Vorbemerkung der Redaktion: Den Stephan aus Wernberg in der Oberpfalz hatten wir schon vorgestellt im Vorjahr - oder eigentlich eher sein Fahrzeug, einen selbst ausgebauten Pickup vom Stamme des Toyota Hilux. Wie hatte er doch damals einleitend zu seinem Beitrag über die Hilux-"Hundehütte" geschrieben:
"Leider komme ich nicht so weit in der Welt rum wie manche von Euch, aber hin und wieder mache ich die Wälder in meiner Umgebung unsicher, da gibt es auch einige schöne Off-Road-Strecken. Meistens bin ich dort mit meinem Lux, der eigentlich ein Taro ist, unterwegs ... An den Wochenenden geht´s oft mit Frau und Kumpels zum Outdoor-Campen ..."
Nun, diesmal war Stephan wieder einmal mit seiner "Hundehütte" unterwegs und machte die bayrisch-österreichische Grenzregion unsicher, die uns auch sehr am Herzen liegt und in der wir uns ebenfalls häufiger aufhalten. Unterwegs mit Gefährtin Rosi machte Stephan bei einer Herbstreise, über die er im Folgenden berichtet, seinem mittlerweile schon geflügelten Spruch aus dem "Hundehütten-Bericht" alle Ehre, den wir inzwischen immer wieder gern zitieren:
"Ein Fahrzeug ist so wintertauglich wie seine Besatzung ..."
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Samstag, 17.10.2009
Der Urlaub fing ja eigentlich schon heute gut an, obwohl wir ja eigentlich erst am morgigen Sonntagvormittag losfahren wollten.
Wieso? Nun, am Samstag nachmittag, gegen 16:00 Uhr, war bereits alles fertig eingeräumt und verstaut.
Dann nur noch eben den Lux
in den Carport gefahren und sich gewundert, was da jetzt wieder für ein Fleck vorn
links auf dem Pflaster aufgetaucht war. Diesel! Beim Blick unter das Auto
festgestellt, dass die Dieselleitung durchgerostet ist. Also Rosi´s Korando wieder
aus der Werkstatt raus, den Lux rein. 6er und 8er Schläuche hervor gekramt, defekte
Dieselleitung heraus geschnitten und Schläuche dazwischen gesteckt. Fertig. Uhrzeit:
17:15. Um 18:00 Uhr sind wir zum Essen eingeladen, also schnell noch das Eeau de Diesel-Toilette
herunter gewaschen und auf zur Spagetti-Oper ..!
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Sonntag, 18.10.2009
Endlich, Sonntag, 11:00 Uhr geht´s los. Schön gemütlich über die B15, grobe Richtung Walchensee. Ab dem Irschenberg geht der Regen in Graupel, später in Schnee über. Unser ursprüngliches Ziel für heute, den Stellplatz in Fall, erreichen wir gegen 16:30 Uhr. Zu früh zum Lager aufschlagen.
Also weiter zur Eng bevor
die, wegen zuviel Schnee, dicht gemacht wird. Klappt ja, die Mautstraße ist noch
offen, Mautgebühr abgedrückt und los: Je weiter wir fahren, um so weißer wird es.
Eigentlich wollten wir den Großen Ahornboden in den Herbstfarben sehen, naja,
jetzt müssen wir halt mit den Winterfarben vorlieb nehmen ...
An der Eng stehen wir
auf 1.200 m und in ca. 25 cm Schnee, schön. Stellplatz gesucht, Dach aufgeklappt,
gut ist´s für heute. Auf einem gegenüber liegenden Berghang geht noch eine kleine
Lawine nieder. Sieht aus wie ein Wasserfall aus Schnee. Rein ins Auto und es uns
gemütlich machen: Was immer das heißen soll, die Standheizung funzt mal wieder
nicht, daheim beim Probelauf bollerte sie einwandfrei. Jetzt springt sie nicht
richtig an ... ![]()
Naja, dann wird eben auf Heizung B umgestiegen: einen schwedischen Militär-Spirituskocher. Jetzt wird es endlich warm in der Hütte. Vorm Schlafengehen noch eine DVD reingezogen und ab in die Heia. Um 22:00 Uhr ist Zapfenstreich angesagt.
Montag, 19.10.2009
Brrr. Über Nacht hatte es -4°C und auch ein bisschen geschneit.
Also raus aus dem warmen Bett, hinein in die kalten Klamotten, Katzenwäsche und Motor warmlaufen lassen, damit die Scheiben abtauen. Das Wetter entschädigt für alles, Kaiserwetter heute, strahlender Sonnenschein. Abfahrt gegen 10:00 Uhr: Los geht´s Richtung Vorderriß, von dort an der Isar entlang Richtung Wallgau.
Zwischendurch
holen wir das Frühstück nach, in der warmen Sonne macht es deutlich mehr Spaß. Der Lux
kriegt auch 15 Liter Dieselsaft, den Rest schnallen wir ihm aufs Dach. Auf der
Karte sehen wir Schloss Elmau eingezeichnet, ha, das könnten wir doch
besichtigen. Als wir dort ankommen, ist das voll der Nobelschuppen, wir treten
schnell
wieder den Rückzug an - war wohl nix mit angucken!
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Naja, so schleichen wir uns
langsam über Mittenwald und das Leutaschtal nach Seefeld, dort wird erstmal der
Tank vollgemacht, Rosi bekommt ihren heiß geliebten Kaffee und wir machen uns
wieder auf den Rückweg: Diesmal geht´s zum Walchensee, wir können sogar mal wieder
Enten füttern, bis sie keinen Hunger mehr haben, die letzten Male glänzten sie
immer mit Abwesenheit. Über die Jachenau und den Sylvensteinstausee kommen wir
wieder in Richtung Vorderriß, wo wir heute übernachten wollen. Es wird mal
wieder warm gekocht, nach der Spaghetti-Völlerei am Samstag hatten wir gestern
nicht wirklich Hunger. Nachdem wir noch kurz zur Isar runtergeschaut haben, klappen
wir das Dach auf und ziehen uns in den Aufbau zurück. Heizung B sorgt wieder für
etwas Wärme in der guten Stube. Wir schauen uns eine DVD an und bis 22:00
Uhr wird gelesen, dann drehen wir das Licht aus und gehen schlafen ...
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Dienstag, 20.10.2009
Um kurz nach 9:00 Uhr klettern wir doch aus unserem warmen Bett: Außentemperatur -6°C, innen haben wir "nur" -4°C, A....kalt. Draußen ist alles angefroren, unser Wassersack, der auf der Motorhaube übernachtet hat, ist durchgefroren. Unser Zahnputzwasser ist ebenfalls etwas bröckelig, naja, so geht´s halt schneller!
Das Wetter ist wieder wunderbar, strahlend blauer Himmel, soweit das Auge reicht. Um 10:00 Uhr geht´s los, der Lux ist abgetaut. Heute lautet die grobe Marschrichtung Achensee. Die Dame von der Mautstation am Vorderriß kann sich das Schmunzeln nicht verkneifen als wir beichten, dass wir an der Isar übernachtet haben. An der ehemaligen Grenzstation kriegt Rosi wieder Ihren heißen Kaffee ...
Wir biegen von der B181 ab, Richtung Steinberg am Rofan, herrliche Gegend. Richtiges Winterwunderland. Von dort aus führt uns das TomTom über einen schönen, schmalen, geschotterten Waldweg nach Pinegg und zur Kaiserklamm. Zwischendurch nehmen wir einen kleinen Imbiss zu uns, weil wir auf die nächste ungerade Stunde warten müssen, Einbahnstraßenregelung! Wir wollten zwar noch zur Tiefenbachklamm, aber da hätten wir eine Stunde latschen müssen und dazu hatten wir heute keine Lust mehr.
Also auf, einen Übernachtungsplatz suchen: Uns treibt es nach Pertisau am Achensee (viel zu touristisch für unseren Geschmack), von dort geht eine Mautstraße zu mehreren Almen, aber da ist es uns doch zu kalt. Also Rückzug an die Isar und zum Vorderriß. Wieder gemütliches Kochen, kurzen Besuch von einem 78er aus "BN-" bekommen wir auch. Er ist mit seinen Besitzern auf Kanutour auf der Isar unterwegs. Nach dem Abspülen ziehen wir uns wieder in den Aufbau zurück zum allabendlichen Ausklang. Um 23:00 Uhr drehe ich das Licht aus ...
Mittwoch, 21.10.2009
Aufgestanden sind wir wieder um 9:00 Uhr, diesmal war es über Nacht nicht gar so kalt. Das Wetter ist heute aber auch nicht ganz so toll, leicht bedeckt. Gegen 10:00 Uhr geht´s weiter: Erstmal zum Einkaufen. Beim Bäcker lacht uns dann noch eine warme Leberkäs-Semmel an, die wird unser Frühstück, da kommt ein Bayer einfach nicht dran vorbei!
Frisch gestärkt geht´s wieder Richtung Achensee, die
Tiefenbachklamm wäre unser heutiges Tagesziel gewesen. Aber erstens kommt es
anders und zweitens als man denkt: Auf der Suche nach Schleichwegen begegnet uns
leider immer wieder das "Durchfahrt verboten" oder "Privatstraße"-Schild. Auch
die Straße direkt am Achensee entlang ist durch eine Schranke versperrt, also
doch über die B 181 weiter. Bei Maurach biegen wir dann nach Jenbach ab. Hui, geht´s da steil
runter, da wird den Bremsen mal so richtig warm ums Herz ...
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Durch die
Absicht, näher an die Tiefenbachklamm heranzukommen, um damit den Fußmarsch zu
verkürzen, verfahren wir uns Richtung Brandenberg, schöne Höhenstraße mit
viel Aussicht. Leider führt sie uns nicht zum Ziel. Aber zum Winter zurück, auf
1.100 m ist es wieder schön verschneit und windig.
Nachdem ein von uns
ausgedachter Schleichweg auf dem Hof eines Bauern endet, treten wir wieder den
Rückzug nach Kramsach an. Da uns die Zeit davon gerannt ist, besuchen wir statt
der Klamm ein Tiroler Bauernmuseum. Die Suche nach einem schönen Schlafplatz am
Inn verläuft ins Leere, so quartieren wir uns heute auf Toni´s Campingplatz ein.
Diesen Abend haben wir richtig angenehme Temperaturen, 14°C, und welch ein
Wunder: Unsere Heizung geht auch, wenn auch nur einmal. Ich glaube, das ist eine
Montagsheizung oder eine Memme ...
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Donnerstag, 22.10.2009
Nachdem Aufstehen genießen wir erst einmal die Freuden eines Campingplatzes, die
heißen Duschen. Da riecht man doch gleich wieder viel besser!
Danach machen wir uns Kaffee und Frühstück im Cafe "Hecktür". Gegen 10:40 Uhr geht es wieder weiter, die Tiefenbachklamm ist angesagt. Der Wanderparkplatz war schnell wieder gefunden, aber was lesen wir da, zur Klamm kann man auch mit dem Auto hinfahren. Das lassen wir uns doch nicht zweimal sagen und gondeln über schöne enge Sträßchen zur Jausenstation an der Klamm. Dort entlang führt ein schön angelegter Fußweg, Gehzeit hin und wieder zurück etwa zwei Stunden, aber absolut lohnenswert.

Im Anschluss daran gönnen wir uns noch eine Brotzeit in der Jausenstation. Um
14:30 Uhr heißt es wieder weiter, erst einmal das Spritfass wieder auffüllen,
und das macht in
Österreich doch deutlich mehr Freude als in Deutschland! Mittlerweile hat es zu
regnen
angefangen, was uns den Spaß an weiteren Unternehmungen etwas vermiest.
Wir fahren Richtung Thiersee, um zu einer in unserer Karte eingezeichneten Eishöhle zu kommen, oder zumindest den Zugang auszukundschaften.
Aufgrund des schlechten
Wetters, unserem Bedürfnis nach einem Schlafplatz und der Tatsache, dass es bei Riedenberg schon
wieder verschneit ist, brechen wir das Vorhaben ab und fahren nun Richtung Bayrisch
Zell. Kurz hinter der Grenze finden wir einen leidlichen Schlafplatz abseits der
Straße bei einem Waldstück. Abends folgt wieder das übliche Programm, Quatschen,
DVD gucken und Lesen. Jeder spricht immer vom digitalen Fernsehen DVB-T, aber da
wo wir stehen, haben wir grundsätzlich immer keinen Empfang - shit ...
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Anm. der Red.: Lieber Stephan, auch wir hatten allzu oft ein ähnliches
Problem bei unseren Touren, auch wenn wir nur sehr selten TV sehen oder gar gar
DVD´s anschauen, wenn wir unterwegs sind. Für diejenigen, die das unterwegs
allerdings ganz anders sehen und vor allem bei schlechten Wetter eine
Alternative in ihrem "Wohnmobil"
(
) suchen, sei ein
DVD Verleih empfohlen oder ähnliches vor
Antritt der Reise. Als Ergänzung zum täglichen TV auch mal ein paar aktuelle
Kinofilme mitzunehmen oder sogar Filme zum jeweiligen Reiseziel ist doch mal
etwas anderes, wenn man schon die nötige Ausrüstung an Bord hat, oder ..?
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Freitag, 23.10.2009
So leidlich war der Platz gar nicht, aber auf jeden Fall hatten wir die Nacht über unsere Ruhe. Nach der Morgenwäsche packen wir zusammen und machen uns vom Acker: Frühstück gibt´s in einer Schlierseer Metzgerei. Danach nehmen wir die Mautstraße nach Valepp in Angriff, auch dort holt uns der Winter wieder ein. Auf dem Rückweg zur Mautstation besuchen wir noch schnell die Enterrottacher Wasserfälle ...
Nächstes Ziel: die Panoramastraße nach Wallbergmoos. Naja, Straße ja, Panorama nicht so arg viel. Jetzt wollen wir noch die Klammbachfälle sehen. Den Klammbach haben wir schließlich auch gefunden, aber die Wasserfälle hat sich wohl wer anderes unter den Nagel gerissen, war auch gar nicht ausgeschildert. So treten wir ziemlich früh den Rückzug an und fahren über den Achenpass, die Jachenau und den Walchensee zu unserem Lieblingsschlafplatz an der Isar.
An der Mautstelle in Wallgau bringen wir den Kassierer ein wenig in Verlegenheit: Er steht gerade hinter seiner Hütte und
erleichtert sich dort, als wir die Mautstelle erreichen. Wir halten unsere Mautkarte aus dem Fenster, er schaut auch noch
her und wir fahren weiter. Als ich nach etwa 100 m noch einmal in den Rückspiegel
schaue, kommt er hinter der Hütte hervor und winkt ganz aufgeregt. Also "R" Gang
rein und zurück: Er hatte die Karte wohl doch nicht richtig gesehen ...
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Gegen 16:30 Uhr erreichen wir unseren Platz an und kochen erstmal genüsslich. Als wir gerade mit dem Abspülen fertig sind, beginnt es zu regnen, also rein in die Hütte und Tür zu. Gute Nacht!
Samstag, 24.10.2004
Nachdem es fast die ganze Nacht geregnet hat, ziehen die Wolken tief durch das Isartal. Heute gibt es mal wieder Frühstück im Auto, draußen
ist es uns zu nass.
Um 11:00 Uhr heißt es aufbrechen Richtung Hinterriß, dort sollte laut Karte eine Ruine
sein. Wir haben sie schließlich auch gefunden, aber sie war nicht zu besichtigen
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Mittlerweile klart auch der Himmel auf. Am Nachtstellplatz in Fall reinigen wir
noch unsere Toilette. Außerdem steht dort ein schöner Mercedes 1113 Rundhauber,
denn wir natürlich besichtigen, leider ist von den Besitzern niemand zu sehen,
so können wir nur von draußen reingucken.
Weiter geht´s Richtung Bayerischer Wald: Zwischendurch den Tank noch einmal
aufgefüllt, damit es auch bis nach Hause reicht. Vor Passau fällt mir ein, dass es
hier ja ein Toyota Museum geben soll, ich hatte es sogar schon mal im TomTom
einprogrammiert. Gefunden haben wir es dann auch, es hatte aber leider schon zu. Aber so
schnell geben wir nicht auf, wir suchen uns in einem nahen Waldstück einen
schönen Stellplatz und probieren es mit dem Museum morgen noch einmal. Ha, diesmal
haben wir sogar DVB-T Empfang, zwar "nur" österreichische Sender, aber ATV ist
schließlich auch ganz
interessant und unterhaltsam!
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Sonntag, 25.10.2009
Am Morgen, nachdem wir unsere Uhren eine Stunde zurückgestellt haben, stärken wir uns erstmal mit einem Frühstück, diesmal wieder im Cafe "Hecktür". Danach versuchen wir unser Glück mit dem Museum noch einmal, und siehe da, es ist offen, wir dürfen rein!
Wow, der dortige Herr Pichert muss aber schon früh zum Sammeln begonnen haben: Lauter
schöne alte Toyotas, die man schon lange nicht mehr im Straßenverkehr gesehen
hat, und alle wunderbar hergerichtet. Natürlich sind auch ein paar Land Cruiser
dabei, aber leider kein HiLux. Nach dem Museumsbesuch geht es weiter Richtung
Bayerischer Wald und wieder nach Hause: Gegen 16:00 Uhr trudeln wir dort ein,
räumen den Lux aus und laden gute Freunde zum Pizza-Essen ein - muss nach so
einer Tour einfach sein!
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© 2010 Stephan Schlögel