Die Fußballweltmeisterschaft 2010 steht dicht vor ihrem Ende: Für morgen hat das "Kraken-Orakel" Paul wieder einen Sieg für die deutsche Nationalmannschaft vorhergesagt - allerdings wird es "nur" um den dritten Platz gehen - einen Rang, für den sich die Mannschaft nach ihrer Rückkehr aus Südafrika nicht einmal mehr winkend vor ihren Fans zeigen wird ...
Ausgerechnet
an diesem Tropenwochenende wollen wir wieder einmal nach Tirol.
Die Gewitter sollen sich trotz Affenhitze wohl zurückhalten und wir planen uns
wenigstens an einem Tag dort richtig abzukühlen: Nach unseren vielen
Besuchen in
Innsbruck und Umgebung, nach den "Eisriesen" und dem
Salzbergwerk bei Hall soll nun eine
andere bedeutende Touristenattraktion aufgesucht werden. Das
Schaubergwerk in Schwaz ist
diesmal unser Ziel, die traditionelle Stätte des Silberbergbaus in Tirol ...
Schwazer Silberbergwerk - Das Ausflugsziel in Tirol
Die "Mutter aller Bergwerke" verspricht Ihnen eine spannende
Reise in die Geschichte Europas. Das größte Silberbergwerk des Mittelalters ist
"Die" Sehenswürdigkeit in Tirol und steht für Sie bis 14. November täglich zur
Besichtigung offen.
Nach der 800 Meter tiefen Einfahrt mit der Grubenbahn erwartet Sie ein
außergewöhnliches Erlebnis unter Tage. Folgen Sie den Spuren der Bergleute, die
vor über 500 Jahren Silber und Kupfer abbauten und lassen Sie sich in eine Zeit
entführen, als die Erde noch eine Scheibe war ... Sie erfahren interessante
Details zur gesellschaftlichen und finanziellen Entwicklung Europas. Sie
erhalten darüber hinaus verblüffende statistische Informationen zur Lebensweise
von damals.
Besonders bei großer Hitze im Sommer erfahren Sie eine herrliche Abkühlung im
Silberbergwerk. Im Inneren des Silberbergwerks herrschen konstant 12 Grad
Celsius. Auch als Schlechtwetter Programm und Ausflug für die ganze Familie ist
das Schwazer Silberbergwerk die richtige Wahl. Im Berg bleiben Sie trocken. Das
Schwazer Silberbergwerk ist eines der begehrtesten Ausflugsziel in Tirol für
Paare und Familien sowie Gruppen und Vereine aus allen Nationen ...
Wie man den Ankündigungen des Schaubergwerks entnehmen kann: Dort muss man
wohl gewesen sein! Also nichts wie hin, allerdings wollen wir woanders campen,
und zwar in Weer, einem kleinen Ort einige Kilometer entfernt von Schwaz,
das man mit dem hier üblichen Postbus recht gut erreichen können sollte.
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Das Alpencamping Mark in Weer ist deshalb unser erstes Ziel am heutigen Freitag. Auch zu diesem Camp kann man von der Familie Mark im Internet einiges zur Vorbereitung lesen:
Seit dem Jahre 1973 betreibt unsere Familie mit Liebe und Freude unseren Campingplatz nach dem Motto. Klasse anstatt Masse. Dieser Grundsatz verleiht unserem Camping den unverwechselbaren Charme. Heute dürfen wir mit Dankbarkeit die Meinung unzähliger Gäste wiedergeben, dass unser Campingplatz zu den schönsten und beliebtesten Sommerplätzen im gesamten Alpenraum zählt.
Die Anreise nach Weer zieht sich in die Länge, da bei der
Eingabe für den diesmal wieder mitreisenden Zumo
wohl nicht nur die "mautfreie Strecke" gewählt wurde, sondern irrtümlich auch
der "kürzeste Weg". Wen wundert da, dass Steffi sich unter diesen
Voraussetzungen natürlich mit voller Inbrunst die Aufgabe stellt, ihre
"Motorradfahrer" durch die schönsten und abgelegensten Nebengässchen
bis nach
Österreich zu leiten ..?
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Irgendwann kommen wir allerdings nach der x-ten Serpentine
dennoch am Ziel an - ein Campingplatz erwartet uns, der wie andere in Tirol
traditionell mit einer Unmenge an holländischen Campern belegt ist. Irgendwie
ist es ein gutes Gefühl, dass am morgigen Samstagabend Deutschland nicht gegen
Holland ins Endspiel muss, sondern sich mit dem 3. Platz begnügen kann ...
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Einer der holländischen Wohnanhänger auf dem Platz, auf dem wir gerade noch ein (minimal) schattiges Stellplätzchen ergattern können, ist für uns ein guter Bekannter: Es ist ein Zambezi von Aart Kok - so ein Exemplar sieht man heutzutage nicht allzu oft - ein guter Grund, mit den Nachbarn mit einer Kamera bewaffnet Kontakt aufzunehmen!
Das Alpencamping Mark erweist sich insbesondere in Hinblick auf das Restaurant mitsamt seinem schön gezapften kalten Bier als angenehm - Semmel kann man allerdings nur für den Samstagmorgen bestellen, der Sonntag ist in der österreichischen Serviceoase unverändert heilig auch in heutigen Zeiten. Was aber bei der Abfahrt dann die Platzbesitzerin doch nicht daran hindern wird zu fragen, ob man auch am Sonntag Semmel gehabt hätte. Als das verneint wird (hatte sie sich vielleicht im Tag geirrt??), ist sie offenbar so verwirrt, dass sie wenigstens für die Semmel vom Samstag noch ein zweites Mal kassieren will ...
Neben einer gewissen "Semmelschwäche" offenbart sie am Ankunftstag auch eine leichte "Busschwäche": Ihre abenteuerlichen Hinweise zu möglichen öffentlichen Verkehrsverbindungen von ihrem Campingplatz bei Weer aus in das nur wenige Kilometer entfernte Schwaz erweisen sich als recht realitätsfrei bei der Überprüfung am nächsten Tag - offenbar handelt es sich bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel um ein für ihre üblichen Campinggäste recht exotisches Unterfangen ...
Sa, 10.07.10: Reise in die Tiroler Vergangenheit ...
Trotz der "Beratung" am Camp finden wir den Postbus und gelangen schließlich auch nach Schwaz, von der Hauptstraße aus wollen wir keinen weiteren Anschlussbus suchen, sondern nehmen den gut viertelstündigen Fußweg leicht bergan zu unserem Ziel in Angriff - vielleicht ein wenig leichtsinnig in Anbetracht der für Explorer Touren mittlerweile üblichen tropischen Temperaturen ..?
Vor oder nach dem Gang zum Silberbergwerk sollte man allerdings nicht versäumen, einen Rundgang durch die Innenstadt von Schwaz zu machen: Als eine der ältesten Städte Europas hat sie eine interessante Altstadt. Aufgrund des Silberbergbaus war der Ort bis ins 16. Jahrhundert hinein nicht nur größte Bergbaumetropole Europas, sondern mit 20.000 Einwohnern nach Wien auch die zweitgrößte Stadt Österreichs und des Habsburger Reichs. Wir besichtigen die bemerkenswerte Pfarrkirche der Stadt, die nicht nur größte gotische Hallenkirche Tirols ist, sondern auch durch weitere Eigenschaften beeindruckt: Als einzige vierschiffige gotische Kirche in Europa, in der einst Bürger und Knappen getrennt saßen, hat sie außer einem mit 15.000 Kupferplatten bedeckten Kirchdach auch zwei Türme, die gut 50 Meter auseinander stehen und im Abstand von 400 Jahren errichtet wurden.
Nachdem wir zunächst annehmen, es handele sich hier um zwei separate Kirchen, erfahren wir bald, dass es sich bei der "zweiten Kirche" lediglich um den zweiten Glockenturm auf einem Unterbau handelt, der im Jahre 1911 errichtet wurde, da der 400 Jahre ältere Turm für das Geläut nicht mehr verwendet werden konnte ...
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Der anschließende Rundgang durch die menschenleere samstägliche Innenstadt lohnt sich selbst heute bei den tropischen Temperaturen, führt deshalb allerdings schon bald in das nächste gute geöffnete Café, in dem ein hervorragender Blaufränkischer aus dem Burgenland serviert wird und den wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen ...
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