Loop mit ihrem Echolot die Führung. Unsere elektronische Seekarte zeigt - wie erwartet - trotz des neuesten Updates von heute Vormittag wieder nicht die aktuellen Positionen der Fahrwassertonnen an.

Sonne, Wärme, Schutzwand aus Stahl: Loona hat RuheNachdem wir die Dovetief-Ansteuerungstonne um 14:20 Uhr passiert haben, geht es im Bummelgang mit einem Kurs von 075° und dem Motor weiter. Es herrscht fast kein Wind und wir haben genug Zeit. Wir wollen nicht zu früh an der Einfahrt nach Langeoog sein. Die leichte Infinite Loop hat wenigstens die Segel voll Wind. Wir entscheiden uns gegen das Segeln. Loona ist noch recht ruhig, sie schaut oft zu unserem Begleiter hinüber, denn dort ist ihre Freundin Lotte ...

Der wenige Wind bläst direkt von vorn aus ostnordöstlicher Richtung. Wir fahren mit nur 2,5 Kn Geschwindigkeit und nutzen so die östliche Strömung vor der Küste für unser Vorankommen. Vor der Insel Langeoog wollen wir dann bei möglichst hoher Tide eintreffen, denn dort ist das Fahrwasser zur Insel noch flacher als bei Norderney.

Um 15:20 Uhr hat der Wind auf immerhin NE Stärke 4 zugelegt. Das ist fast genau von vorne. Um 16:20 Uhr sind wir auf der Position 53°45,9´N 007°21,1´E und passieren die Insel Baltrum. Auch diese Insel müssen wir, wie schon Juist, auslassen. Unser Handbuch gibt für den Hafen hier eine Wassertiefe von 1,30 m bei Flut an: Da würden wir lange vor Ankunft im Watt stecken bleiben. Im Jahr 2014 haben wir Baltrum schon besucht - aus diesem Grund mit der Fähre ...

Loona hat es sich vorne in der Bugspitze gemütlich gemacht: Die Bordwand bietet ihr Schutz vor dem Wind und gleichzeitig mollige Wärme durch die Sonne. Sie ist recht ruhig und kann die Fahrt richtig genießen. Um 16:25 Uhr kommt dann auch die Infinite Loop wieder näher - Fototermin auf See!

Einlaufen nach Langeoog aus nördlicher Richtung

16:55 Uhr Tonne A2: Wir laufen in das Langeooger Fahrwasser aus Norden ein, Christoph und Lotte sind kurz vor uns. Da der Hafen von Langeoog kleiner und flacher ist als der Hafen auf Norderney, wollen die beiden schon einmal einen passenden Platz für die dicke pacifico finden. Loona hat sich inzwischen wieder für das Angstzittern entschieden. Trotzdem ist sie nicht in Panik. Die sichersten Plätze sind ihrer Ansicht nach vorne an Deck - und unten vor der Maschinenraumtür. Wie sie gerade darauf kommt, haben wir noch nicht herausgefunden ...

Mit dem vollen Flutstrom geht es nun ziemlich schnell in Richtung Hafen, an der Steuerbordseite sehen wir jetzt das Ostende der Insel Baltrum. 17:15 Uhr Tonne A10: Wir sind fast da.

Zuerst wirkt der Hafen sehr voll: Die besten Liegeplätze für uns, außerhalb des Yachthafens, sind natürlich belegt. Doch ganz hinten im östlichen Teil der Yachthafenanlage findet sich noch ein Platz für die auffällige pacifico.

Christoph und Lotte stehen schon bereit, um die Festmacher in Empfang zu nehmen. Auch der Hafenmeister kommt gleich dazu, um zu helfen. Wir müssen sehr langsam fahren, denn hier ist wirklich fast kein Wasser unter dem Kiel. Bei Wind sollte man die Anlage mit einem großen Boot besser meiden. Wir können gerade so, meterweise, manövrieren. Mehr ist nicht drin. Um 18:15 Uhr sind wir schließlich fest. Lotte´s erste Aktion zeigt unser Bild: Irgendwie sind die Sofas bei ihr an Bord doch kleiner ...

Lotte zurück: Bei uns an Bord sind die Sofas größer! ;-)) Abendstimmung Yachthafen Langeoog

Das Wetter bleibt herrlich, der Wind schläft - mal wieder - ein. Ein paar Neugierige kommen vorbei und fragen nach dem Schiff und der Sea Shepherd-Flagge. Unser Tagestrip dauerte nur etwas mehr als 4 Stunden, dabei haben wir 18 sm zurückgelegt. Dazu gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang.

Die Hunde können gut an Land laufen. In östlicher Richtung vom Hafen der Steganlage sieht man frei laufende Hunde allerdings nicht so gern.

Die Steganlage ist etwas zu wenig beleuchtet und die Strompfeiler bedürfen dringend einer Überholung. Dafür gibt es aber einen guten Service, ein gutes Restaurant gleich am Hafen und einen sehr hilfsbereiten und netten Hafenmeister. Das sind eigentlich ideale Voraussetzungen für einen schönen Inselaufenthalt - wäre da nicht der geringe Wasserstand. Die Übernachtung kostet 26,50 EUR inklusiv Dusche und Strom ...


© 2016 Jürgen Sattler